Sonntag, 11.03.2012

Serie A - 27. Spieltag

Bologna schlägt Lazio - Milan zieht Juve davon

Der AC Milan zieht an der Tabellenspitze langsam aber sicher davon. Die Mailänder feierten am 27. Spieltag einen 2:0-Sieg gegen Lecce, während in Genua Verfolger Juventus einmal mehr nicht über ein Unentschieden hinaus kam. Inter feierte den ersten Sieg seit eineinhalb Monaten. Napoli schoss Cagliari mit 6:3 ab. Lazio verlor zuhause gegen ein formstarkes Bologna.

Zlatan Ibrahimovic war einmal mehr der Garant für den Milan-Sieg: Ein Tor, eine Vorlage
© Getty
Zlatan Ibrahimovic war einmal mehr der Garant für den Milan-Sieg: Ein Tor, eine Vorlage

Lazio - FC Bologna 1:3 (0:2)

Tore: 0:1 Portanova (11.), 0:2 Diamanti (28.), 1:2 Rubin (Eigentor, 56.), 1:3 Krhin (60.)

Rote Karte: Matuzalem (Lazio, 43.), Gonzalez (Lazio, 58.)

Die Rossoblu zeigten in Rom, warum sie derzeit zu den formstärksten Mannschaften der Serie A gehören und rangieren nach dem Auswärtsdreier bereits auf Platz neun.

Lazio musste neben den verletzten Verteidigern Abdoulay Konko, Stefan Radu, Marius Stankevicius und Senad Lulic auch auf die gesperrten Lionel Scaloni und Giuseppe Biava verzichten und geriet früh in Rückstand.

Auffälligster Akteur der Gäste war Alessandro Diamanti, der das Führungstor durch einen Eckball einleitete, in dessen Folge Daniele Portanova die Kugel im Strafraum ins Tor stocherte. Wenig später setzte Diamanti eine weitere Ecke auf den Querbalken - und das sah ganz und gar nicht unabsichtlich aus.

Nach knapp einer halben Stunde nutzte Diamanti dann eine zu kurze Kopfballabwehr des aus seinem Kasten gestürmten Keepers Federico Marchetti. Per Direktabnahme mit links knallte er den Ball aus 35 Metern ins verwaiste Tor.

Auf Lazio-Seite bäumte sich vor der Pause nur Kapitän Stefano Mauri auf, der in der 26. Minute am glänzend reagierenden Jean-Francois Gillet scheiterte und nur zwei Minuten später einen Fallrückzieher aufs Tor brachte. Die Römer hatten zwar mehr Ballbesitz zu verzeichnen, waren Richtung Strafraum aber sehr uneffektiv.

Als Matuzalem kurz vor der Pause mit Rot vom Platz flog, hatte erneut Diamanti seine Finger im Spiel - beziehungsweise sein Gesicht. Der Römer schlug ihm bei einem Zweikampf die Hand ins Gesicht, der Platzverweis war gerechtfertigt.

Nach der Pause scheiterte Miroslav Klose zunächst mit einer guten Kopfballchance an Gillet. Wenig später wurde Bolognas Keeper dann vom eigenen Abwehrmann ausgespielt, ein fataler Rückpass von Matteo Rubin landete im eigenen Kasten.

Dann überschlugen sich kurzzeitig die Ereignisse: Gaston Ramirez lief nach einem Zuspiel aus dem Mittelfeld alleine auf Marchetti zu, wurde beim Schussversuch aber von Alvaro Gonzalez ausgehebelt - Rot für den Römer war auch hier die richtige Entscheidung. Den fälligen Freistoß hämmerte Diamanti in die Mauer, den Nachschuss aus der Distanz setzte Rene Krhin aber links unten ins Netz.

Bologna brachte die Partie in der Folge sicher nach Hause und verzeichnet aus den letzten elf Spielen lediglich eine Niederlage. Durch die siebte Saisonniederlage hat Lazio im Kampf um Platz drei an Boden verloren und nur noch zwei Zähler Vorsprung vor Napoli.

AC Milan - US Lecce 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 Nocerino (7.), 2:0 Ibrahimovic (64.)

Man erinnert sich noch gerne an die Hinrundenpartie beider Teams. In dem unglaublichen Spiel drehte Milan nach einem 0:3-Rückstand die Partie und gewann am Ende mit 4:3.

Das Rückspiel verlief dagegen weniger spektakulär. Im heimischen Giuseppe-Meazza-Stadion war Milan überlegen und ließ Lecce nur wenige Chancen. Bereits in der siebten Minute musste der Lecce-Keeper das erste Mal hinter sich greifen.

Nach Vorarbeit von Zlatan Ibrahimovic war es Antonio Nocerino, der Milan mit seinem neunten Saisontor früh auf Kurs brachte. Im weiteren Spielverlauf ließ Milan selten etwas anbrennen.

Für die endgültige Entscheidung sorgte dann Ibrahimovic selbst. Eine wunderschöne Flanke mit dem Außenrist von Robinho fand genau den Kopf von Urby Emanuelson, der den Ball gekonnt auf den heranstürmenden Schweden ablegte. Ibrahimovic nahm dann 17 Meter zentral vor dem Tor den Ball per Direktabnahme und knallte ihn in den Winkel. Traumtor!

