Montag, 01.09.2008

Handball

THW Kiel in neuen Finanz-Dimensionen

Das Millionen-Spiel Handball-Bundesliga ist mit seinem Protagonisten THW Kiel in eine neue finanzielle Dimension vorgestoßen.

Kiel, Handball, Neue Dimensionen
© Getty

Der deutsche Rekordmeister hat mit einem geplanten Etat von 7,8 Millionen Euro als erster deutscher Handball-Klub die Marke von 7 Millionen Euro übertroffen.

Zugleich hat der Top-Favorit auf die deutsche Meisterschaft auch der Liga zu einem erneuten Rekord-Haushalt verholfen: Insgesamt planen die 18 Vereine nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa mit einem Etat von 68,15 Millionen Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von zehn Prozent im Vergleich zur Vorsaison.

Kein Ende in Sicht

Allerdings ist damit noch längst kein Ende in Sicht. Der Liga-Verband HBL rechnet nach Auswertung der Lizenzierungsunterlagen sogar mit einem Gesamthaushalt von 80 Millionen Euro.

"Wir hatten einen Quantensprung von der Saison 2006/2007 zur vorigen Spielzeit, als der Etat von 55 Millionen Euro auf 75 Millionen Euro angewachsen ist. Auch wenn wir immer noch ein Wachstum haben war klar, dass das nicht in diesem Tempo weitergehen kann", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann der dpa am Montag.

Lemgo verdrängt Flensburg-Handewitt

Hinter Krösus Kiel, der im Vergleich zu vorigen Spielzeit seinen Etat um 1,3 Millionen Euro erhöht hat, rangieren zwei der Mitanwärter auf den Titel. Der HSV Hamburg nimmt Platz zwei der Geldrangliste mit 6,5 Millionen Euro ein, dahinter folgen die Rhein-Neckar Löwen mit geschätzten 6,3 Millionen Euro.

Neuer Vierter ist der TBV Lemgo, der dank der finanzkräftigen Heristo AG als Mehrheitsgesellschafter mit geschätzten 6,0 Millionen Euro die SG Flensburg-Handewitt (5,2 Millionen Euro) auf Rang fünf verdrängt hat.

Bohmann zweifelt an den Zahlen

"Es gibt mindestens drei weitere Vereine, die finanziell ebenso gut aufgestellt sind wie der THW Kiel", sagte Bohmann zu den vorliegenden Zahlen. Damit ist zu vermuten, dass Hamburg, die Rhein-Neckar Löwen und auch Lemgo weit mehr Geld zur Verfügung haben als nach ihren selbst gemachten Angaben.

Die traditionell geringsten Mittel der Liga haben die Aufsteiger zur Verfügung: Der Stralsunder HV plant mit einem noch nicht zu 100 Prozent gedeckten Etat von 1,2 Millionen Euro, der TSV Dormagen gar nur mit 1,0 Millionen Euro.

Teams mit Qualitätssteigerung

Von den "Großen Fünf" der Geldrangliste haben vier Klubs intensiv an einer neuen Qualität ihrer Teams gearbeitet. Hamburg hat nach dem Abgang von Bundesliga-Rekordtorjäger Kyung-Shin Yoon seinen Rückraum mit Marcin Lijewski und Blazenko Lackovic aus Flensburg exzellent aufgerüstet.

Der Meisterschaftszweite seinerseits kompensiert den Weggang beider Asse mit Alen Muratovic (Valladolid/Spanien), Lasse Boesen (Lemgo) und Oscar Carlen (GOG Gudme) sowie Co-Trainer Per Carlen.

Löwen mit starken Neuzugängen

Die Rhein-Neckar Löwen haben ihren ohnehin schon famosen Kader mit Islands Olympia-Zweiten Gudjon Valur Sigurdsson (Gummersbach) und Jan Filip aus Nordhorn ergänzt.

Und Lemgo hat sich unter anderem die Dienste des aufstrebenden Spielmachers Martin Strobel (Balingen- Weilstetten), des Torhüters Martin Galia (Göppingen) und von Daniel Kubes aus Nordhorn gesichert.

Bescheiden fiel dagegen die Einkaufstour von Branchenprimus Kiel aus: Dessen prominentester und wohl auch teuerster Neuzugang ist Trainer Alfred Gislason (Gummersbach) als Nachfolger von THW-Erfolgscoach Zvonimir "Noka" Serdarusic.


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