Rainer Rauffmann: Vom Nobody zum Superstar

Der König von Zypern

Von Daniel Börlein
Samstag, 14.11.2009 | 16:27 Uhr
Rainer Rauffmann: "Er ist der Held auf Zypern und wird von den Leuten vergöttert."
© Omonia Nikosia
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Lange Zeit war Rainer Rauffmann ein durchschnittlicher Mittelstürmer, weitgehend unbekannt und "nicht so seriös, wie man sich einen Profi vorstellt" - bis der mittlerweile 42-Jährige nach Zypern wechselte und dort zum Superstar aufstieg. Ein deutsches Fußball-Märchen.

Fast jeder kennt wohl diese Aufgaben aus zahlreichen Intelligenztests. Vervollständigen Sie folgende Zahlenreihe: 2, 5, 9, 14, 20,.... Die richtige Antwort: 27. Oder: Ein Vater hat fünf Töchter: Lala, Lele, Lili, Lolo. Wie heißt die fünfte Tochter? Korrekte Antwort: Lulu.

Und noch eine. Welcher Name passt nicht in diese Reihe: Spiderman, Batman, Superman, Rauffman? Klare Sache, keine Frage, Rauffman natürlich. Glückwunsch: Test bestanden. In Deutschland. Auf Zypern wären Sie nun der große Depp.

153 Spiele in Deutschland

Denn "Rauffman" ist auf der Mittelmeerinsel ein Superheld. Rainer Rauffmann, geboren im niederrheinischen Kleve, 123 Mal in der deutschen Zweiten Liga und 30 Mal in der Bundesliga im Einsatz, ist so etwas wie der König von Zypern.

"Die Leute vergöttern ihn", erzählt Theodoros Kafkarides, Presse-Chef von Omonia Nikosia und einer der besten Freunde von Rauffmann. "Wenn er durch die Straßen geht, küssen und umarmen ihn die Menschen."

"Hierher zu gehen, war das Beste, was mir passieren konnte", sagt Rauffmann im Gespräch mit SPOX. "Manchmal komme ich mir vor wie in einem perfekten Film."

Rainer Rauffmann im Interview: "Desailly war ein Tier"

Schönste Zeit in Meppen

Anfang der 90er Jahre sieht das noch ganz anders aus. Rauffmann ist ein durchschnittlicher Zweitliga-Stürmer. Für Blau-Weiß 90 Berlin schießt er in seiner ersten Saison immerhin sechs Tore in 17 Spielen. Der Klub steht finanziell allerdings schlecht da und bekommt die Lizenz entzogen.

Rauffmann wechselt zum SV Meppen. "Dort hatte ich in Deutschland sicher meine schönste Zeit", sagt er heute. "Wir waren ein eingeschworener Haufen." In Meppen erzielt Rauffmann in 105 Partien 37 Treffer und mischt mit den Emsländern die zweite Liga auf.

Eskalation mit Middendorp

1995 folgt der Wechsel in die Bundesliga zu Eintracht Frankfurt. Nach vier Toren in 26 Spielen und dem Abstieg geht Rauffmann nach Bielefeld. Doch dort klappt überhaupt nichts. Mit dem strengen Regiment von Ernst Middendorp kommt der Angreifer nicht zurecht.

Immer wieder geraten beide aneinander, in einem Trainingsspiel eskaliert die Situation. "Wir haben acht gegen elf gespielt und führten 2:0. Der Co-Trainer wollte, dass ich in den Sturm gehe, aber ich wollte lieber hinten bleiben, um das Spiel zu gewinnen", erinnert sich Rauffmann. Middendorp rastet aus und schickt ihn zum Strafrunden laufen, "solange bis ich dich reinrufe".

Der Arminen-Coach vergisst Rauffmann allerdings, so dass der Bestrafte so lange läuft, bis er sich übergeben muss. Das Tischtuch zwischen Spieler und Trainer ist endgültig zerschnitten, die Vertragsauflösung folgt.

Rauffmann: "Ich war nicht seriös"

"Ich war nicht so seriös, wie man sich einen Fußball-Profi hier in Deutschland vorstellt", gibt Rauffmann heute selbstkritisch zu.

Schon vor den Problemen in Bielefeld war der 1,90-Meter-Hüne immer wieder negativ aufgefallen. Mal mussten ihn Mitspieler bis kurz vor dem Anpfiff suchen, mal ließ er sich wegen eines Insektenstichs krankschreiben.

"Mein Name war in Deutschland tot", sagt Rauffmann. So wechselt er 1997 nach Zypern zu Omonia Nikosia - und dort beginnt ein märchenhafter Aufstieg.

Vier Mal in Folge Torschützenkönig

Gleich in seiner ersten Saison wird Rauffmann mit 42 Treffern Torschützenkönig. In den drei darauf folgenden Jahren wiederholt "Trellos Germanos", der verrückte Deutsche, dieses Kunststück und schießt Omonia zu zwei Meisterschaften. Insgesamt gelingen ihm in 152 Liga-Spielen 181 Tore.

Rauffmann bricht alle Rekorde - und bleibt dennoch bescheiden. "Er hat immer betont, wie wohl er sich hier fühlt und sich nie als etwas Besseres dargestellt", sagt Kafkarides. Die Zyprioten lieben ihn dafür. Von allen wird er gefeiert, die Fans singen in Spielen 90 Minuten lang nur seinen Namen.

"Überall wo man hinkommt, wird man auf ihn angesprochen", erzählt Marcel Rath, der 2006 selbst ein Jahr auf Zypern spielte. "Rainer Rauffmann ist auf Zypern der Held. Er hat sich hier ein Denkmal gesetzt."

Länderspieldebüt gegen Zidane

Auch sein privates Glück findet Rauffmann auf Zypern. Drei Monate nach seiner Ankunft lernt er seine jetzige Frau Maria kennen und ist mittlerweile Vater einer elfjährigen Tochter. Nach seiner Heirat und der griechisch-orthodoxen Taufe heißt Rauffmann auf Zypern Markos.

Als Markos erhält er 2002 die zypriotische Staatsbürgerschaft und wird im September 2002 im Alter von 35 Jahren in Zyperns Nationalmannschaft berufen. Seine Premiere gegen Welt- und Europameister Frankreich geht zwar mit 1:2 verloren, für Rauffmann ist sie dennoch "einer der Höhepunkte meiner Karriere".

Verehrung auch nach Karriereende

Zwei Jahre später muss er seine einzigartige Laufbahn allerdings beenden. "Im Knie war so ziemlich alles kaputt", sagt er. Der Spieler Rauffmann ist Vergangenheit, die Verehrung eines ganzen Landes hält allerdings an und ist "eher schlimmer geworden", sagt er.

Vom Verband wird er mit der Ehrenplakette für besondere Verdienste um den zyprischen Fußball ausgezeichnet.

Nach dem Karriereende macht er seinen Trainerschein, wird dann aber Sportdirektor bei Omonia. 2005 versucht er sich beim Lokalrivalen Olympiakos als Coach, löst seinen Vertrag jedoch nach nur einem halben Jahr wieder auf und kehrt als Chefscout zu Omonia zurück.

Mittlerweile hat sich Rauffmann etwas aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er lebt in einer Villa am Stadtrand Nikosias und kümmert sich "darum, dass gute Spieler nach Zypern kommen". Nicht mehr für Omonia oder irgendeinen anderen Klub, sondern für ein ganzes Land. So wie es Superhelden eben machen.

Rainer Rauffmann im Interview: "Desailly war ein Tier"

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