Stürmer erhält die Rückennummer 33

Gomez in Florenz offiziell vorgestellt

SID
Montag, 15.07.2013 | 19:26 Uhr
Gomez und seine 33: Der Ex-Bayern-Stürmer wurde am Montag in Florenz vorgestellt
© imago
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Mario Gomez wurde am Montagabend beim AC Florenz als neuer Spieler vorgestellt. Der 28-Jährige hofft beim Klub aus der Toskana vor allem auf viel mehr Spielpraxis als zuletzt bei Bayern München.

Im Designer-Anzug und mit einem strahlenden Lächeln hielt Mario Gomez sein neues Trikot mit der Nummer 33 in die Höhe. "Ich bin sehr stolz und sehr glücklich, hier zu sein. Seit Wochen habe ich auf diesen Tag gewartet, jetzt ist er endlich gekommen", sagte der Fußball-Nationalspieler bei seiner offiziellen Vorstellung beim AC Florenz.

Mario Gomez: Schleichendes Ende einer Tormaschine

Gomez startet nach seiner Flucht vom FC Bayern einen Neuanfang in Italien. Er soll die Violetten zurück an die italienische Spitze führen - und zwar mit dem, was er am besten kann: Tore schießen.

Wechsel aus Liebe zum Fußball

"Der Schritt ist vielleicht für viele nicht so nachvollziehbar. Bayern München ist der beste Verein der Welt. Es ist ein Schritt zurück. Aber ich habe diesen Schritt gemacht, weil ich es liebe, Fußball zu spielen", sagte Gomez und fügte an: "Der Verein hat interessante Ziele, jetzt stehen wir Spieler in der Verantwortung."

Am frühen Montagnachmittag war Gomez in Begleitung seiner Freundin und seines Managers mit einem Privatjet in Florenz gelandet. Schon bei seiner Ankunft wurde er empfangen wie ein Heilsbringer. "Heute ist ein wundervoller Tag, an den ich mich noch lange erinnern werde", sagte der 28-Jährige noch auf dem Rollfeld, bevor er direkt zum Klubgelände gefahren wurde.

Der Blick in die italienischen Zeitungen dürfte Gomez, der einen Vertrag bis Juni 2017 erhält, am Montag gefallen haben. Mit großen Überschriften wurde dem früheren Bundesliga-Torschützenkönig gehuldigt. "Der Tag des Mario Gomez" wird als Beginn einer neuen, erfolgreichen Ära beim italienischen Meister der Jahre 1956 und 1969 gesehen, die Verpflichtung des großen Deutschen als "eine Garantie" ("Corriere dello Sport") für künftige Titel.

Compper: "Die Fans werden ihn lieben"

Selbst der florentinische Bürgermeister Matteo Renzi ließ sich angesichts des prominenten Neuzugangs zu Begeisterungsstürmen hinreißen und adelte Gomez als einen der "stärksten Stürmer der Welt". Der ehemalige Bundesliga-Profi und zukünftige Teamkollege Marvin Compper erklärte bei "Sky Sport News HD": "Es hat den Leuten sehr imponiert, dass Mario Gomez offensiv bekannt gegeben hat, dass er nach Florenz will. Die Fans werden ihm unheimlich viel Liebe entgegenbringen."

Es ist lange her, dass Gomez, der in Florenz ein fixes Jahresgehalt von rund vier Millionen Euro netto plus Prämien verdienen soll, eine solche Aufmerksamkeit wie an diesem brütend heißen Tag in der Toskana zuteil wurde. Schon Stunden vor seiner Präsentation versammelten sich Tausende AC-Fans vor dem Stadion. Nach seiner Vorstellung genoss Gomez im Stadion noch ein Bad in der Menge.

Beim Triple-Sieger in München war der Stürmer mit der exzellenten Quote zuletzt zum Statisten degradiert und spielte nur noch, wenn der gesetzte Mario Mandzukic eine Pause brauchte oder eine Partie längst entschieden war. Gomez war als Torjäger alter Prägung zu einer brauchbaren Alternative geworden. Mehr nicht.

Wechsel als Ende der Leidenszeit

Mit dem Wechsel nach Florenz geht für Gomez eine Leidenszeit zu Ende, die spätestens am 7. August 2012 mit einer Operation am Sprunggelenk begonnen hatte - er verlor danach seinen Stammplatz an Mandzukic. In der abgelaufenen Saison kam er in der Bundesliga noch auf 21 Einsätze, aber nur neunmal spielte er von Beginn an.

Zu phlegmatisch, zu unbeweglich und zu unmodern: Es gibt reichlich Argumente, die zuletzt gegen den klassischen Strafraumspieler angeführt wurden - doch eines braucht sich Gomez nach seinen vier Jahren in München ganz bestimmt nicht vorwerfen lassen: seine Torquote.

Insgesamt brachte es der kantige Mittelstürmer in den 174 Pflichtspielen für den Rekordmeister auf 115 Tore, erreichte eine 66-prozentige, in der Bayern-Geschichte nur von Gerd Müller übertroffene Trefferquote - und kam trotzdem nie richtig in den Herzen der Münchner an. Daran konnten auch seine zwölf Champions-League-Treffer in der Saison 2011/12 - nur Lionel Messi schaffte je mehr in einer Spielzeit - nichts ändern.

WM war mit ein Wechselgrund

"Jetzt beginnt für mich ein neues Kapitel und ich freue mich sehr auf meinen neuen Verein AC Florenz, die Stadt, das Land, die Sprache und die Kultur", ließ Gomez seine Fans nach Bekanntwerden seines Wechsels vom besten Klub Europas zu einem Team, das nicht einmal in der Champions League spielt, via "Facebook" wissen. Beim AC will er sich bei Bundestrainer Joachim Löw mit Nachdruck für die WM im kommenden Sommer in Brasilien bewerben. "Es ist immer gut, nach einer Saison mit vielen Spielen und vielen Toren in eine WM zu gehen", sagte Gomez.

"Super-Mario" ("Corriere della Sera"), für den Florenz insgesamt rund 20 Millionen Euro nach München überweist, geht also den Weg, den zuvor schon die ehemaligen Bayern-Kollegen Luca Toni und Miroslav Klose gegangen sind: Auf den Apennin. Dorthin, wo es immer noch mit am schwersten ist, Tore zu erzielen. Mario Gomez will sich dieser neuen Herausforderung stellen.

Mario Gomez im Steckbrief

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