Donnerstag, 25.03.2010

Alexander Klitzpera im Interview

Vier Spiele für ein Halleluja

Der FSV Frankfurt kämpft in der 2. Liga um den Klassenerhalt. Abwehrchef Alexander Klitzpera ist einer der Routiniers im Team. Bei SPOX spricht er über die Gründe für den derzeitigen Aufschwung und eine besondere Aktion, um die Fans zu mobilisieren.

Alexander Klitzpera und Jürgen Gjasula als Bud Spencer und Terence Hill
© FSV Frankfurt
Alexander Klitzpera und Jürgen Gjasula als Bud Spencer und Terence Hill

SPOX: Sie sind derzeit auf vielen Plakaten als Bud Spencer zu sehen - wie kam es dazu?

Alexander Klitzpera: Für die letzten vier Heimspiele will der Verein noch einmal alle Fans mobilisieren und dafür wurde eine Plakataktion gestartet - Vier Spiele für ein Halleluja - in Anlehnung an den Film-Klassiker "Vier Fäuste für ein Halleluja". In der Aktion geht es darum, dass man für den Preis von zwei Heimspielen alle vier Heimspiele sehen kann.

SPOX: Wäre Schauspieler eine Alternative zum Beruf Fußballprofi gewesen?

Klitzpera: Als Kind war ich immer auf dem Fußballplatz und somit war es wohl auch geschickter, beim Fußball zu bleiben.

SPOX: Bei der Plakataktion tritt Jürgen Gjasula als Terence Hill auf. Von Volker Finke wurde Gjasula bereits als der nächste Ballack bezeichnet. Bis dato hat er den Durchbruch noch nicht geschafft. Setzt er sich selbst zu sehr unter Druck?

Klitzpera: Er hat sich weiterentwickelt und schon gezeigt, was in ihm steckt. Er arbeitet daran, noch konstanter zu spielen. Ich traue ihm zu, den Durchbruch in der Bundesliga zu schaffen. Er ist ja erst 24 Jahre alt!

SPOX: Können Sie als 32-jähriger Routinier mit über 220 Zweitligaspielen und 55 Bundesligaspielen den jüngeren Spielern Ratschläge geben?

Klitzpera: Viele Spieler kommen auf mich zu und fragen mich, wie sie sich verbessern können oder wie gewisse Abläufe sind. Da helfe ich sehr gerne und habe auch immer ein offenes Ohr. In meiner Zeit in Bielefeld hat mich Bruno Labbadia viel unterstützt und mir einige Tipps gegeben. Daher weiß ich, wie hilfreich so eine Unterstützung sein kann.

SPOX: Nach zuletzt sieben Spielen ohne Niederlage, ging gegen 1860 München die positive Serie zu Ende. Was lief verkehrt?

Klitzpera: Wir konnten das Feuer wie in den letzten sieben Spielen zuvor nicht so entwickeln. Wir haben als Mannschaft erst in den letzten zehn Minuten daran geglaubt, dass wir noch was holen können. Da war es dann zu spät.

SPOX: Dennoch: Was hat sich getan seit der Winterpause, warum läuft es jetzt besser?

Klitzpera: Wir haben vor der Saison viele Spieler dazubekommen. Es bedarf viel Kraft und Zeit, diese Spieler zu integrieren. So ist es während der Vorrunde kaum möglich, eine funktionierende Mannschaft zu werden. Zudem kam es zu einem Trainerwechsel. Erst in der Winterpause konnten wir uns gezielt vorbereiten und eine Mannschaft werden.

SPOX: Wenn das so kompliziert ist, warum macht man das zweimal in Folge? Denn letzte Saison wurde doch ebenfalls fast der komplette Kader ausgetauscht.

Klitzpera: Nach dem ersten Jahr stimmte es auch in der Mannschaft nicht. Wir haben zwar den Klassenerhalt in der Rückrunde geschafft, doch als Team haben wir nur am Wochenende funktioniert. Viele haben sich untereinander nicht verstanden. Wir waren eine reine Zweckgemeinschaft. Das war auch der Grund, warum der Verein dann so einen Cut gemacht hat.

SPOX: Und diese Saison läuft es intern besser?

Klitzpera: Das ist gar kein Vergleich - so schlecht wie wir uns letztes Jahr verstanden haben, so gut verstehen wir uns jetzt.

SPOX: Trainer Hans-Jürgen Boysen kam am 7. Oktober nach Frankfurt - was macht er anders als sein Vorgänger Tomas Oral?

Alexander Klitzpera im Gespräch mit SPOX-Redakteur Stefan Günther
Alexander Klitzpera im Gespräch mit SPOX-Redakteur Stefan Günther
© spox

Klitzpera: Hans-Jürgen Boysen war selbst Profi und kann sich daher selbst gut in die Spieler hineinversetzen. Er hat viel Trainererfahrung und sein Vorgänger war ein Newcomer. Durch die Erfolge im Verein kam er schnell nach oben und war mit viel Herzblut dabei. Sie sind total unterschiedlich - vom Training, vom Ablauf und von der Taktik.

SPOX: Ihr Vertrag läuft diese Saison aus - wie geht es weiter?

Klitzpera: Ich fühl' mich gut, bin fit. Im Alter kommt dann noch die Erfahrung dazu. Was ja auch nicht so schlecht ist. Dementsprechend möchte ich schon noch ein paar Jahre dranhängen. Es ist das oberste Ziel, mit dem FSV auch diese Saison wieder ein Happy End zu haben. Gespräche führt der Verein erst nach der Saison.

SPOX: Blicken Sie eigentlich mit Wehmut zurück - sie waren schließlich elf Jahre beim FC Bayern, waren U-21-Nationalspieler und spielten im Uefa-Cup. Wäre mehr drin gewesen?

Klitzpera: Ich habe aus meinem Talent, mit meinem Willen und meinem Fleiß das Optimale herausgeholt. Ich kann mir nichts vorwerfen.

SPOX: Sie sind in der Vereinigung der Vertragsfußballspieler tätig...

Klitzpera: Ja, dort bin ich im Spielerrat und vertrete die Interessen und Anliegen der Zweitligaspieler.

SPOX: ...und engagieren sich sozial bei den Aachener Engeln und sind in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Welche Aufgaben haben Sie dort?

Klitzpera: Das ist mir eine Herzensangelegenheit. Mit den Aachener Engeln gehen wir in Krankenhäuser und unterstützen Kinder, die nicht so viel Glück im Leben haben. Sich in der Knochenmarkspenderdatei zu registrieren, kann ich nur jedem empfehlen, denn sie können damit vielleicht ein Menschenleben retten.

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Interview: Stefan Günther

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