Bitteres Champions-League-Aus

HSV droht Finanz-Kollaps

SID
Montag, 31.03.2014 | 13:34 Uhr
Johannes Bitter und der HSV sind im CL-Achtelfinale ausgeschieden
© getty
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Das Final Four in der Champions League findet in diesem Jahr ohne den Titelverteidiger statt. Für den klammen HSV Hamburg ist das Achtelfinal-Aus vor allem ein finanzieller Tiefschlag.

Sportlich der Super-GAU, finanziell ein weiterer Tiefschlag: Nach dem peinlichen Ausscheiden im Achtelfinale der Königsklasse steht der HSV Hamburg unter Schock. Aus im Pokal, Aus in der Champions League, Platz vier in der Liga - die Saison ist bislang eine einzige Katastrophe.

"Das ist ein schwerer Tag für uns", sagte Martin Schwalb nach der blamablen 29:30-Heimpleite gegen Vardar Skopje aus Mazedonien der "Bild": "Wir haben viele gute Spiele in der Champions League geliefert. Wegen einer schlechten Leistung auszuscheiden, ist hart. Das tut sehr weh." Erstmals in der Geschichte der Champions League findet das Viertelfinale ohne den Titelverteidiger statt.

Rudolph muss offenbar Gehälter vorstrecken

Das frühe Ausscheiden trifft die klammen Hanseaten auch finanziell ins Mark: Mehr als 300.000 Euro Prämien hätte eine erfolgreiche Titelverteidigung in die leeren Vereinskassen spülen können - stattdessen klaffen neue Löcher im Etat. So berichtete das "Hamburger Abendblatt" am Montag, dass die Ende dieser Woche fälligen Gehaltszahlungen für den Monat März von rund 550.000 Euro wohl erneut Vereinspräsident Andreas Rudolph vorstrecken wird.

"Ich bin einfach sprachlos und zutiefst frustriert", sagte der neue Geschäftsführer Holger Liekefett. Mit großen Zielen hatte er Anfang März seine Aufgabe beim Meister von 2011 übernommen, doch der "wirtschaftliche Turnaround" und die Akquise neuer Sponsoren dürfte ihm nach dem sportlichen Offenbarungseid gegen Skopje deutlich schwerer fallen als angenommen.

Auch die Spieler konnten ihren erneuten Blackout nicht wirklich erklären. Nach dem 28:28 im Hinspiel hätte bereits ein Sieg mit einem Tor Vorsprung für das Weiterkommen ausgereicht.

"Das tut unglaublich weh"

"Das tut unglaublich weh. Wir würden uns selbst belügen, wenn wir sagen würden, dass wir ein Weiterkommen verdient gehabt hätten", sagte Nationaltorhüter Johannes Bitter der "Hamburger Morgenpost". Linkshänder Adrian Pfahl pflichtete ihm bei: "Nach jeder guten Aktion kamen zwei schlechte. So zieht kein Team ins Viertelfinale der Champions League ein."

Weil auch im DHB-Pokal bereits in der zweiten Runde Schluss war (31:33-Heimniederlage gegen Frisch Auf Göppingen), ruhen die sportlichen Hoffnungen der Hamburger nun ganz auf der Meisterschaft. Dort ist der HSV in diesem Jahr ungeschlagen und hat sich bis auf drei (Minus-)Punkte an den Tabellenführer THW Kiel herangepirscht.

Aber auch hier lauert die Gefahr: Bleibt der HSV hinter Kiel, den Rhein-Neckar Löwen und der SG Flensburg-Handewitt auf dem vierten Platz, findet die lukrative Königsklasse im kommenden Jahr ganz ohne die Hamburger statt.

Die Handball-Champions-League im Überblick

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