Umstrittene Trainer stehen unter Druck

SID
Freitag, 27.03.2009 | 13:46 Uhr
Steht mit Frankreich unter Druck: Trainer Raymond Domenech
© Getty
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Raymond Domenech spürt in Frankreich Druck, Victor Piturca steht in Rumänien auf der Kippe und für Carlos Queiroz ist die Luft in Portugal äußerst dünn: Während in den insgesamt 20 europäischen Qualifikationsspielen am Samstag der Kampf um die Tickets für die WM 2010 in Südafrika nach der Winterpause fortgesetzt wird, stehen einige Trainer bereits in Zugzwang.

So muss Domenech mit Vize-Weltmeister Frankreich in Litauen gewinnen, um die Diskussionen um seine Person vorerst verstummen zu lassen. Denn nach dem Ausflug des Teams in einen Vergnügungspark hagelte es Spott für die "Disneyland-Fußballer" und ihren Trainer.

"Was für eine drollige Vorbereitung", schrieb zum Beispiel "Le Parisien". Domenech wird seit dem blamablen Vorunden-Aus bei der EM vonseiten der Medien heftig kritisiert.

Auch der Rückhalt in der Bevölkerung schwindet angesichts von fünf Punkten Rückstand auf Litauen und Serbien. Mittlerweile glauben 53 Prozent der Franzosen an ein Scheitern ihrer Equipe Tricolore.

Scheitern wäre "skandalös"

"Wenn es so kommen würde, wäre es skandalös", meinte Münchens Superstar Franck Ribery. Neben Ribery hofft Domenech vor allem auf Tore von Thierry Henry: "Wir können sicher nicht behaupten, dass gerade alle in Bestform sind - abgesehen von Titi."

Besagter Henry erlebt beim FC Barcelona gerade seinen zweiten Frühling und wird wohl als alleinige Spitze auflaufen, da Sturmpartner Nicolas Anelka vom FC Chelsea verletzt ausfällt.

Herthas Nicu: Bin kein Messias

In der Gruppe 7 liegt auch Rumänien mit nur vier Punkten aus drei Spielen hinter den Erwartungen zurück, weshalb es für Trainer Piturca bei einer Niederlage gegen Serbien eng werden könnte.

Möglicherweise kann der Bundesliga-Profi Maximilian Nicu von Tabellenführer Hertha BSC Berlin die Trainer-Entlassung verhindern. Der 26-Jährige hat diese Woche die rumänische Staatsbürgerschaft angenommen und steht vor seinem Debüt.

"Ich weiß nicht, ob es das Schicksalsspiel für den Trainer ist, aber es ist schon ein sehr wichtiges Duell. Für mich ist es eine große Ehre für Rumänien zu spielen. Aber bitte erwartet nicht, dass ich der Messias bin", sagte der in Prien am Chiemsee geborene Sohn rumänischer Eltern.

Auf der Suche nach dem "Portugal-Stil"

Auch in Portugal ist das Murren über die Vorstellungen unter Trainer Queiroz und Platz vier in Gruppe 1 deutlich zu vernehmen. Nur ein Sieg gegen Schweden könnte dem Nachfolger des erfolgreichen und beliebten Felipe Scolari etwas Ruhe verschaffen.

"Wir müssen wieder den Portugal-Stil spielen - attraktiven, schnellen und modernen Fußball", forderte der Coach. Doch die ernüchternden Auftritte wie beim 2:6 im Test gegen Brasilien verdeutlichen, dass der Vize-Europameister von 2004 Probleme mit der Umsetzung hat.

"Das Team ist nicht gefestigt, weil die Ergebnisse zuletzt nicht so waren, wie wir es wollten", sagte Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Der Bremer Hugo Almeida wird wohl von Beginn an stürmen.

Berti und die "Fast-Food-Affäre"

In der Deutschland-Gruppe 4 reist Trainer Berti Vogts mit Aserbaidschan nach Russland. Doch statt sich auf das Sportliche zu konzentrieren, musste sich Vogts sich mit einer "Fast-Food-Affäre" herumschlagen. Weil Ilgar Gurbanow in einem Schnellrestaurant gegessen hatte, schmiss der ehemalige Bundestrainer den Türkei-Legionär kurzerhand aus dem Kader.

Solche Probleme hat Russlands Coach Guus Hiddink nicht. Dafür muss der Niederländer, der in seinem Zweitjob den FC Chelsea zurück in die Erfolgsspur gebracht hat, Fragen zu seiner Zukunft beantworten. "Wir sollten uns auf die WM-Qualifikation konzentrieren", sagte Hiddink nur. Außerdem stehen sich in der Gruppe 4 Wales und Finnland gegenüber.

Ergebnisse und Tabellen zur WM-Qualifikation in Europa

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