Das Aus bei Besiktas

Guti: Der gescheiterte Sultan

Von Fatih Demireli
Dienstag, 13.12.2011 | 14:43 Uhr
Guti absolvierte in dieser Saison ein einziges Liga-Spiel bei Besiktas
© Imago
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Guti sollte in der Türkei bei Besiktas eine neue Ära prägen. Doch was zunächst wie ein tolle Ehe aussah, endete in einer bitteren Scheidung. Der Spanier gibt seinem Trainer die Schuld an der Trennung. Möglicherweise wurde Guti sogar Opfer einer Intrige.

Der Besiktas-Schal war nicht zu übersehen. Lässig um den Hals gewickelt, stolzierte Guti durch den Istanbuler Flughafen - gefolgt von unzähligen Kameras und Reportern.

Das Bild kannte Guti, es war ihm nicht fremd. Vor rund 14 Monaten war schon einmal eine Armee Journalisten am Flughafen hinter ihm her - auch damals hat er einen Besiktas-Schal um den Hals drappiert. Nur waren damals auch tausende Besiktas-Fans zugegen. Sie fehlten diesmal, beim Abschied aus Istanbul.

Das Kapitel Guti ist beendet. Früher als erhofft und gedacht. "Ich wollte eigentlich hier meine Karriere beenden", sagte Guti, "aber jetzt muss ich meine zweite Familie verlassen".

"Emotionaler Abschied"

Spurlos vorbei ging es am Spanier nicht, auch wenn ihm die vorzeitige Vertragsauflösung mit 1,5 Millionen Euro Abfindung versüßt wurde. Beim Abschied von der Mannschaft seien Tränen geflossen, hieß es.

"Der Abschied war schwer und emotional. Ich bin sehr traurig", sagte Guti. Aber wäre er geblieben, wäre jeder weitere Tag eine Qual gewesen - sowohl für Besiktas als auch für den Spieler, der nach 14 Jahren bei Real Madrid in der Türkei eine neue Ära prägen sollte. Rund 18.000 Fans empfingen Guti im Sommer 2010 im Inönü Stadion: Weit mehr als bei manchen Heimspielen in der Liga. Entsprechend hoch waren auch die Erwartungen.

"Ich habe mich gefühlt wie ein Sultan", sagte Guti nach seiner Willkommenszeremonie im Stadion. Bei Besiktas klopfte man sich selbst auf die Schulter. "Zum Glück haben wir ihn geholt. Er hat es mit der ganzen Fenerbahce-Elf alleine aufgenommen. Ich wünschte, alle meine Spieler wären wie er", frohlockte Besiktas-Präsident Yildirim Demirören nach einem Derby.

Hilbert: "Manchmal über die Stränge geschlagen"

Guti hielt früh, was er versprach: Er war unter Trainer Bernd Schuster die dominante Figur auf dem Feld, spielte Pässe, die ab und zu selbst die gegnerischen Spieler zum Applaus animierten.

Die Befürchtungen vieler Skeptiker am Bosporus, Guti werde die Süper Lig nicht ernst nehmen, bewahrheiteten sich nicht. "Die Derbys gegen Galatasaray und Fenerbahce waren etwas Besonderes. Es war eine Ehre, hier zu spielen. Ich danke Gott, dass ich nach Real Madrid auch bei Besiktas spielen durfte", sagte Guti.

Aber es gab neben den sportlichen Meriten eben auch die Kehrseite: Das extraordinäre Nachtleben, das Guti voll auskostete. "Es war für ihn nicht einfach, wenn er schon beim Einkaufen im Supermarkt von Kamerateams verfolgt wurde", sagt Roberto Hilbert zu SPOX. Der Deutsche war ein enger Vertrauter Gutis, pflegte engen Kontakt zum Spanier. "Er schlug aber manchmal sicher auch über die Stränge", gibt Hilbert zu.

Guti: "Gehe wegen dem Trainer"

Besonders das Istanbuler Nachtleben hatte es Guti angetan und er machte auch keinen Hehl daraus, in den Szeneklubs der Stadt gerne zu Gast zu sein. Für die Presse war es da ein gefundenes Fressen, wenn der Spanier nach seinen Touren alkoholisiert Unfälle baute und auch mal seinen Führerschein verlor. Aber sowohl die Medien als auch der Klub tolerierten die Eskapaden gerade in Gutis erster Saison, weil es sportlich sehr ordentlich lief.

