Montag, 24.03.2008

Olympia

Proteste bei Entzündung des Feuers

Olympia - Antichinesische Protestaktionen haben die Entfachung des Olympischen Feuers für die Spiele in Peking begleitet. Die Flamme wurde trotz zum Teil bewölkten Himmels mit einem Hohlspiegel und mit Hilfe der Sonnenstrahlen entzündet.

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© DPA

"Wir schicken heute die Nachricht des Olympischen Waffenstillstandes", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge.

"Die Olympischen Spiele müssen in einer friedlichen Umgebung stattfinden." Die Zeremonie, die in der antiken Stätte von Olympia auf der griechischen Halbinsel Peloponnes stattfand, wurde von Protesten gegen die chinesische Fremdherrschaft in Tibet begleitet.

Die gewalttätigen Unruhen in Tibet und das massive Vorgehen der chinesischen Behörden spielten auch bei der Feier eine Rolle.

Zeremonie von Journalisten gestört

Kurz vor der Entfachung des Feuers hatten drei Mitglieder der französischen Journalistenorganisation "Reporters sans frontières" ("Reporter ohne Grenzen") die Zeremonie gestört.

"Wir wollten auf die allgemeine Situation der Menschenrechte und Meinungsfreiheit in China aufmerksam machen, es ist nicht nur ein Protest gegen die jüngsten Unruhen in Tibet", sagte die Sprecherin der Organisation, Elsa Vidal, in Paris.

Einer der Männer schrie antichinesische Parolen und trug eine schwarze Flagge, auf der die Olympischen Ringe als Handschellen abgebildet waren.

Einem Demonstranten gelang es, bis hinter das Podium zu laufen, wo der Parteichef von Peking und Präsident des chinesischen Organisationskomitees BOCOG, Liu Qi, eine Rede hielt.

Tibeter in Olympia festgenommen

Polizisten brachten die drei Männer vom Gelände. Ein vierter Mann, ein Tibeter, wurde in der Kleinstadt von Olympia festgenommen, als er in englischer Sprache antichinesische Parolen skandierte.

Bei der Zeremonie in Olympia richtete die griechische Schauspielerin Maria Nafpliotou in der Rolle der "Hohen Priesterin" einen Aufruf an den antiken Gott der Sonne Apollon und übergab anschließend das Feuer an den ersten Fackelträger, den griechischen Olympia-Zweiten von 2004 im Taekwondo, Alexandros Nikolaidis.

Nach einem Fackellauf durch Griechenland wird das Olympische Feuer am 30. März in Athen an die chinesischen Organisatoren übergeben. Die Flamme wird am 31. März in Peking eintreffen.

"Schande für China"

Kurz nach Beginn des Staffellaufs kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Ein Mann warf sich vor die Füße eines Fackelläufers. Zuvor hatte er sich mit roter Farbe übergossen. Weitere Menschen skandierten "Schande für China".

Die griechische Regierung krtisierte die Proteste: "Wir verurteilen aufs Schärfste jeden Versuch, die Zeremonie, die Entfachung des Olympischen Feuers und den anschließenden Fackellauf zu stören."

Aus Regierungskreisen hieß es, das IOC sei verantwortlich, weil es für die Akkreditierungen bei der Zeremonie zuständig sei. Das griechische Fernsehen zeigte nur wenige Bilder von den Aktionen.

"Große Verantwortung des IOC"

IOC-Chef Rogge hatte einen Tag zuvor die Vergabe der Olympischen Spiele an China verteidigt und sich zu den blutigen Unruhen in Tibet geäußert. In einer am Ostersonntag veröffentlichen Erklärung erinnerte der Belgier an die "große Verantwortung des IOC", für die Athleten in Peking "die bestmöglichen Olympischen Spiele" zu veranstalten.

Dies geschehe "in enger und intensiver Zusammenarbeit" mit dem Organisationskomitee in Peking. China werde sich wandeln, indem es sich dem Blick von 25.000 Medien öffnen werde, sagte Rogge.

Exiltibeter hatten im Vorfeld der Feier am Ostermontag bereits Protestaktionen während des 137.000 Kilometer langen Weges des Olympischen Feuers um die Welt angekündigt.

Dass die Flamme auf den 8.848 Meter hohen Mount Everest gebracht wird, erzürnt die Tibeter zusätzlich. Sie sehen darin eine Bestätigung der chinesischen Fremdherrschaft. Aus Furcht vor Protesten wurde der Aufstieg bereits jetzt für Bergtouren von tibetischer Seite gesperrt.

Längster Fackellauf der Geschichte

Mit 21.000 Läufern und einer Strecke von 97.000 Kilometern um die Welt und 40.000 Kilometern innerhalb Chinas ist der Fackellauf der längste in der Olympia-Geschichte.

Doch nur drei Prozent des Weges wird die Flamme tatsächlich von Läufern getragen, sonst fliegt das Feuer um die Welt. Insgesamt nehmen 2000 Läufer in 21 Städten außerhalb Chinas an dem Lauf teil.

In China sind 19.000 Träger dabei. Für die Reise auf den Mount Everest wird das Feuer nach der Ankunft in Peking geteilt. Während die eine Fackel durch 31 Provinzen getragen wird, fliegt die andere nach Tibet. Nach dem Abstieg vom höchsten Berg der Welt werden die Flammen wieder vereint.


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