UEFA-Cup: Achtelfinale - Hinspiel

Werder mit knappen Sieg gegen St. Etienne

Von Für SPOX in Bremen: Stefan Rommel
Donnerstag, 12.03.2009 | 22:31 Uhr
Kein Durchkommen: Die Franzosen brachten die Werder-Defensive nur selten in Bedrängnis
© Getty
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Werder Bremen hat das Hinspiel im Achtelfinale des UEFA-Cups gegen den AS St. Etienne mit 1:0 (1:0) gewonnen und sich durch den Sieg eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Mittwoch in Frankreich verschafft.

Vor 30.116 Zuschauern im längst nicht ausverkauften Bremer Weserstadion erzielte Innenverteidiger Naldo (20.) das Tor des Abends für die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf.

Allerdings versäumten es die Hanseaten gegen den Tabellen-17. der französischen Ligue 1 ein dickeres Polster herauszuschießen. Chancen dazu hatte Werder genug.

Schaaf: "Sind mit Chancen zu sorglos umgegangen"

"Wir haben nicht das Spiel gezeigt, dass wir vor uns vorgenommen haben. Wir haben uns zu weit zurückgezogen und Saint-Etienne immer wieder ins Spiel kommen lassen, das war nicht nötig", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Er haderte mit der Chancenverwertung: "Mit unseren Chancen sind wir viel zu sorglos umgegangen. Damit können wir nicht zufrieden sein. Jetzt wird es noch einmal ein ganz spannendes Spiel in Frankreich."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Werder mit zwei Änderungen im Vergleich zum Hoffenheim-Spiel: Naldo ersetzt Mertesacker in der Innenverteidigung, Frings rückt für Hunt ins Mittelfeld.

Die Gäste im 4-2-3-1 mit Belanouan für Tavlaridis in der Innenverteidigung und Mirallas an Stelle des Brasilianers Ilan im zentralen offensiven Mittelfeld. Gomis ist einzige Spitze.

5.: Almeida startet in die Tiefe. Frings sieht ihn. Den hohen Ball lupft Almeida über Janot. Der ist aber noch dran und lenkt zur Ecke.

20., 1:0, Naldo: Der Brasilianer mit der Hacke auf Diego. Der verzettelt sich, der Abpraller landet aber wieder bei Naldo. Trockener Schuss aus 13 Metern, drin.

28.: Pasanens Flanke von rechts findet am Elfer den völlig freistehenden Almeida, der jedoch an Janot scheitert.

34.: Diego legt an der Strafraumgrenze quer auf Frings. Der Nationalspieler zieht ab, der Ball wird von einem Verteidiger von der Linie gekratzt. Das Leder kommt nochmal zu Diego. Der Spielmacher zieht von halblinks ab, Janot lenkt den Ball grad noch so über den Querbalken.

48.: Gefährliche Aktion der Gäste: Sauget schlägt über links eine scharfe Flanke in den Sechzehner der Bremer. Hautcoeur rutscht knapp am Ball vorbei.

58.: Diego schlägt eine weite Flanke auf dem langen Pfosten. Dort lauert Pizarro. Keeper Janot ist zur Stelle, faustet den Ball weg. Das Leder landet bei Naldo, der von links abzieht - deutlich drüber.

71.: Diego-Freistoß, knapp über die Mauer. Der Ball segelt auf den Winkel des kurzen Pfosten zu. Das Tornetz wackelt - war aber nur das Außennetz.

74.: Die Bremer passen nicht auf. Der Ball wird am Strafraum von Matuidi durchgesteckt und Dernis kommt frei vor Wiese zum Schuss. Der Bremer Schlussmann rettet mit einer magischen Parade das 1:0.

76.: Überzahl Bremen vorm Kasten, aber keiner übernimmt die Verantwortung. Letztlich ist es Pizarro, der den Abschluss wagt. Abgeblockt. Rosenberg haut den Abpraller drüber.

