Gefangen im Teufelskreis

Von Viktoria Noll
Montag, 05.01.2009 | 18:33 Uhr
Lars Bender (l.) sieht seine Zukunft in München
© Getty
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Venlo

Der TSV 1860 München musste sich erneut von einem Talent trennen. Mittelfeldmann Timo Gebhart verließ die Löwen in Richtung VfB Stuttgart. Die Ablösesumme kann indes wieder nicht so genutzt werden, wie es der Verein gerne hätte. Für das langfristige Ziel Aufstieg muss jedoch in neue Spieler investiert werden.

Auf eine Sache konnte sich 1860 immer verlassen: den Nachwuchs. Die vorbildliche Arbeit im Jugendbereich bewahrte die Löwen schon das ein oder andere Mal vor der drohenden Pleite.

Bei der diesjährigen U-19-Europameisterschaft standen vier Nachwuchs-Kicker aus München im Kader. Timo Gebhart, die Zwillinge Lars und Sven Bender und Florian Jungwirth spielten eine wichtige Rolle beim Gewinn des Europameistertitels. Timo Gebhart reiht sich in eine lange Liste von Talenten ein, die 1860 teuer verkaufen konnte.

Bierofka machte den Anfang

Angefangen mit Daniel Bierofka, der 2002 für 4,2 Millionen Euro nach Leverkusen transferiert wurde. "Ich bin damals auch gegangen worden", so Bierofka, der inzwischen zu den Löwen zurückgekehrt ist. Er wäre damals schon gerne geblieben, aber 60 brauchte das Geld dringender.

Denn die Ablösesumme wurde keinesfalls in neue Spieler investiert, sondern sicherte die Lizenz für die folgende Saison. Der Abstieg in die Zweite Liga bedeutete den nächsten Einschnitt. Benny Lauth und Andreas Görlitz brachten dem Verein 6,6 Millionen Euro.

Nach der drohenden Insolvenz 2006 mussten Matthias Lehmann, Daniel Baier und Marcel Schäfer den Klub verlassen. Aber auch dieses Geld diente nicht der Verstärkung des Kaders, sondern der Absicherung, in der Allianz Arena spielen zu können.

Reuter entschuldigt sich für Gebhart-Transfer

Das jüngste Beispiel ist nun Timo Gebhart. Sein Wechsel zum VfB Stuttgart bringt dem Verein 3,2 Millionen Euro. Eigentlich viel Geld für einen Zweitliga-Verein, aber nicht, wenn die Summe nur dazu dient, eine mögliche Strafe für ein Lizenz-Vergehen abzuwenden. Hinzu kommt natürlich die monatliche Belastung von rund 400.000 Euro Miete für die ungeliebte Spielstätte der Löwen.

In der "Abendzeitung" entschuldigte sich sogar Manager Stefan Reuter für den Transfer: "Wir konnten aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht anders, als ihn zu verkaufen." 

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Der Verkauf von Gebhart bedeutet aber auch, dass dem Klub die Talente nun langsam ausgehen. Einzig die Bender-Zwillinge bieten noch ein gewisses Kapital.

Lars Bender, der nach einer Verletzung gerade erst das Training wieder aufnehmen konnte, sieht sich und seinen Bruder laut "Abendzeitung" jedoch nicht als nächsten Zwangsverkauf: "Wir glauben nicht, dass wir die nächsten sind, die wechseln. Wir sind auch nächste Saison noch hier. Bevor ich in der Ersten Liga versauere, spiele ich lieber in der Zweiten Liga."

Selbst wenn die Bender-Zwillinge auch in der nächsten Saison noch für den TSV auflaufen sollten, bleibt der Teufelskreis, in dem sich der Klub befindet, bestehen. Mit den Millionen-Einnahmen werden immer wieder die finanziellen Löcher gestopft - Investitionen in neue Spieler bleiben auf der Strecke und damit auch eine gesicherte sportliche Qualität.

"Wiederaufstieg bis 2010"

Die lang ersehnte Rückkehr in das Oberhaus scheint in immer weitere Ferne zu rücken. Stattdessen haben die Löwen einen Platz im Mittelfeld abonniert. Reuter ist die Situation natürlich bekannt. "Es war und ist unser Ziel, die Mannschaft Schritt für Schritt zu verstärken, um bis zu unserem 150. Jubiläum 2010 den Wiederaufstieg in die Bundesliga zu realisieren", so der Manager in einer offiziellen Erklärung. Deshalb werde 1860 auch in der Winterpause nach Ersatz für Gebhart suchen.

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Viel Zeit bleibt Reuter nicht, den Kreativpart im Mittelfeld neu zu besetzen. Trainer Marco Kurz fordert laut "tz" noch vor Beginn des Trainingslagers am kommenden Wochenende einen Ersatz ein: "Es muss das Ziel sein, möglichst bald was zu realisieren, um die Lücke schließen zu können."

Untätigkeit kann Reuter bislang nicht vorgeworfen werden. Die Verhandlungen mit Sascha Rösler laufen bereits auf Hochtouren. Der bei Borussia Mönchengladbach ausgemusterte Ex-Löwe soll bereits in dieser Woche zu seinem alten Verein zurückkehren.

Kommt Rösler ablösefrei?

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl zeigte sich gegenüber der "Abendzeitung" durchaus verhandlungsbereit: "Wir werden Sascha keine Steine in den Weg legen. Allerdings müssen die Löwen erstmal mit dem Spieler klar kommen, dann werden sich die Vereine schon irgendwie einigen." Da der 31-Jährige bei der Borussia aber keine Zukunft mehr hat, könnte er wohl ablösefrei wechseln.

Für einen anderen Löwen stehen die Zeichen hingegen auf Abschied. Mustafa Kucukovic absolviert derzeit ein Probetraining beim französischen Erstligisten Grenoble Foot. Der 22-Jährige, der wegen Disziplinlosigkeit bereits aus dem Profikader gestrichen wurde, soll zumindest noch eine angemessene Ablöse bringen.

Sollte sich nicht in absehbarer Zeit etwas ändern, wird sich die Lage weiter verschärfen. Vor allem von Seiten der Fans erhält der Verein eine Menge Gegenwind. Zum Trainingsauftakt erschienen gerade einmal 100 Fans, von den rückläufigen Zuschauerzahlen in der Allianz Arena ganz zu schweigen.

Um die blauen Anhänger bei Laune zu halten, hilft wohl nur der Aufstieg. Aber dazu müsste 60 aus dem finanziellen Teufelskreis ausbrechen. Das scheint bei den Löwen in absehbarer Zeit jedoch nicht möglich zu sein.

Der Kader von 1860 München

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