Bahnrad-WM in England

Historische Pleite in England

SID
Freitag, 28.03.2008 | 11:31 Uhr
Bahnrad, Olympia Qualifikation
© DPA
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Manchester - Olympia-Frust im deutschen Bahnrad-Lager, Jubel beim Gastgeber: Während sich die Briten in der 4000-m-Mannschaftsverfolgung mit dem Weltrekord von 3:56,322 Minuten erneut als "Könige der Verfolger" krönten, ist dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) ein weiterer Startplatz für Peking entgangen.

Verena Jooß aus Friesenheim verlor als Zehnte in der 3000-m-Einerverfolgung ihr über die Weltcup-Rangliste sicher geglaubtes Ticket. "Es ist schon zum Haareraufen. Es kommen alle unglücklichen Umstände zusammen", sagte BDR-Vizepräsident Udo Sprenger.

Der dritte Platz im Teamsprint der Frauen konnte zum Abschluss des Tages nur wenig darüber hinwegtrösten. Dana Glöß (Berlin) und Miriam Welte (Kaiserslautern) gewannen das "kleine Finale" in 34,036 Sekunden gegen Frankreich und holten damit die zweite Bronzemedaille für den BDR nach Roger Kluge (Cottbus), der am Vortag Dritter im Scratch geworden war. "Damit ist der Tag wenigstens ein bisschen gerettet", sagte Sprenger. Im Endlauf setzte sich Titelverteidiger Großbritannien in 33,661 Sekunden gegen China durch.

Trotz persönlicher Bestzeit von 3:36,375 Minuten wurde Verena Jooß vom achten auf den zehnten Platz der Rangliste verdrängt. Startberechtigt bei den Olympischen Spielen sind die ersten Neun. Zwei weitere Tickets gehen an die Nationen der Weltmeisterin und der Weltcupsiegerin.

"Nicht vom Blitz getroffen"

Zuvor hatte nach Olympiasieger Robert Bartko auch der vom Potsdamer angeführte Vierer den Olympia-Platz verpasst. Für das einstige Flaggschiff reichte die Saisonbestzeit von 4:06,941 Minuten nur zum neunten Rang.

Damit machten Bartko, Henning Bommel (Berlin), Daniel Becke und Patrick Gretsch (beide Erfurt) das Verfolger-Desaster perfekt: Erstmals seit 1952 fährt kein deutscher Vierer bei Olympischen Spielen, zudem ist in Peking zum ersten Mal seit der Olympia-Premiere 1968 auch im Einzelrennen kein Deutscher am Start.

"Man konnte ja nur noch vom Wunder von Manchester reden. Deswegen sind wir jetzt nicht vom Blitz getroffen, weil das eingetreten ist, was prognostizierbar war", sagte Becke.

England verteidigt Titel

Weltmeister wurde in Weltrekordzeit Gastgeber Großbritannien, der im Endlauf die vom Deutschen Heiko Salzwedel trainierten Dänen besiegte und nach dem Einzeltitel für Bradley Wiggins wie im Vorjahr auch Mannschafts-Gold holte.

Den dritten Erfolg des Tages für die Hausherren schaffte Rebecca Romero in 3:30,501 Minuten in der 3000-m-Einerverfolgung vor Sarah Hammer aus den USA. Für die Briten ist es nach dem zweiten Tag bereits der insgesamt vierte Titel.

Lange Gesichter gab es auch bei den deutschen Sprintern. Für den Cottbuser Maximilian Levy als Besten war im Sprint-Achtelfinale Schluss. Carsten Bergemann (Chemnitz) war bereits in der Runde davor ausgeschieden, Stefan Nimke (Schwerin) kam in dürftigen 10,500 Sekunden als 36. nicht über die Qualifikation hinaus.

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