Ringen

Englich holt EM-Silber - Not-Operation bei Thätner

SID
Sonntag, 06.04.2008 | 18:47 Uhr
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Tampere/Finnland - Die Sorge um Markus Thätner hat die Freude der deutschen Ringer über die Silbermedaille von Mirko Englich (Witten) am letzten Wettkampftag der Europameisterschaft in Tampere getrübt.

Griechisch-Römisch-Spezialist Thätner (Frankfurt/Oder) musste wegen einer Muskelverletzung an der rechten Wade notoperiert werden und darf erst in ein paar Tagen nach Deutschland geflogen werden.

Englich vom KSV Witten verlor das Finale der Kategorie bis 97 kg am Sonntag gegen den Russen Aslanbek Khshtow nach 0:2 Runden.

Olympia-Teilnahme futsch!

Trotz der Finalteilnahme musste er das Olympia-Ticket dem neuen Europameister überlassen, denn Russland hatte sich in dieser Gewichtsklasse bei der WM in Baku 2007 noch nicht für die Olympischen Spiele in Peking qualifiziert.

Der bereits für Olympia qualifizierte Konstantin Schneider (74 kg/KSV Köllerbach) unterlag in der Hoffnungsrunde Ilgar Abdulow (Aserbaidschan) in zwei Runden und kam damit auf dem neunten Rang.

Noch am Samstag hatte Thätner in der Klasse bis 66 Kilogramm für Freude im deutschen Lager gesorgt, als er Vizeweltmeister Steeve Guenot (Frankreich) mit einem 2:0-Rundensieg bezwang.

Compartment-Syndrom bei Thätner

Doch der Kampf hatte enorm viel Kraft gekostet. Schon im darauffolgenden Duell gegen den Bulgaren Plamen Petrow wurde Thätner von Wadenkrämpfen geplagt, die nicht aufhörten.

Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte das Compartment-Syndrom. "Der Muskel blutet bedingt durch einen An- oder Abriss oder durch Überbelastung, wobei durch den entstehenden Druck Nerven und Gefäße abgedrückt werden", meinte Teamarzt Eckart Diezemann.

Amputation wäre möglich gewesen

Thätner wurde sofort notoperiert. "Im schlimmsten Fall hätte es zu einer Amputation führen können - aber das wäre wirklich der schlimmste Fall, wenn die Verletzung nicht rechtzeitig behandelt worden wäre", betonte der Freiburger Arzt.

Gut vier Monate vor Beginn der Olympischen Spiele haben die deutschen Ringer den Anschluss zur Weltspitze wieder hergestellt, doch Siegambitionen haben nur wenige.

Positives Fazit nach der EM

Der Deutsche Ringerbund (DRB), der mit Konstantin Schneider, Davyd Bichinashvili, Stefan Kehrer sowie Anita Schätzle vier Peking-Startplätze sicher hat, zog dennoch ein positives Fazit nach der EM.

"Bei den Freistilern haben wir mit Bronze durch Bichinashvili zwar nur das Minimalziel erreicht, doch vor allem bei Tim Schleicher, der knapp am Olympia-Ticket vorbei schrammte, wurde deutlich, dass wir von der Spitze nicht so weit entfernt sind", sagte DRB-Sportdirektor Detlef Schmengler.

Bronze für die Frauen

Bei den Frauen gab es Bronze durch Anita Schätzle (72 kg/WKG Metternich-Rübenach).

"Angesichts einiger verletzungsbedingter Auffälle, können wir auch mit diesem Ergebnis leben, obwohl auch bei den Frauen mehr möglich gewesen wäre", verwies Schmengler zugleich auf den fünften Platz von Brigitte Wagner (51 kg/SV Hallbergmoos), die knapp an Bronze gescheitert war.

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