Fussball

Der genialste Körperklaus des Turniers

Von SPOX
Manuel Neuer ins Tor zu stellen, wäre eine Beleidigung. Wir haben ihn ein wenig vorgezogen
© getty

Die WM 2014 ist Geschichte - doch ihre Helden bleiben in Erinnerung. SPOX hat die Top-11 des Turniers zusammengestellt. Mit dabei: Das ewige Mysterium Thomas Müller und der ekelhafteste aller Gegenspieler. Auch dabei: Kolumbiens Bomber, Brasiliens tragischer Held und: der Chef.

Manuel Neuer (Deutschland, SPOX-Durchschnittsnote 2,4): Sein riskantes aber geglücktes Torwartspiel gegen Algerien brachte ihm eine Menge Lob und haufenweise Running Gags ein. Gegen Frankreich und selbst beim Stand von 5:0 gegen Brasilien zeichnete er sich auch auf der Linie mit mehreren spektakulären Reflexen aus. Offiziell bester Torwart des Turniers. Und schon vor der WM: Bester Torwart der Welt.

Philipp Lahm (Deutschland, 2,8): Hat seiner Karriere endlich die verdiente Krone aufgesetzt: Reckte als Deutschlands Kapitän den WM-Pokal in die Höhe und steht damit auf einer Stufe mit Kaiser und Co. Begann im Mittelfeld, war im späteren Turnierverlauf aber als Rechtsverteidiger noch wertvoller. Seine womöglich letzte WM war seine beste.

Ezequiel Garay (Argentinien, 2,9): Nach Mascherano der zweitwichtigste Faktor im argentinischen Defensivverbund. Resolut im Zweikampf, im Kopfballduell kaum zu überwinden. Bildete mit Martin Demichelis das womöglich beste Innenverteidiger-Duo der K.o.-Runde. Bis Mario Götze zu zaubern begann.

Mats Hummels (Deutschland, 2,5): Im Finale überragte Jerome Boateng den vollkommen ausgelaugten Hummels deutlich, doch der Dortmunder war über das Turnier hinweg konstanter. Souverän in der Vorrunde, Glanzleistung im Viertelfinale gegen Frankreich - inklusive Siegtor. Überzeugte (mit Ausnahme des Finals) einmal mehr mit genialem Stellungsspiel, das ihn nur selten in Zweikämpfe zwang.

Ron Vlaar (Niederlande, 2,9): Passt nicht ganz auf die Linksverteidiger-Position. Muss er aber, weil Lahm rechts spielt. Grätschte präzise und gekonnt auf dem brasilianischen Rasen herum, dass manch ein Gegenspieler verzweifelte. Steigerte sich zum Ende hin nochmal und glänzte mit zwei starken Auftritten gegen Argentinien und Brasilien.

Javier Mascherano (Argentinien, 2,7): Wachhund, Wadlbeißer und womöglich einer der ekelhaftesten Gegenspieler (Lob!), wenn man selbst auf dem Platz steht. Dirigierte seine Defensive gewissenhaft und war einer der Garanten dafür, dass Argentinien ohne Gegentor durch die K.o.-Runde marschierte - bis Mario Götze zu zaubern begann. Trotzdem: Ohne Mascherano wäre Argentiniens Taktik nicht möglich bzw. nicht erfolgsversprechend gewesen.

Bastian Schweinsteiger (Deutschland, 2,4): Gegen Portugal ging es noch ohne ihn. Doch schon bei seiner Einwechslung gegen Ghana zeigte Schweinsteiger, wozu er trotz mangelnder Fitness imstande ist. Seine Leistung im Finale war geschichtsträchtig. Schleppte sich 15,3 km über den Rasen, musste mehr einstecken als jeder andere und bewies trotzdem eisernen Willen. Gut zwei Jahre nach dem tragischen Elfmeter gegen Petr Cech lieferte er sein Meisterstück ab. Chefchen? Am Arsch. Chef!

Neymar (Brasilien, 2,7): Tragischer Held. Unnötig zu diskutieren, ob er die Blamage gegen Deutschland hätte verhindern können. Bis dahin war er jedoch der entscheidende Faktor bei Brasilien. Wurde den unfassbaren Erwartungen gerecht und schoss sein Team im Alleingang ins Achtelfinale.

James Rodriguez (Kolumbien, 2,1): Absolvierte zwei Spiele weniger als viele seiner Konkurrenten und schnappte sich trotzdem die Torjägerkrone. Gewann die Partien gegen Japan und Uruguay quasi im Alleingang - letztere mit einem der spektakulärsten WM-Treffer der jüngeren Geschichte. Kann sich seinen neuen Klub im Sommer wohl aussuchen.

Arjen Robben (Niederlande, 2,3): Vom Glasknochen zum unkaputtbaren Dauersprinter. Sein Turbolauf - genauer: die läuferische Demütigung von Sergio Ramos - gegen Spanien definierte das Adjektiv "unwiderstehlich" neu. Überragte auch gegen Australien und Chile, holte gegen Mexiko und Brasilien wichtige Elfmeter heraus. Und Lionel Messi bekommt den Goldenen Ball - logisch...

Thomas Müller (Deutschland, 2,2): "Den Scheiß Goldenen Schuh kannst dir hinter die Ohren schmieren!" Recht hat er. War mit seinen fünf Toren maßgeblich an Deutschlands Triumph beteiligt. Wie er mit einem derartigen Bewegungsablauf so erfolgreich sein kann, bleibt eines der größten Mysterien der WM-Geschichte. Verdient sich den inoffiziellen Titel "genialster Körperklaus des Turniers".

Deutschlands Weg durch das Turnier

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