Laut Internationalem Sportgerichtshof

Asiatische Männer-Quali war manipuliert

SID
Donnerstag, 20.03.2008 | 17:40 Uhr
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Lausanne - Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hat in der Manipulationsaffäre um die asiatische Handball-Olympia-Qualifikation dem Weltverband IHF nur teilweise recht gegeben.

Das dreiköpfige Gremium entschied nach einer 16-stündigen Sitzung, dass bei den Männern das Ergebnis des im Oktober 2007 in Kuwait veranstalteten Qualifikationsturniers annulliert wird.

Damit gab der CAS "aufgrund der klaren Beweislage" der IHF recht, die die Qualifikation wegen Manipulationen als ungültig betrachtet hatte und diese nach einer Entscheidung des IHF- Councils vom 17. Dezember 2007 wiederholen ließ. Im Januar hatte sich schließlich Südkorea gegen Japan durchgesetzt und sich für die Olympischen Spiele in Peking direkt qualifiziert.

Kasachstan direkt qualifiziert 

Im Gegensatz dazu entschied der CAS, dass das Frauen-Turnier, das im August 2007 im kasachischen Almaty ausgetragen wurde, rechtmäßig abgelaufen sei ­ daher hat sich der Sieger, Gastgeber Kasachstan, direkt für die Olympischen Spiele qualifiziert.

Auch bei den Frauen hatte die IHF aufgrund von angeblichen Manipulationen das Turnier für ungültig erklärt und eine Wiederholung im Januar angesetzt. Diese hatte Südkorea gewonnen; die Koreanerinnen müssen nun als Zweiter der Qualifikation von Almaty um ein Ticket für Peking bei einem der drei Qualifikationsturniere am kommenden Wochenende spielen.

Turniere werden nicht wiederholt 

Matthieu Reeb, Generalsekretär des CAS, äußerte sich auf dpa-Anfrage nicht zu den detaillierten Urteilsbegründungen: "In drei bis vier Wochen werden diese veröffentlicht." In der in einer Pressemitteilung veröffentlichten Kurz-Begründung wurde dem asiatischen Verband AHF allerdings in der Sache grundsätzlich Recht gegeben.

"Die generelle Entscheidung des IHF-Councils, die Turniere zu wiederholen, ist ungültig, da dem asiatischen Verband keine Gelegenheit gegeben wurde, sich zu äußern."

"Kein Kommentar" 

Von Seiten der IHF hieß es am Donnerstag: "Kein Kommentar zu dem Urteil." Somit steht auch noch nicht fest, ob die CAS-Entscheidung Auswirkungen auf die Besetzung des Frauen-Olympia-Qualifikations-Turniers am kommenden Wochenende in Leipzig hat. Die IHF-Exekutive beriet in Basel über sämtliche potenziellen Änderungen, die sich durch das Urteil ergeben könnten.

Der Streit über die angeblichen Manipulationen bei den asiatischen Qualifikationsturnieren hatten zu einem Machtkampf zwischen IHF und dem asiatischen Kontinentalverband AHF geführt.

Schiedsrichter haben manipuliert 

Die AHF bestreitet jegliche Manipulationen und hatte Japan und Südkorea ­ die einzig verblieben Nationen, die bei der Wiederholung der Qualifikationen im Januar gespielt hatten - aufgrund deren Teilnahme mit Geldstrafen belegt. Alle übrigen asiatischen Verbände hatten sich nicht an den Turnier-Wiederholungen beteiligt.

Bei beiden ursprünglichen Turnieren im Jahr 2007 sollen Schiedsrichter den Ausgang der entscheidenden Partien manipuliert haben, so dass der große Außenseiter Kasachstan bei den Frauen und Kuwait bei den Männern die Turniere gewonnen hatten.

Im Zusammenhang mit den Manipulationsvorwürfen stand auch der ägyptische IHF-Präsident Hassan Moustafa in der Kritik. Er widersprach aber immer wieder, von Manipulationen gewusst zu haben. Anfang März hatten IHF und AHF gemeinsam entschieden, den Streit um die Qualifikationsturniere endgültig durch den CAS klären zu lassen.

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