Die Kritik und die schleichende Demontage nahmen ihren Lauf, als Gutis sportliches Wirken immer mehr an Qualität und Quantität verlor. "Letztes Jahr war er eine große Bereicherung für uns", sagt Hilbert. Und in dieser Saison? "Er hatte es nicht immer einfach." Hilbert spricht nicht aus, was Guti ganz offen darlegt: "Ich gehe wegen dem Trainer, der mir einfach keine Chance geben wollte."

Das Verhältnis zu Carlos Carvalhal, der für den in Haft sitzenden Tayfur Havutcu eingesprungen war, stand nie unter einem guten Stern. Carvalhal zeigte Guti gegenüber eine gewisse Ignoranz und sah den etatmäßigen Kapitän eigentlich nie als ernsthafte Alternative.

Der Portugal-Clan

Fragen über den Spanier ließ er irgendwann nicht mehr zu, oder schwieg beharrlich, wenn sie doch aufkamen. Offiziell war ihm Guti nicht fit genug - dabei beteuerte der Spieler immer wieder, fit genug für den Wettbewerb zu sein.

Gerüchte, wonach Carvalhal den zahlreichen Portugiesen in der Mannschaft, die wie der Trainer selbst Klienten des einflussreichen Spielerberaters Jorge Mendes sind, den Vorzug gibt, können freilich nicht belegt werden.

Dabei ist Mendes nicht nur Agent des gewichtigen Portugal-Clans im Klub, sondern unterhält offenbar auch geschäftliche Beziehungen mit Klubchef Yildirim Demirören.

Mendes stellte sogar Kontakte zu Jose Mourinho und Cristiano Ronaldo her. Letzterer ist Demirörens Partner in einem Bauprojekt in Portugal. Und Mourinho war es, der Carvalhal ursprünglich als Unterstützung für das Trainerteam Besiktas' empfohlen hatte.

Nach dem Manipulationsskandal übernahm Carvalhal den Chefposten und Guti fand unter dessen Ägide keinen Platz mehr in der Mannschaft.

Rüstü springt Guti zur Seite

Auffällig ist es allemal, dass Quaresma, Simao und Co. eigentlich immer spielen, wenn sie gerade nicht verletzt oder gesperrt sind, unabhängig von ihrer Form. Die Ausländerbegrenzung von maximal sechs Legionären machte nicht nur Guti, sondern auch den Deutschen Hilbert und Fabian Ernst immer wieder einen Strich durch die Rechnung.

Als Besiktas-Torwart und Wortführer Rüstü Recber vor wenigen Wochen öffentlich Gutis Einsatz forderte, steckte dahinter sicherlich ein Kalkül, um das Unvermeidbare doch noch abzuwenden.

Doch da war es längst zu spät und Gutis Weggang besiegelte Sache. Nach Gesprächen mit dem Klub löste er seinen Vertrag auf, verzichtete sogar auf einen Großteil des ausstehenden Gehalts.

Klub plant Verabschiedung

"Ich bin ab sofort als Besiktas-Fan auf eurer Seite", ließ Guti am Tag seines Weggangs verlauten. Das Geschehen in Istanbul verfolgt er noch. So twitterte er nach dem Besiktas-Sieg bei Trabzonspor jüngst: "Stark, was für ein Triumph. Das sind meine Adler!"

Den Ex-Kollegen kündigte er ein baldiges Wiedersehen an: "Ich komme zur Meisterfeier." Zudem plant Besiktas wohl noch eine offizielle Verabschiedung vor den Fans.

Wie seine Karriere bis dahin weitergeht, ist noch unklar. Erst einmal wolle sich Guti noch "ausruhen". An ein Karriereende denkt der 35-Jährige aber nicht. "Ich will mit dem Fußballspielen nicht aufhören. Mein neuer Klub muss mich aber motivieren können."

Gerüchte, dass er mit dem FC Malaga längst einig sei, wiegelte Guti zuletzt ab. "Ich habe noch mit niemanden gesprochen." Aber das Interesse der aufstrebenden Neureichen aus Andalusien ist da. Womöglich wäre es die gesuchte Motivation für den gescheiterten Sultan Istanbuls.

Der Besiktas-Kader im Überblick

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