Dienstag, 13.05.2008

UEFA-Cup

Hitzfeld drückt Zenit die Daumen

Manchester - Ottmar Hitzfeld drückt Bayern-Bezwinger St. Petersburg die Daumen, doch auch unabhängig vom Edelfan in München will Zenit das Defensivbollwerk der Glasgow Rangers (20.45 Uhr im SPOX-TICKER und im Internet TV) knacken.

Fußball, UEFA-Pokal, Zenit St. Petersburg, Glasgow Rangers, Ottmar Hitzfeld, Dick Advocaat
© Getty

"Wir haben die Bayern geputzt, warum sollen wir nicht auch Glasgow schlagen?", sagte Angreifer Pawel Pogrebnjak, der gegen die schottischen Geizfußballer allerdings gelbgesperrt zum Zuschauen verurteilt ist.

Das Fehlen des zehnmaligen Wettbewerbstorschützen bei den Offensivkünstlern könnte sich im UEFA-Cup-Finale in Manchester bemerkbar machen.

Torfabrik gegen Abwehrbollwerk

Auf dem Weg in ihr viertes Europapokal-Endspiel ließen die Schotten nur zwei Tore in acht UEFA-Cup-Spielen zu - allerdings trafen sie auch nur fünfmal. Ganz anders die Russen, die allein in den Duellen gegen Bayer Leverkusen und Bayern München zehnmal trafen.

"St. Petersburg geht leicht favorisiert ins das Spiel", sagte Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der wie auch Hitzfeld "die Daumen drücken" will.

Vor knapp 48.000 Zuschauern im ausverkauften City-Stadion geht es aber nicht nur um den ersten europäischen Titel für Final-Debütant Zenit oder den zweiten nach 1972 für Glasgow.

Es geht auch um eine noch ordentliche Siegprämie im Weniger-Verdiener-Cup: 2,5 Millionen Euro streicht der Sieger ein, der Verlierer bekommt 1,5 Millionen.

Fans bescheren Rangers Heimspiel

Im Kampf ums Prestige kann Glasgow auch auf seine Fans bauen. Geschätzte 70.000 bis 80.000 Schotten nahmen den 350-Kilometer- Kurztrip auf sich. "Das wird wie ein Heimspiel wie im Ibrox Park", sagte Glasgow-Coach Walter Smith, der 1998 noch der Amtsvorgänger der aktuellen Zenit-Coaches Dick Advocaat war.

Schon am Dienstag war die Übermacht der "Bravehearts" auffällig im sonnigen Manchester, wo Rangers-Trikots und schottische Schlachtengesänge der zum Teil schon bierseligen Anhänger von der Insel dominierten.

Immerhin knapp 10.000 Fans kamen dank 24-Stunden-Öffnungszeiten der Visa-Stellen aus Russland, um den durch Gazprom-Millionen gestärkten zweimaligen nationalen Champion anzufeuern.

Advocaat trifft auf Ex-Klub 

Ausgerechnet gegen den Ex-Club will Advocaat seinen ersten internationalen Vereinstitel. "Wir sind nur noch eine Partie davon entfernt, Geschichte zu schreiben", sagte der 60-Jährige, der dem 51-maligen schottischen Meister zwischen 1998 und 2002 einige weitere Titel bescherte.

Der traurigste Zuschauer dürfte dabei Pogrebnjak sein. Selbst die Torjägerkrone, die er gemeinsam mit Luca Toni wohl gewinnen wird, kann dabei nicht trösten, "denn ich bin niedergeschlagen, weil ich nicht spielen kann."

Wie so oft in der jüngeren Vergangenheit präsentieren sich im UEFA-Cup-Endspiel zwei Finalisten, die zu Beginn des Wettbewerbs keiner auf der Rechnung hatte - in Deutschland hinterließen sie aber Spuren.

Der Weg zum Titel führte über die Bundesliga 

Die Rangers trafen in der Champions League den VfB Stuttgart und warfen im Achtelfinale Werder Bremen raus; St. Petersburg ließ sich vom 1. FC Nürnberg, Bayer Leverkusen und vom FC Bayern nicht stoppen.

Fußball-Feinkost ist angesichts der Offensiv-Spaßbremsen aus Glasgow, die in den letzten vier Partien dreimal 0:0 spielten, nicht zu erwarten, doch zumindest nach außen machte Smith den Angriffs- Freunden Hoffnung.

"Wir müssen uns mehr am Spiel beteiligen", forderte der Rangers-Trainer, der weiter auf Stammtorwart Allan McGregor verzichten muss, aber auf den historischen Gewinn von vier Titeln hofft.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Zenit St. Petersburg: Malafejew - Schirokow, Anjukow, Krizanac, Sirl - Denisow, Timoschtschuk, Syrijanow - Dominguez, Tekke, Arschawin

Glasgow Rangers: Alexander - Broadfoot, Weir, Cuellar, Papac - Whittaker, Davis, Ferguson, McCulloch - Darcheville - Novo

Schiedsrichter: Fröjdfeldt (Schweden)


Diskutieren Drucken Startseite

www.performgroup.com

Copyright © 2016 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.