Golf

Strohfeuer oder Erfolgsgeschichte?

SID
Martin Kaymer hat mit 63 Schlägen einen neuen Platzrekord auf dem TPC Sawgrass aufgestellt
© getty

Die PGA höchstpersönlich erbrachte den Beweis für Martin Kaymers unverhoffte Traumrunde. Groß und deutlich prangte die Scorecard des Deutschen auf der Internetseite der PGA. Eine schwarze 29 links, eine 34 rechts, 63 Schläge insgesamt - Platzrekord! "Das war eine sehr, sehr gute Runde. Ich habe nicht viele Fehler gemacht", kommentierte Kaymer seinen Auftakt bei der Players Championship, dem "fünften Major" des Jahres.

Auf dem legendären Kurs des TPC Sawgrass in Ponte Vedra Beach/Florida zeigte Kaymer seine zweifellos beste Vorstellung seit langem.

Das gefürchtete Loch 17 mit dem weltberühmten Insel-Grün meisterte er souverän ohne Schlagverlust. Bei insgesamt neun Bahnen attackierte der einstige Branchenprimus wie zu besten Zeiten und verbuchte jeweils Birdies. Für eine mögliche Ryder-Cup-Nominierung und den Titel-Hattrick mit dem europäischen Team ein wahrlich wichtiges Lebenszeichen.

"Ich habe einige hochqualitative Schläge gezeigt und mir viele Chancen erarbeitet. Da kann ich dann auch die Fahne angreifen", sagte Kaymer, vor dem lediglich Fred Couples (1992), Greg Norman (1994) und Roberto Castro (2013) ebenfalls mit einer 63 das Klubhaus erreicht hatten.

Bei der mit 10,0 Millionen Dollar (7,16 Millionen Euro) dotierten und mit nahezu allen Stars der Szene besetzten Konkurrenz ließ der 29-Jährige aus Mettmann unter anderem US-Masters-Sieger Bubba Watson (USA/69) klar hinter sich, auch Lee Westwood (England/67) oder Rory McIlroy (Nordirland/70) lagen deutlich zurück.

Erster Toursieg seit 2011?

Dank seines famosen Auftakts darf Kaymer von seinem ersten Toursieg seit dem 6. November 2011 träumen. Mal wieder - und deshalb ist der Rheinländer gewarnt. "Es war sicherlich ein guter Start. Aber wir sollten nicht vergessen, dass es nicht mehr war. Es ist erst ein Viertel absolviert", mahnte Kaymer.

Denn gute Runden hatte er auch in der Vergangenheit immer wieder gezeigt. Sein großes Problem allerdings war, dass für einen weiteren großen Erfolg nach dem Gewinn der US-PGA-Championship 2010 die nötige Konstanz fehlte.

Strohfeuer oder Beginn einer neuen Erfolgsgeschichte? Kaymer wusste seine Galavorstellung wohl selbst nicht einzuordnen, auch wenn er meinte, "dass ich wenige Fehler mache und seit Wochen solider spiele."

Kaymer hadert zu oft

Und das ist - Platzrekord hin oder her - schon ein Fortschritt. Viel zu oft haderte Kaymer mit seinen Schlägen. Um beispielsweise auch beim US Masters in Augusta eine Chance zu besitzen, stellte er in der bislang erfolgreichsten Phase seiner Karriere den Schwung um. Es folgten Pleiten, Pech, und Pannen - und zwischendurch immer mal wieder kurze Lichtblicke.

"Nach jedem Schlag habe ich versucht herauszufinden, was ich falsch und was ich richtig gemacht habe. Es behindert einen einfach, wenn man zu viel nachdenkt und versucht, perfektes Golf zu spielen", sagte die ehemalige Nummer eins. Die Einordnung seiner Glanzrunde überließ er daher sicherheitshalber mal der PGA.

Martin Kaymer im Steckbrief

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