Nach dem Derby wird geputzt

Von Richard Rother
Samstag, 20.10.2007 | 18:26 Uhr
© Getty
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München - Da waren sich ein Wehener und ein Mainzer mal einig: "Wir brauchen dringend eine Putzfrau". Marco Rose und Sandro Schwarz sind WG-Kollegen und stehen sich beim Derby auf dem Platz gegenüber. 

Je nachdem, wer den anderen vom Feld putzt, muss anschließend Aufbauarbeit leisten. Der Gewinner spendiert ein Essen - verputzt wird es gemeinsam.

Beim ersten Zweitliga-Derby (So., 14 Uhr im LIVE-Ticker und bei Premiere) zwischen den beiden Landeshauptstädten müssen die Gäste nur wenige Kilometer über den Rhein anreisen und dürfen Wiesbadens neuen Fußball-Tempel einweihen, die Brita-Arena.

Die 13.000 Zuschauer im provisorischen Konstrukt aus Stahlrohrtribünen kommen allerdings nicht in den Genuss eines Highlights, dem direkten Duell der beiden Topscorer der Liga. Der Mainzer Daniel Gunkel fällt aus, während Wehens Maximilian Nicu auflaufen wird.

Häme vom anderen Ufer 

Auch wenn die Klubs der beiden benachbarten Landeshauptstädte in Harmonie schwelgen, bringt es der Mainzer Trainer Jürgen Klopp auf den Punkt: "Wenn wir verlieren, gibt's Häme."

Seit vier Spielen ist der beste Aufsteiger ungeschlagen und rangiert derzeit auf einem Aufstiegsplatz. Absteiger Mainz liegt nur einen Punkt hinter den Gastgebern auf Rang fünf, so dass das rheinische Derby überraschend zum Top-Spiel des Spieltages avanciert.

Doch nicht nur in Wiesbaden geht es heiß her - auch die weiteren Sonntagsspiele bieten Spiel, Spaß und Spannung. 

1860 - Greuther Fürth

Brüllen für die Löwen: Mehr als 60.000 Zuschauer werden in der Allianz-Arena zum bayrisch-fränkischen Derby zwischen 1860 München und der SpVgg Greuther Fürth erwartet.

Nach der 0:3-Heimklatsche in der vorigen Saison haben die Münchner einiges gutzumachen. Die Fakten sprechen für die Heim-Mannschaft um Top-Torjäger Antonio di Salvo. 1860 ist in der laufenden Spielzeit daheim unbesiegt, während die Gäste nur zwei Treffer in vier Auswärtsspielen erzielten.

"Die Mannschaft wird sich vor so einer super Kulisse zerreißen", sagt Kurz. Der Coach kann rechtzeitig wieder auf Berkant Göktan und Mate Gwinianidze zurückgreifen. Bruno Labbadia, Trainer der Kleeblättler, will die Herausforderung vor toller Kulisse nutzen und in der Tabelle an den Löwen vorbeiziehen.

Erzgebirge Aue - FC Augsburg

"Dort ist das Wetter schlechter als hier", meinte Augsburgs Trainer Ralf Loose vielsagend vor dem Auswärtsspiel in Aue. Nicht nur das Wetter, auch die Stimmung dürfte auf dem Tiefpunkt sein, denn nach fünf sieglosen Spielen in Folge sind die Gastgeber auf einen Abstiegsrang abgerutscht.

Dabei hatten die Veilchen in der vorigen Saison an der Bundesliga-Pforte angeklopft. "Wir haben uns selbst in diese Situation gebracht. Ein Sieg gegen Augsburg ist Pflicht", kündigte Mittelfeldspieler Florian Heller ein kampfbetontes Spiel an.
Die Schwaben rangieren derzeit mit nur einem Punkt mehr auf Position 14 und brauchen ebenfalls den Dreier, um nicht wieder in den Abstiegskampf verwickelt zu werden.

Die Gäste reisen stark geschwächt an, denn mit Imre Szabics, Mamadou Diabang und Froylan Ledezma fällt fast die komplette Sturmabteilung aus. Bisher konnte der FC auswärts in der laufenden Saison nur einen einzigen Punkt holen.SC

Freiburg - St. Pauli

Eine "ganz schwierige Aufgabe" erwartet SC-Trainer Robin Dutt. Gegen St. Pauli will der Vierte der Liga daheim eine weiße Weste behalten und kann dafür wieder auf Mittelfeldspieler Jonathan Pitroipa setzen, der seine entzündete Sehnenverletzung auskurieren konnte.

St.-Pauli-Trainer Andre Trulsen hat ein Luxus-Problem, denn er kann aus dem Vollen schöpfen. Der Aufsteiger rangiert mit zwölf Punkten derzeit auf Position zwölf, während die Breisgauer mit einem weiteren Heimsieg weiter in Richtung 1. Liga schielen dürfen.

FC Carl Zeiss Jena - SC Paderborn

Mehr Kellerduell geht nicht! Der SC Paderborn ist in der laufenden Spielzeit sieglos, daheim konnte lediglich ein Pünktchen eingefahren werden. Auch die Gäste verbuchen erst einen Dreier und sind mit fünf Punkten als Vorletzter weit von einem Nichtabstiegsplatz entfernt.

Doch der Trend spricht für die Thüringer, denn aus den letzten drei Spielen konnten immerhin vier Zähler geholt werden. "Wir dürfen nicht blind nach vorne laufen", kündigte Paderborns Trainer Holger Fach an und fügte hinzu: "Das Team ist gefestigt".

Die 6000 Fans, die ihre Mannschaft über eine Freikartenaktion unterstützen sollen, hoffen, dass der Coach mit "gefestigt" nicht den Tabellenplatz meinte. Und die Vereinsführung hofft, mit einem Sieg die Karten in Bälde wieder kostenpflichtig absetzen zu können.

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