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Frankreich - Ukraine 3:0

Ribery führt Frankreich nach Brasilien

Dienstag, 19.11.2013 | 18:31 Uhr
Karim Benzema und die Franzosen fahren letztlich doch zur WM - auch dank des Stürmers
© getty
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Dank eines überragenden Franck Ribery haben sich die Franzosen mit einem 3:0 (2:0) im Playoff-Rückspiel gegen Ukraine doch noch für die Weltmeisterschaft in Brasilien qualifiziert.

Vor 80.000 Zuschauern im Stade de Frances brachte Mahmadou Sakho in der 22. Minute die L'Equipe Tricolore in Front. Noch in der ersten Hälfte egalisierte Karim Benzema aus stark abseitsverdächtiger Position das Hinspielergebnis (34.).

Kurz nach der Pause flog Yevhen Khacheridi mit Gelb-Rot vom Platz. In der 72. Minute besorgte Sakho mit seinem zweiten Treffer das 3:0 für die Franzosen, die sich trotz der 0:2-Pleite im Hinspiel für die WM am Zuckerhut qualifizierten.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff:

Didier Deschamps änderte sein Team im Vergleich zum Hinspiel auf fünf Positionen. Remy, Nasri, Abidal und Giroud nur auf der Bank, Koscielny fehlt gesperrt. Dafür stehen Cabaye, Valbuena, Sakho, Varane und Benzema in der Startelf. Frankreich im 4-3-3-System etwas offensiver als in Kiew.

Auch die Ukraine muss zwei gesperrte Spieler ersetzen. Mandzuik beginnt für Kucher, Rakitskiy rückt für Fedetskyy rein. Außerdem bringt Coach Fomenko im Vergleich zum 2:0 vor vier Tagen Bezus für Stepanenko ins Team.

3.: Wilder Auftakt der Franzosen! Erst setzt sich Ribery auf links schön durch, seine flache Hereingabe wird geradeso geklärt. Die Ecke führt der Bayern-Star höchstpersönlich aus. Die Ukrainer können nicht entscheidend klären, über Benzema kommt die Kugel wieder zu Ribery - doch sein Schuss aus halblinker Position fischt Pyatov aus dem Eck.

8.: Ecke von rechts, Valbuena bringt die Kugel gefährlich in die Mitte, wo Pogba am höchsten steigt. Doch sein Kopfball geht knapp über dern Kasten von Pyatov.

22., 1:0, Sakho: Freistoß aus dem Halbfeld für die Franzosen. Schwach getreten, aus dem Rückraum feuert Ribery die Kugel auf die Hütte, Pyatov kann nicht festhalten und Sakho ist per Abstauber zur Stelle. Wieder WM-Hoffnung für die Franzosen.

30.: 2:0! Nein, doch nicht. Ribery zieht von rechts in die Mitte und schlägt den Ball halbhoch auf den zweiten Pfosten. Pyatov greift vorbei, Benzema drückt die Kugel über die Linie - aber Abseits. Klare Fehlentscheidung der Unparteiischen.

34., 2:0, Benzema: Jetzt zählt's. Wieder durcheinander in der ukrainischen Hintermannschaft, Debuchy zieht von der Strafraumgrenze ab. Über Umwege fällt Benzema der Ball vor die Füße, der dann eiskalt bleibt und einschiebt. Allerdings stand er diesmal deutlich im Abseits.

45.: Kurz vor dem Halbzeitpfiff die erste große Chance für die Gäste. Nach einer Ecke von rechts herrscht diesmal im französischen Strafraum großes Durcheinander. Konoplyanka steht am zweiten Pfosten blank, Debuchy klärt für den geschlagenen Lloris auf der Linie. Glück für Frankreich.

50., Gelb-Rot, Khacheridi: Wieder ist es Ribery mit einem beherzten Antritt, der aber humorlos von Khacheridi beendet wird. Der hatte in der ersten Hälfte schon Gelb gesehen und darf nun frühzeitig Duschen gehen.

51.: Immer wieder Ribery! Der 30-Jährige ist kaum zu stoppen. Zieht von links wieder in den Strafraum und bedient dort den eingelaufenen Matuidi. Doch der trifft den Ball nicht richtig und jagt das Ding aus kurzer Distanz am Kasten vorbei.

