Pressestimmen zum WM-Viertelfinale

Provozieren will gelernt sein

SID
Samstag, 03.07.2010 | 13:32 Uhr
Eine der vielen "Zusammenkünfte" beim hitzigen Duell zwischen Brasilien und den Niederlanden
© Getty
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Brasilien trauert und darf sich auch noch Häme aus Argentinien gefallen lassen. Die niederländische Presse feiert die mentale Stärke ihrer Helden. Ganz Afrika fühlt sich verschaukelt - und in Uruguay kriegt man sich vor Verzückung überhaupt nicht mehr ein.

URUGUAY - GHANA (1:1, n.V., 4:2 i.E.)

URUGUAY

El Pais: "Himmelblaues Wunder im teuflischen Elfmeterschießen. Uruguay unter den besten Vier der Welt."

El Observador: "Völlig verrückt. Ganz Uruguay ist außer sich. Seid umarmt, Seleccion!"

El Espectador: "Uruguay hat eine neue Geschichte im Fußball. Und erneut war es ein episches Drama, um die Story größer, schöner, heroischer zu machen."

GHANA

Ghanaweb: Ghana vergibt in dramatischer Weise seine Chance. Die Stars hatten alle Chancen, den historischen Einzug ins Halbfinale zu schaffen. Doch das Schicksal war nicht auf ihrer Seite.

Daily Graphic: "Uruguay beendet den Traum der Stars. Bei einer herzzerreissenden Erfahrung waren die Ghanaer ritterliche Verlierer."

Ghanaian Times: "Den Stars entgleitet die Geschichte. Es war ein sehr schmerzhaftes Ausscheiden. Jeder mit afrikanischem Blut in seinen Adern war vor diesem Spiel euphorisch. Hoffentlich wird jetzt niemandem die Schuld zugeschoben. Unser Jungs haben eine Schlacht bestritten und Ansehen gewonnen."

The Daily Guide: "Die Sterne brechen Herzen. Afrikas Führer inklusive Nelson Mandela haben die Black Stars unterstützt. Aber am Ende siegen die Südamerikaner.

SÜDAFRIKA

Citizen: "Ghana bitter enttäuscht! Uruguay war erneut der Spielverderber und beendete Ghanas WM-Traum in einer dramatischen Nacht in Soccer City. Gyan hätte seine Mannschft ins Halbfinale schießen können, doch er schenkte Uruguay ein zweites Leben. Sebastian Abreu brach die Herzen eines gesamten Kontinents."

Saturday Star: "Afrika trauert. Ghana trug die Hoffnungen eines gesamten Kontinents und hinterließ eine am Boden zerstörte Masse in grün, gelb und rot. Das Aus kam in der Elfmeter-Lotterie. Als Gyan zum Elfmeter antrat, machte sich ganz Afrika zum Feiern bereit - dann traf er die Latte und Uruguay gewann."

Argus: "Betrug! Afrika wurde bestohlen."

NIEDERLANDE - BRASILIEN (2:1)

NIEDERLANDE:

De Telegraaf: "Weltklasse, mental eisenstark - Oranjehelden legen Brasilien auf die Knie. Der Weg zum ersten WM-Finale seit 1978 ist frei. Wer kann diese Elf auf der Jagd nach Gold stoppen? Die niederländische Elf hat bei dieser WM das Unmögliche wahrgemacht und auf Kosten des fünffachen Weltmeisters Brasilien das Halbfinale erreicht."

NRC Handelsblad: "Die niederländische Elf hat das Provozieren gelernt. Nicht mit schönem Spiel, aber mit mentaler Stärke hat sie das Halbfinale erreicht. Oranje zeigte ein Löwenherz und besiegt Brasilien."

De Volkskrant: "Mit Charakter Brasilien besiegt - das war eine berauschende zweite Halbzeit. Vor der Pause spielte Niederlande erbärmlich. Vier Jahre nach dem Ausscheiden gegen Portugal bei der WM 2006, als Oranje ausrastete, und zwei Jahre nach der Eliminierung durch Russland nach einem totalen Blackout-Tag, zeigte Oranje seine mentale Reife."

BRASILIEN

O Globo: "Eine verwüstete Selecao, geschlagen von den eigenen Nerven. Brasilien war im zweiten Durchgang nicht mehr wiederzuerkennen."

Estado de Sao Paulo: "Brasilien gerät in Panik und sagt der Hexa Adeus."

Zero Hora: "Das Team ging an der holländischen Kaltschnäuzigkeit zugrunde. Hoffentlich holt die neue Generation 2014 unsere Vorherrschaft wieder zurück."

Estado de Minas: "Die Orange hat Brasilien ausgedrückt."

Lance: "Es sollte nicht sein. Felipe Melo zerstört das brasilianische Fest. Es war die Chronik eines angekündigten Todes. Die Angst vor dem ungezügelten Mittelfeldspieler hat sich bewahrheitet."

Gazeta Esportiva: "Brasilien erleidet Schiffbruch. Zwei Fehler in der Abwehr und wenig Inspiration im Angriff entscheiden über das Ende von Brasiliens Traum auf der Suche nach der Hexa."

Placar: "Spiel mit unglaublicher Wende. Das Ende der Ära Dunga."

ARGENTINIEN

Ole: "Das Schloss aus Sand ist eingestürzt. Ein Ball tröpfelte in den Strafraum und löste eine Überschwemmung aus. Nach dem 1:1 fiel Brasilien auseinander, war groggy, k.o. Am Ende flossen Tränen. Und Argentinien jubelte ein bisschen."

La Nacion: "Vom Himmel in die Hölle. Brasilien verabschiedet sich erneut unerwartet vorzeitig."

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