Das DB Fußball Camp in Hoffenheim

Hurra, das ganze Dorf war da

Von Für SPOX beim DB Fußball Camp: Florian Bogner
Mittwoch, 05.10.2011 | 19:58 Uhr
22 Jugendliche durften beim DB Fußball Camp auf dem Gelände von 1899 Hoffenheim trainieren
© DB/Sarah Sturm
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Auf SPOX beworben, von der Deutschen Bahn eingeladen: 22 Jugendliche erlebten beim DB Fußball Camp ein unvergessliches Wochenende bei 1899 Hoffenheim. Die Camp-Teilnehmer durften dabei einen echten Bundesliga-Profi treffen, bekamen Einblick in das Heiligtum des Vereins und verausgabten sich bei einem "Bobby-Train"-Rennen.

Was fragt man, wenn plötzlich ein Bundesliga-Spieler vor einem steht und einen nett angrinst? Wie leergefegt waren die Köpfe der 22 DB-Fußball-Camp-Teilnehmer am vergangenen Samstag plötzlich für einen Moment, als Hoffenheim-Profi Sejad Salihovic vor ihnen stand und auf ihre bohrenden Fragen wartete.

Eddy war der erste, der seine Sprache wieder fand. "Was ist das Geheimnis deiner Freistöße?", wollte der Jugendliche von Standardspezialist Salihovic wissen. Und der gab Eddy neben dem obligatorischen "Üben, Üben, Üben" bereitwillig preis, dass er immer vier Schritte Anlauf nehme. Konzentration sei natürlich das wichtigste, fügte Salihovic an.

Kurz darauf waren auch die vier teilnehmenden Mädchen aus ihrer schmachtenden Schockstarre erwacht und trauten sich sogar mit leicht zittrigen Knien und roten Wangen, Fotos von sich und Salihovic zu schießen.

Ein Bundesliga-Profi zum Anfassen, "das hat man nicht alle Tage", freute sich Eddy, bevor er sich auf die Tribüne verzog, um das Spiel 1899 Hoffenheim gegen den FC Bayern München zu verfolgen. Beim DB Fußball Camp jagte diesmal wirklich ein Highlight das nächste.

Einblicke ins Heiligtum

22 Jugendliche waren der Einladung gefolgt, ein Wochenende vor und hinter den Kulissen des Bundesliga-Vereins 1899 Hoffenheim zu verbringen. Bereits am Freitagabend führte 1899-Mitarbeiter Arnfried Lemmle die Nachwuchskicker und -kickerinnen durch das Schmückkästchen des Vereins: die Rhein-Neckar-Arena.

Dabei durften die Camp-Teilnehmer nicht nur den Pressekonferenzraum, die Mixed-Zone und den Business-Bereich inklusive Logenbalkon begutachten, sondern auch einen kurzen Blick in die Kabine der Hoffenheim-Stars werfen. "Kameras und Handys bleiben aber aus", warnte Lemmle die Jugendlichen mit einem Augenzwinkern.

Schließlich ist die Kabine das Heiligtum eines jeden Vereins, aus der so wenige Informationen wie möglich nach außen dringen sollen - und wenn es nur Fotos sind.

Cocktail a la Hoffenheim

In der Kabine erfuhren die Camp-Teilnehmer dann unter anderem, dass man Spieler in der medizinischen Abteilung zur Not auch operieren könnte. Oder, dass das Entmüdungsbecken der Kicker auf Knopfdruck mit "Crushed Ice" oder ganzen Eiswürfeln befüllt werden kann - ganz wie der Spieler das eben haben möchte. Cocktail a la Hoffenheim.

"Nutzt der Stanislawski die Video-Leinwand?", fragte Eddy forsch. "Na klar, er kann sich sogar in der Halbzeit schon Spielszenen aus dem ersten Durchgang anzeigen lassen", verkündete Lemmle nicht ohne Stolz.

Für einen Lacher waren dann Lemmles Ausführungen über den mit Kunstrasen ausgelegten Warmmachraum gut, der vor allem den südamerikanischen und afrikanischen Profis im Winter als Ausweichmöglichkeit dient - denen ist es im Stadion schlichtweg zu kalt, sie wärmen sich zum Teil lieber in den Katakomben auf.