Vor dem Anpfiff erinnerten die Rossoneri an Marco Simoncelli, der am Tag des Hinspiels tödlich verunglückt war. Simoncelli war großer Milan-Fan. Die Mailänder untermauerte mit dem Dreier die Ambitionen auf den Scudetto. Mit jetzt vier Punkten Vorsprung vor dem ärgsten Verfolger Juve hat man alle Trümpfe in der Hand.

FC Genua - Juventus 0:0

Es ist schon eine unglaubliche Geschichte. Das 0:0 gegen den FC Genua war das 14. Juve-Unentschieden in dieser Saison. Und: Es war das sechste Unentschieden aus den letzten sieben Spielen.

Dabei spielte Juve eine der besten Saisonpartien, doch der Ball wollte nicht ins Tor: Mirko Vucinic traf einmal die Latte und einmal den Pfosten, Simone Pepe einmal den Pfosten. Zudem wurde Pepe ein Tor aberkannt, dabei schien der Juve-Außenstürmer auf gleicher Höhe zu sein und nicht im Abseits.

Außerdem verhinderte Genoa-Keeper Sebastian Frey mit mehreren starken Paraden die Juve-Führung, beispielsweise gegen einen Hammer von Claudio Marchisio. Auf der Gegenseite zeichnte sich auch Juve-Torhüter Gianluigi Buffon zweimal aus, in der 79. Minute umkurvte Alberto Gilardino Buffon, schoss aus spitzem Winkel aber über das Tor.

Die Top-Torjäger der Serie A 2011/2012
Rang 1: Zlatan Ibrahimovic vom AC Milan (28 Tore)
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Rang 1: Zlatan Ibrahimovic vom AC Milan (28 Tore)
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Rang 2: Diego Milito von Inter Mailand (24 Tore)
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Rang 2: Diego Milito von Inter Mailand (24 Tore)
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Rang 3: Edinson Cavani vom SSC Neapel (23 Tore)
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Rang 3: Edinson Cavani vom SSC Neapel (23 Tore)
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Rang 3: Antonio Di Natale (r.) von Udinese Calcio (23 Tore)
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Rang 3: Antonio Di Natale (r.) von Udinese Calcio (23 Tore)
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Rang 5: Rodrigo Palacio vom FC Genua (19 Tore)
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Rang 5: Rodrigo Palacio vom FC Genua (19 Tore)
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17 Ecken und 64 Prozent Ballbesitz zeigen die Dominanz der Gäste, die in der 93. Minute durch den eingewechselten Marco Borriello die letzte Chance auf den Sieg vergaben. Zuvor gab es eine strittige Szene im Juve-Strafraum. Eljero Elia wurde in der zweiten Halbzeit nach langer Zeit eingewechselt, blieb aber blass.

Chievo - Inter 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Samuel (87.), 0:2 Milito (90.)

Herzlichen Glückwunsch zum 104. Geburtstag, Inter! Und Glückwunsch zum ersten Sieg seit eineinhalb Monaten.

Dabei hatte es zu Beginn wieder wie verhext für die Mailänder ausgesehen: Zuerst verschoss Diego Milito einen Elfmeter (14.), dann setzte Wesley Sneijder einen sehenswerten Schlenzer aus 20 Metern an die Querlatte (19.).

Doch die Nerazzurri machten weiter das Spiel - und das gegen formstarke Hausherren, die erst letzte Woche Juve auswärts einen Punkt abgeknöpft und sieben Punkte in den letzten drei Spielen geholt hatten.

So setzte Andrea Poli eine Hereingabe des starken Sneijder aus kurzer Distanz und spitzem Winkel knapp am Tor vorbei (52.), ehe der eingewechselte Esteban Cambiasso nach einem Sneijder-Freistoß den Ball aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbrachte (85.).

Kurz darauf belohnte sich Inter aber, Samuel setzte nach einer Ecke einen Kopfball in die Maschen. Milito machte ebenfalls per Kopf nach einer schönen Flanke von Kapitän Javier Zanetti den Deckel drauf.

SSC Neapel - Cagliari 6:3 (3:1)

Tore: 1:0 Hamsik (10.), 2:0 Cannavaro (19.), 3:0 Astori (30., Eigentor) 3:1 Larrivey (37.), 4:1 Lavezzi (56., Elfmeter), 5:1 Gargano (70.), 5:2 Larrivey (77.), 6:2 Maggio (84.), 6:3 Larrivey (92.)

Die heißeste Mannschaft der Liga kommt aus Neapel: Der SSC feierte gegen Cagliari den fünften Sieg in Serie - und das ohne Toptorjäger Edinson Cavani, der für das CL-Achtelfinalrückspiel bei Chelsea geschont wurde und erst in der 60. Minute aufs Feld kam. Der Stürmer aus Uruguay bereitete dann noch den Treffer von Walter Gargano vor.

Wie so oft zuletzt riss Ezequiel Lavezzi sein Team mit: Der Argentinier bereitete das 2:0 vor, provozierte das Eigentor von Davide Astori mit einer scharfen Hereingabe und holte den Elfmeter zum 4:1 raus, den er dann selbst verwandelte. Durch den Dreier ist Napoli weiter voll im Rennen um den dritten Champions-League-Platz.

Cagliari hatte nach dem 1:3-Anschlusstreffer eine kurze starke Phase, doch Morgan De Sanctis bewahrte sein Team gegen Thiago Ribeiro vor dem 3:2.

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