58.: Das muss eigentlich das 3:0 sein! Ribery bedient Benzema im Strafraum, der steht relativ frei vor Pyatov, haut das Leder mit links aber in den zweiten Rang. Da war viel mehr drin.

70.: Erste gefährliche Aktion der Ukraine im zweiten Durchgang. Rakitskyi kommt im Strafraum an den Ball und schließt direkt ab. Sakho bringt den Fuß dazwischen und macht es so gefährlich, doch Lloris ist zur Stelle.

72., 3:0, Sakho: Das ist unfassbar! Die Ukraine bekommt die Kugel wieder nicht aus dem Strafraum, wieder schließt Ribery von der Strafraumgrenze ab und wieder landet die Kugel irgendwie im Netz. Wieder drückt Sakho das Ding am zweiten Pfosten über die Linie. Keine Chance für Pyatov.

Fazit: Verdienter Sieg der Franzosen, die nicht unbedingt spielerisch, aber leidenschaftlich glänzen konnten. Erschreckend schwache Vorstellung dagegen von den Ukrainern, die in der Offensive nichts zu bieten hatten.

Der Star des Spiels: Im Hinspiel noch der Sündenbock, gab Franck Ribery im Rückspiel die richtige Antwort. Fast wie bei den Bayern: Ribery wirbelte, trickste und war gefährlichster Akteur auf dem Platz. Sinnbild für seine überragende Leistung war die Entschlossenheit vor dem 3:0. Ein klares Statement des 30-Jährigen.

Der Flop des Spiels: Andryi Yarmolenko war in Kiew der Matchwinner und Sinnbild des ukrainischen Sieges. Im Parc de Prince aber enttäuschte der 23-Jährige auf der ganzen Linie. Keine einzige gefährliche Aktion, nur knapp 17 Prozent seiner Zweikämpfe gewann er. Ganz schwacher Auftritt.

Der Schiedsrichter: Damir Skomina (Slowenien) zeigte eine durchwachsene Vorstellung . Versuchte gleich zu Beginn die übertriebene Härte der Gäste mit einer frühen gelben Karte zu unterbinden. Hätte nach zehn Minuten aber durchaus mehr als einen gelben Karton zeigen müssen. Völlig falsch lag das Gespann in der 30. Minute, als sie Benzema in Abseits wähnten. Nur vier Minuten später hätte der Treffer dann aber auf keinen Fall zählen dürfen, da der Real-Stürmer klar im Abseits stand. Die gelb-rote Karte für Khacheridi war absolut vertretbar. Ansonsten nicht immer mit einer klaren Linie bei den persönlichen Strafen.

Das fiel auf:

  • Die Franzosen begannen in den ersten Minuten mit viel Leidenschaft und Enthusiasmus. Besonders durch Standards waren Les Blues in den ersten Minuten gefährlich. Die Fomenko-Elf reagiert mit teils überharten Tacklings und versuchte - wie schon im Hinspiel - so den französischen Spielfluss zu stören.
  • Spielerisch war von der Equipe in der ersten Hälfte abermals wenig zu sehen, aber immerhin der Einsatz stimmte. Vor allem Ribery drehte phasenweise auf seiner linken Seite auf und setzte sich eins ums andere Mal gefährlich durch. Die Umstellung auf das 4-3-3 zeigte Wirkung, die Franzosen waren deutlich variabler.
  • Die Ukraine verständlicherweise sehr defensiv eingestellt, kam aber mit dem Spiel der Franzosen überhaupt nicht klar. Vor allem nach Standards teilweise vogelwildes Abwehrverhalten. Offensiv fiel den Gästen gar nichts ein, um die Franzosen auch nur im Ansatz unter Druck zu setzen.
  • Deschamps stellte seine Elf im Vergleich zum 0:2 in Kiew ordentlich um und das zeigte Wirkung: Valbuena war sehr aktiv und fast immer anspielbar. Auch das junge Innenverteidiger-Duo Varane und Sakho hatte die Lage stets im Griff und wirkten sehr souverän.

Frankreich - Ukraine: Die Statistik zum Spiel

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