Rauf auf die "Bobby-Trains"

Hochbeeindruckt begaben sich die Teilnehmer anschließend auf eine Foto-Rallye durch Sinsheim, bevor provisorisch aufgebaute Bierbänke in einem der "Mundlöcher" des Stadions - dem Ort, an dem normalerweise der Mannschaftsbus vor dem Spiel hält - zum Pizza-Essen einluden.

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Das Abendessen mit Blick auf den Rasen der Rhein-Neckar-Arena, der am Abend bereits von den bunten Lichtern der LED-Banden beleuchtet wurde, beeindruckte die Jugendlichen weiter.

Für fröhliches Gelächter sorgte hingegen das anschließende Torwandschießen und vor allem das Staffel-Rennen auf sogenannten "Bobby-Trains", einer Art "Bobby-Car" in ICE-Optik, bei dem die Teilnehmer so schnell wie möglich auf den Zügen durch einen Parkour rutschen mussten.

Der ein oder andere tat sich dabei doch gehörig schwer, weshalb am Ende das Team mit den kleinsten und geschicktesten Teilnehmern gewann. Die Mädchen hatten den Parkout derweil, ganz ladylike, auslassen dürfen und glucksten dafür umso mehr.

Ganz Hoffenheim auf Auswärtsfahrt

Am Samstagmorgen ging es dann ins kleinste Dorf der Bundesliga: Die Teilnehmer fuhren von Sinsheim nach Hoffenheim und absolvierten im Schatten des Dietmar-Hopp-Stadions unter Aufsicht der 1899-Trainer Dominik Drobisch und Paul Tolasz die erste von zwei Trainingseinheiten.

Auf der Busfahrt durchs Dorf sorgte zuvor eine Anekdote aus dem Jahr 2008 für Erheiterung: Damals hatte sich Hoffenheim als Zweitligist bis ins Viertelfinale des DFB-Pokals vorgespielt, musste dort aber ein Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund bestreiten.

Dieses Highlight der jüngeren Vereinsgeschichte nutzten darauf hin so viele der rund 3300 Einwohner des Dörfchens zur Auswärtsreise, dass ein Sicherheitsunternehmen abends im Ort Posten beziehen musste, um Diebe vor möglichen Plünderungen abzuschrecken.

Erst Spaghetti, dann Sejad

Anders als beim Bobby-Train-Rennen mischten die vier Mädchen bei den Trainingseinheiten dann ordentlich mit und zeigten Torwart Kevin unter anderem beim Elfmeterschießen, wie gut sie kicken können.

Nachdem ein riesiger Topf Spaghetti Bolognese in den Mägen der Teilnehmer untergebracht war, ging es zum Meet-and-Greet mit Sejad Salihovic, der sich knapp 15 Minuten Zeit nahm, um neben Eddys Fragen auch alle Autogramm- und Foto-Wünsche zu erfüllen - dann ging auch schon das Spiel los.

Wieder hatte sich eine Vielzahl der Hoffenheimer nach Sinsheim aufgemacht, und wurde beim 0:0 gegen den Tabellenführer immerhin mit einem Punkt getröstet.

Fecht-Training mit Olympiasieger Pusch

Für die Camp-Teilnehmer war mit dem Bundesliga-Spiel aber noch lange nicht Schluss. Rein in den Bus, ab nach Tauberbischofsheim und einem echten Olympiasieger die Hand geschüttelt.

Fecht-Legende Alexander Pusch, der 1976 in Montreal Gold im Degen-Fechten gewonnen hatte, bat die Jugendlichen zu einer unorthodoxen Übungseinheit auf der Planche.

Die Teilnehmer lernten dabei vor allem, wie wichtig die Auge-Hand-Koordination ist und dass die richtige Beinarbeit schon die halbe Miete ist. Eine Weisheit, die die Jugendlichen am Sonntag auch nochmal auf den Fußballplatz übertragen konnten, ehe es am Nachmittag mit der Deutschen Bahn wieder nach Hause ging.

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