Italiens Giorgio Chiellini im Porträt

Naturgewalt mit Köpfchen

Freitag, 20.06.2014 | 12:18 Uhr
Giorgio Chiellini peilt mit Italien den fünften WM-Titel an
© getty
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Bundesliga
Fr23:00
Die Highlights des Eröffnungsspiels: FCB-B04
Primera División
Leganes -
Alaves
First Division A
Lüttich -
Zulte Waregem
Ligue 1
Metz -
Monaco
Championship
Burton Albion -
Birmingham
Primera División
Valencia -
Las Palmas
J1 League
Gamba Osaka -
Kashiwa
Championship
Sheffield Utd -
Barnsley
Premier League
Swansea -
Man United
CSL
Shanghai Shenua -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Liverpool -
Crystal Palace
Ligue 1
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Juventus -
Cagliari
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Brom (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
West Ham (Delayed)
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
La Coruna -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia

Die Nationalmannschaft Italiens kämpft gegen Costa Rica (18 Uhr im LIVE-TICKER) um den vorzeitigen Achtelfinaleinzug. Während andere Spieler dabei das Rampenlicht auf sich ziehen, sorgt Giorgio Chiellini dafür, dass das System von Trainer Cesare Prandelli funktioniert. Der 29-jährige Abwehrchef glänzt mit seiner Vielseitigkeit - und das nicht nur auf dem Platz.

"Er ist eine Naturgewalt. Ein universell einsetzbarer Spieler, den jeder Trainer gerne in seiner Mannschaft hätte. Er ist von einem anderen Planeten, kann drei Spieler gleichzeitig verteidigen."

Es waren klangvolle Worte, die Inter-Trainer Walter Mazzarri wählte, als er den Abwehrchef der Squadra Azzurra einst beschrieb. Und doch sind es zumeist Spieler wie Andrea Pirlo oder Mario Balotelli, die vielen beim Gedanken an die italienische Nationalmannschaft zuerst in den Kopf schießen.

Verübeln kann man dies niemandem, handelt es sich zweifelsohne um großartige Spieler, die eine Partie jederzeit entscheiden können. Abwehrspieler hingegen geraten lediglich selten in den Fokus der breiten Masse und dies zumeist nur dann, wenn sie Partien im negativen Sinn entscheiden.

Nein, der auffälligste Akteur ist Giorgio Chiellini nun wahrlich nicht. Dass dies jedoch nicht zwangsläufig ein Makel sein muss, sondern viel mehr eine Auszeichnung, veranschaulicht der Abwehrspieler auf eindrucksvolle Art und Weise.

Die gute alte Schule...

Sowohl am Mann als auch in der Luft gehört der 29-Jährige zur absoluten Weltspitze. Er ist ein Verteidiger der alten italienischen Schule, der Beweis, dass es diese noch immer gibt. Zwar zählt er nicht zu den technisch versiertesten oder gar schnellsten Spielern seiner Generation, weiß dies jedoch durch sein Stellungsspiel sowie sein Spielverständnis mehr als auszugleichen.

Trotz seines stets freundlichen und offenen Auftretens, welches ihm abseits des Spielfeldes den Ruf als Gentleman eingebracht hat, ist er auf dem Platz kein Kind von Traurigkeit und bewegt sich mit seinem körperbetonten Spiel gerne in der einen oder anderen Grauzone. Sein unbändiger Wille, seine Aufopferungsbereitschaft und eben jene Härte ließen ihn über die Jahre zu einem wichtigen Eckpfeiler der Squadra Azzurra werden.

Für den Erfolg Italiens ist er deshalb inzwischen nicht nur von unschätzbarem Wert, sondern praktisch unverzichtbar. Er sorgt für Stabilität und verfügt mit seiner Vielseitigkeit über einen weiteren entscheidenden Vorzug. Ob in der Innenverteidigung oder als linker Außenverteidiger, Chiellini kann beide Rollen ausüben.

Natürlich sind andere Abwehrspieler ebenso in der Lage, beide Positionen zu bekleiden, allerdings kann der Akteur von Juventus sie auch entsprechend ausfüllen. Eine Fähigkeit, die ihn zum idealen Verteidiger in einer Vierer- beziehungsweise Dreierkette und damit für das System von Trainer Cesare Prandelli werden lässt. Der Schlüssel zu dieser Variabilität liegt dabei in seiner Vergangenheit.

Fußball nur zweite Wahl

Ein Überflieger war der in Pisa geborene Linksfuß, der als Kind viel lieber Basketball-Profi geworden wäre und noch heute ein großer Fan der Los Angeles Lakers ist, im Verlauf seiner Karriere nie. Seine Entwicklung ist viel mehr von Kontinuität und einem extrem hohen Arbeitseifer geprägt.