So lief das Spiel: Bremen von der ersten Minute an das bessere Team. Frings und Tziolis hatten das Mittelfeld fest im Griff, Diego verteilte die Bälle. Fast zwangsläufig kam Werder zu guten Chancen, besonders durch Almeida. Der Portugiese war vor dem Tor aber entweder zu hastig oder unkonzentriert. So musste Abwehrspieler Naldo als Torschütze des 1:0 herhalten. Saint Etienne versteckte sich total. Die Franzosen waren gedanklich überhaupt nicht auf der Höhe, gewannen kaum Zweikämpfe und konnten sich beim guten Janot im Tor bedanken, dass es zur Pause nur 0:1 hieß.

Nach dem Wechsel spielten die Gäste plötzlich mit und prompt bekam Werder Probleme. Die Gastgeber hielten das Tempo völlig unverständlich nicht mehr hoch und holten Saint Etienne dadurch wieder zurück ins Spiel. Die Folge war ein recht ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, wobei beide Mannschaften beim letzten Pass aber auch zu häufig ungenau wurden. Werder schluderte in der Abwehr teilweise fahrlässig und hatte großes Glück, dass Saint Etienne nicht eine der vorhandenen Möglichkeiten nutzte.

Der Star des Spiels: Alexandros Tziolis hatte keine leichte Zeit zu überstehen in den letzten Wochen. Der Grieche lief seiner Form ein wenig hinterher, gegen Saint Etienne aber zeigte Tziolis endlich wieder eine richtig starke Vorstellung. Mit gutem Stellungsspiel und aggressiv im Zweikampf klaute Bremens Winterzugang viele Bälle teilweise schon tief in der gegnerischen Hälfte und zeigte auch ein vernünftiges und grundsolides Passspiel und damit eine gute Spieleröffnung.

Die Gurke des Spiels: Claudio Pizarro stand in den letzten Tagen abseits des Platzes viel im Mittelpunkt - und gegen Saint Etienne ziemlich neben sich. Dem Peruaner gelang gar nichts. Pizarro bewegte sich schlecht, verarbeitete die wenigen Anspiele auf ihn schwach und hatte nur eine nennenswerte Szene in 90 Minuten, als er aus der zweiten Reihe an Janot scheiterte. Trainer Schaaf tat ihm wohl keinen großen Gefallen damit, ihn die komplette Spielzeit auf dem Feld zu lassen, zumal Almeida den deutlich agileren Eindruck machte.

Die Lehren des Spiels: Werder Bremen ist weiter auf dem Weg der Besserung. Gegen die Franzosen zeigte Werder phasenweise wieder den Fußball, den man in dieser Saison teils schmerzlich vermisst hatte. Besonders festzumachen an Frings, der auf der Sechserposition endlich wieder eine überzeugende Vorstellung bot.

Trotzdem bleiben noch einige Schwachstellen. Boenisch und Hunt machten über die linke Seite gegen die anfälligen Franzosen viel zu wenig, die Chancenverwertung ist weiter ausbaufähig. Werder gönnt sich zudem immer wieder einige Auszeiten, lässt die Konzentration schleifen und bringt sich dadurch immer wieder selbst aus dem Konzept.

Die Leistung gepaart mit dem Ergebnis und der Tatsache, dass Saint Etienne hier fast auf ganzer Linie enttäuschte, verschaffen Bremen gute Aussichten auf das Erreichen des Viertelfinals - die aber noch besser sein könnten.

Saint Etienne war erstaunlich passiv, aber Bremen verpasste es, den Finger weiter in die Wunde zu legen und noch vehementer auf das ein oder andere zusätzliche Tor zu spielen. Besonders die Konter in der zweiten Halbzeit wurden schlampig zu Ende gespielt.

Der Gast aus Frankreich zeigte im Weserstadion zwei grundverschiedene Halbzeiten. Die ersten 45 Minuten richtig schwach, in der zweiten Halbzeit durchaus gefährlich. Saint Etienne bleibt deshalb auch nach 90 Minuten Anschauungsunterricht der relativ unbekannte Gegner. Allein das sollte Werder vor dem Rückspiel Warnung genug sein.

Werder Bremen - AS St. Etienne: Daten & Fakten

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