Donnerstag, 17.04.2008

Football

GFL will NFL-Europa-Lücke füllen

Hannover - Die NFL Europa ist tot, es lebe die GFL. Ein Jahr nach dem Aus für den Ableger der amerikanischen Profi-Liga hofft die German Football League (GFL) auf einen Aufschwung in der Randsportart American Football.

Bisher stand die GFL in Deutschland stets im Schatten des großen US-Bruders. "Es ist ein Loch entstanden, in das wir reindrängen müssen", gab Verbandssprecher Dietrich E. Stolze die Marschroute vor dem Saisonstart am Wochenende aus. "Dazu müssen aber alle Vereine ihre Hausaufgaben machen", fügte er hinzu.

Im Vergleich zu der mit viel Brimborium und Millionen-Aufwand inszenierten NFL Europa, die im Juni 2007 nach einem Minus von geschätzten 35 Millionen Dollar und wegen fehlender Gewinnaussichten den Spielbetrieb einstellte, wirken die zwölf GFL-Clubs wie biedere Amateurvereine.

Die Etats schwanken zwischen 250 000 Euro bei den Kleinen der Liga und rund eine Million Euro bei Meister Braunschweig Lions. Bei einem Kader von mehr als 50 Spielern fallen auch Posten wie Stadionmiete ins Gewicht.

Klassenprimus Braunschweig erhielt die GFL-Lizenz nur unter Auflagen. Die Lions werden von einer Vermarktungsgesellschaft geführt.

Das missfällt der GFL-Leitung. "An diesem Status wird sich in naher Zukunft aber nichts ändern", sagte Pressechef Rene Stammer. Der sechsmalige Meister ist das Aushängeschild und der Zuschauerkrösus der Liga.

Zu den Heimspielen kamen im Vorjahr 5800 Besucher. Zum Vergleich: Der NFL Europa-Club Frankfurt Galaxy lockte im Vorjahr nach eigenen Angaben im Schnitt 33 043 Fans ins Stadion.

Die Football-Begeisterung in Frankfurt/Main hat auch die GFL erkannt. Sie vergab das Endspiel um den German Bowl für den 27. September und für die nächsten zwei Jahre in die Commerzbank-Arena, obwohl Frankfurt keine GFL-Mannschaft hat.

In Hamburg, Berlin und Köln, ehemals NFL Europa-Standorte, sieht das anders aus. Hier haben die Hamburg Blue Devils, Berlin Adler und Cologne Falcons die Chance, vorhandenes Fan-Potenzial zu nutzen. Spektakuläre Feuerwerke für 20 000 Euro im Rahmenprogramm sind allerdings nicht drin.

Sportlich erwarten die Experten eine spannende Saison. Clubs wie Köln und Dresden haben sich mit ehemaligen NFL Europa-Spielern verstärkt.

Dennoch gelten die Kiel Baltic Hurricanes unter der Regie von Cheftrainer Kent Anderson als härtester Rivale der Braunschweig Lions.

Der amerikanische Motivationskünstler und mehrfache Meistermacher hat den Kieler Kader gezielt verstärkt.

Titelverteidiger Braunschweig muss gleich im ersten Saisonspiel am Samstag beim Vize Stuttgart Scorpions antreten. Nicht nur für den neuen Lions-Coach Javier Cook ist die Neuauflage des German Bowl 2007 eine brisante Partie.

Sein Vorgänger Gary Spielbuehler wechselte im Vorjahr von Braunschweig nach Stuttgart. Cook, der die Lions-Abwehr auf mehreren Positionen umbauen musste, erwartet einen heißen Tanz. "Ich kann mich nicht an verlorene Spiele gewöhnen", nahm der 47 Jahre alte Coach die "Löwen" in die Pflicht.


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