"Ich denke, für einen jungen Spieler ist es am Anfang seiner Karriere besser, in den unteren Ligen Erfahrungen zu sammeln. Man muss jede Stufe der Leiter erklimmen und den Blick nach oben richten", beschreibt Chiellini seine Laufbahn, die inzwischen mehr als zwanzig Jahre umfasst.

Seine gesamte Jugend verbrachte der Nationalspieler dabei beim AS Livorno, wo er im Alter von sechs Jahren mit dem Fußballspielen begann. Ausgebildet als linker Verteidiger, lief er bereits zehn Jahre später sporadisch für die erste Mannschaft in der dritten Liga auf.

Trotz der wachsenden Belastung durch die Kombination aus Fußball und schulischer Laufbahn, die, wie er stets betont, sehr wichtig für ihn war, entwickelte er sich nach und nach zu einem Leistungsträger Livornos. Sei es der Aufstieg in die Serie A, der Titel bei der U-19-Europameisterschaft, die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Athen oder gar der Verdienstordens der Italienischen Republik, Chiellinis Eifer zahlte sich aus.

Talent ist nicht alles

Und so folgte im Jahr 2004 der bisher letzte große Schritt seiner Karriere: Für den damals 20-Jährigen ging es nach Turin. Rund 6,5 Millionen Euro waren Juventus zu diesem Zeitpunkt seine Dienste wert. Durch die starke Konkurrenz und um ihn langsam an das Level der Serie A heranzuführen, verliehen die Verantwortlichen ihn jedoch direkt an den AC Florenz.

Chiellini, dessen größtes Vorbild die bei einem Autounfall verstorbene Juventus-Legende Gaetano Scirea ist - über den er zusammen mit dem Journalisten Pierangelo Sapegno sogar ein Buch schrieb -, nutzte die sich bietende Möglichkeit, überzeugte und kehrte bereits zur nächsten Spielzeit zurück.

"Motivation und Wille sind zwei fundamentale Aspekte, die sogar wichtiger als naturgegebenes Talent sind. Opfer helfen bei der Entwicklung, egal an welchem Punkt der Karriere man sich gerade befindet", so Chiellini, der den Fußball liebt, allerdings auch in einem nicht minder großen Maß arbeitet.

Vielseitigkeit auch abseits des Platzes

Mit Opfern dürfte er sich indes gut auskennen. Während die meisten Kollegen die Videospielkonsole bevorzugen oder sich anderweitig amüsieren, verbrachte Chiellini seine freie Zeit oft über Büchern. Zwar ist er selbst ein begeisterter Konsolenspieler und Technikfreak, allerdings verfolgte er ein Ziel, welches mit Fußball eher wenig zu tun hatte. In einer Zeit, in der er bei der Nationalmannschaft und Juventus zum Leistungsträger avancierte, studierte er an der Universität von Turin Betriebswirtschaft.

"Ich wollte stets eine Alternative zum Fußball haben. Die Studienrichtung habe ich gewählt, weil mir Mathematik viel Freude bereitet und die Finanzwelt, der Handel mich fasziniert", so der 29-Jährige, der im Juli 2010 mit hervorragenden 109 von 110 möglichen Punkten seinen Abschluss erlangte.

Er charakterisiert sich selbst als äußerst rational, investiert in Immobilien und verfügt ferner auch über ein großes soziales Engagement. Privat setzt er sich für sozial benachteiligte Menschen sowie Kinder und Jugendliche mit körperlicher oder geistiger Behinderung ein.

Zwar lässt sich auf dem Platz anhand seiner Herangehensweise mitunter über seine Rationalität diskutieren, allerdings nicht über seine Leistung. Parallel zu seinem Studium wurde er von 2008 bis 2010 dreimal am Stück zum besten Verteidiger der Serie A gewählt - eine reife Leistung.

Der letzte Schritt...

Großen Anteil daran hatte vor allem der neue Juve-Trainer Didier Deschamps, der das Ruder nach dem Zwangsabstieg 2006 übernahm und den Außenverteidiger endgültig ins Abwehrzentrum verschob. Eine Entscheidung von der Chiellini, Juventus und nicht zuletzt die Nationalmannschaft noch heute profitieren.

Was in seiner Karriere bisher jedoch fehlt, ist ein großer internationaler Titel. Zwar konnte er mit Juventus bereits drei Meisterschaften sowie zweimal den Superpokal gewinnen, allerdings gab es weder auf Vereinsebene noch mit der Nationalmannschaft den erhofften Erfolg. Nach dem Debakel in Südafrika und der starken Europameisterschaft 2012 soll es nach dem Auftaktsieg gegen überraschend starke Three Lions nun endlich klappen.

Alle Infos zu Italien

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung