CAS-Urteil sorgt für Verwirrung beim DHB

SID
Freitag, 21.03.2008 | 14:15 Uhr
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Leipzig - Verwirrung statt Klarheit: Das endgültige Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS zu den asiatischen Handball-Olympia-Qualifikationen hat besonders im Deutschen Handball-Bund (DHB) für Aufregung gesorgt.

Der DHB erwägt, sogar Rechtsmittel gegen eine etwaige IHF-Entscheidung einzulegen, die das Qualifikationsturnier kommende Woche in Leipzig betrifft ­ und die die deutsche Ausgangslage im Kampf um ein Olympia-Ticket schmälern würde.

Der CAS hatte seine Entscheidung bekanntgegeben, dass die Annullierung des asiatischen Frauen-Qualifikationsturniers vom August 2007 in Alma Ata durch den Handball-Weltverband IHF nicht rechtmäßig gewesen sei.

Dagegen hatte der CAS entschieden, dass aufgrund der vorgelegten Video-Beweise das Männer-Turnier in Kuwait wegen Manipulationen zurecht wiederholt wurde.

Besetzung in Leipzig noch unklar

Nur eine Woche vor den drei Olympia-Qualifikationsturnieren der Frauen, darunter dem in Leipzig, steht dessen Besetzung daher immer noch nicht fest.

Der Weltverband hüllt sich in Schweigen, will das Urteil nicht kommentieren und äußerte sich auch einen Tag nach dem Richterspruch nicht dazu, welche Mannschaften nun in den drei Turnieren um die sechs Startplätze für die Olympischen Spiele kämpfen.

Durch das CAS-Urteil, gegen das kein Einspruch möglich ist, hat sich nun wieder Kasachstan, das das Turnier im August 2007 gewonnen hatte, direkt für Peking qualifiziert.

Südkorea kurzfristig mit dabei

Südkorea, das die nun annullierte Wiederholung der Asien-Qualifikation gewonnen hatte, muss kurzfristig in die drei Ausscheidungsturniere integriert werden.

Die entscheidende Frage aus deutscher Sicht: Auf welche Gegner trifft die DHB-Auswahl beim Turnier in Leipzig (29. bis 30. März)? Ursprünglich hätte die Mannschaft gegen Spanien, Schweden und Kuba antreten sollen.

Nun scheint es möglich, dass die DHB-Mannschaft gegen Schweden, Kuba und den zweifachen Olympiasieger Südkorea antreten muss.

"Uns liegt noch keine schriftliche Entscheidung der IHF vor, aber nach zahlreichen Gesprächen, unter anderem mit IHF- Präsident Hassan Moustafa und IHF-Generalsekretärin Hala Helmy, hat sich herauskristallisiert, dass man bei der IHF plant, Spanien aus dem Turnier in Leipzig zu streichen und durch Südkorea zu ersetzen. Dies würde unsere sportliche Ausgangsposition deutlich verschlechtern ­ und da spielen wir nicht mit", sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach auf dpa-Anfrage.

Schon viermal Widerspruch eingelegt

"Mündlich haben wir gegen diesen eindeutig gegen das IHF-Reglement verstoßenden Plan bereits viermal Widerspruch eingelegt", betonte Strombach: "Nun prüfen wir in einer DHB-Vorstandssitzung am Samstag, ob wir weitere Rechtsmittel einlegen oder das Turnier in Leipzig eventuell nur unter Protest veranstalten und spielen."

Würde das offizielle IHF-Reglement umgesetzt werden, müsste die deutsche Mannschaft auf Schweden, Kroatien und Kuba treffen. Laut Strombach habe man bei der IHF vor allem logistische Gründe angeführt, warum die Umsetzung der eigenen Regularien so kurzfristig nicht mehr möglich sei.

Geklagt vor dem CAS hatte der asiatische Handballverband AHF, der grundsätzlich recht bekam, dass die Vorgehensweise der IHF, die asiatischen Qualifikations-Turniere zu annullieren und neu anzusetzen, nicht korrekt und "gegen die eigenen Statuten des Weltverbands" war.

Das IHF Council hatte am 18. und 19. Dezember 2007 entschieden, dass beide Turniere wegen Manipulation wiederholt werden müssten.

Während vom Männer-Turnier in Kuwait reichhaltiges Videomaterial vorlag, das vom CAS auch anerkannt wurde, hatten die kasachischen Behörden es selbst den Mannschaften untersagt, die Spiele auf Video festzuhalten . Deswegen konnte auch kein belastendes Material beim CAS vorgelegt werden.

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