Mittwoch, 21.12.2011

Serie A - 1. Spieltag

Juve bleibt ungeschlagen - Napoli trifft sechsmal

Kurz vor Weihnachten wurde in der Serie A der 1. Spieltag nachgeholt, der Ende August einem Streik zum Opfer gefallen war. Juventus kam in Udine trotz Überlegenheit zu einem 0:0, damit bleiben die Bianconeri ungeschlagen. Meister Milan hatte am Dienstag in Cagliari vorgelegt. Lazio kam mit Miroslav Klose zu einem schmeichelhaften Heim-Punkt gegen Chievo, Inter traf viermal Aluminium, ehe der 4:1-Sieg gegen Lecce klargemacht wurde und Napoli schenkte dem FC Genua um Alexander Merkel sechs Stück ein.

Juves Stephan Lichtsteiner (l.) im Duell mit Kwadwo Asamoah
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Juves Stephan Lichtsteiner (l.) im Duell mit Kwadwo Asamoah

Udinese - Juventus 0:0

Tore: Fehlanzeige

Der ungeschlagene Tabellenführer gastierte beim Heim-König: Udinese hat alle sieben Ligaheimspiele gewonnen und dabei erst zwei Gegentore kassiert - eine Serie musste also zu Ende gehen.

Zu Ende ging die Heimserie von Udinese: Juve hatte eindeutig mehr vom Spiel, im Strafraum fehlte allerdings die letzte Präzision.

Die Gäste, die zum zweiten Mal nach Neapel auswärts im 3-5-2-System spielten, hatte in der ersten Halbzeit die Partie im Griff. Durch das Fünfer-Mittelfeld hatten die Gäste die Oberhand im Zentrum des Spiels, von Udinese war nach vorne so gut wie gar nichts zu sehen. Die Ballkontakte von Antonio Di Natale konnte man in den ersten 45 Minuten an einer Hand abzählen.

Die erste gute Chance hatte Juve durch Claudio Marchisio, der auf Zuspiel von Marcelo Estigarribia mit dem Außenrist das lange Eck anvisierte, den Ball aber knapp am rechten Pfosten vorbeisetzte (8.). Ein aus spitzem Winkel aufs Tor gezogener Freistoß von Andrea Pirlo zwang Udinese-Keeper Samir Handanovic zu einer mutigen Parade mit den Fäusten (40.). Udines einzige nennenswerte Offensivaktion kam nach einer zu kurzen Kopfballrückgabe von Giorgio Chiellini zustande: Gianluigi Buffon parierte den Heber von Mauricio Isla aber zur Ecke.

Nach Wideranpfiff machten weiterhin die Gäste das Spiel und kamen zur besten Chance der Partie: Chiellini stieg nach einer Ecke aus sechs Metern am höchsten, doch Handanovic war schnell unten und hielt den Ball zentral auf der Linie fest. Um die 60. Minute taute Udine etwas auf und setzte einige Akzente nach vorne, so richtig zwingend wurde das Team von Coach Francesco Guidolin allerdings nicht. So blieb Di Natale auch zum ersten Mal in dieser Saison wettbewerbsübergreifend ohne Heimtreffer.

Juve versuchte mit den Einwechslungen von Fabio Quagliarella und Kapitän Alessandro Del Piero die Partie doch noch für sich zu entscheiden. Das Tor wollte aber nicht mehr fallen. Durch das 0:0 zog Juve mit Milan an der Tabellenspitze gleich.

Antonio Di Natale im Porträt: In einem Atemzug mit Zico

Lazio - Chievo 0:0

Tore: Fehlanzeige

Schwer vorstellbar, aber wahr: Chievo war im Olimpico von Beginn an Herr im Hause - die Römer, die Djibril Cisse neben Miroslav Klose im Sturm aufboten, sahen teilweise kein Land.

Chievos Bojan Cesar traf bereits nach drei Minuten die Querlatte, Alberto Paloschi scheiterte drei Minuten später aus toller Position an Lazio-Keeper Albano Bizzarri, der den verletzten Federico Marchetti vertrat. Und wie er ihn vertrat, denn in Minute 25 brachte er erneut Cesar mit einem Wahnsinns-Reflex zur Verzweiflung. Sekunden davor hatte Sergio Pellissier Bizzarri umkurvt, den Ball dann aber unter Bedrängnis am Tor vorbeigesetzt. So nebenbei stoppte Bizzarri auch noch Luciano, der alleine auf ihn zulief (35.). Kurz: Lazios erste Hälfte war zum Vergessen, wohl kaum einer im Stadion konnte sich erklären, wieso die Biancolesti nicht in Rückstand lagen.

Lazio-Coach Edi Reja reagierte, brachte Alvaro Gonzalez für Hernanes und stellte von 4-3-1-2 auf 4-4-2 um. Wirklich besser wurde es allerdings nicht, denn weiterhin hatten die Gäste die Chancen: Pellissier köpfte drüber (52.), dann rettete erneut Bizzarri gegen Thereau (69.).

Erst in der Schlussphase drängte Lazio - angetrieben von Senad Lulic - auf den Sieg. Die größte Chance vergab Klose in der zweiten Minute der Nachspielzeit, sein Kopfball nach einer Ecke ging aber ganz knapp am Tor vorbei. Ein Lazio-Sieg wäre an diesem Abend aber auch mehr als nur unverdient gewesen. Durch das 0:0 setzte sich die Lazio-Heimkrise fort: Im neunten Spiel im Olimpico gab es erst den 13. Punkt für die Biancocelesti.

Die Top-Torjäger der Serie A 2011/2012
Rang 1: Zlatan Ibrahimovic vom AC Milan (28 Tore)
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Rang 1: Zlatan Ibrahimovic vom AC Milan (28 Tore)
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Rang 2: Diego Milito von Inter Mailand (24 Tore)
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Rang 2: Diego Milito von Inter Mailand (24 Tore)
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Rang 3: Edinson Cavani vom SSC Neapel (23 Tore)
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Rang 3: Edinson Cavani vom SSC Neapel (23 Tore)
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Rang 3: Antonio Di Natale (r.) von Udinese Calcio (23 Tore)
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Rang 3: Antonio Di Natale (r.) von Udinese Calcio (23 Tore)
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Rang 5: Rodrigo Palacio vom FC Genua (19 Tore)
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Rang 5: Rodrigo Palacio vom FC Genua (19 Tore)
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Inter - Lecce 4:1 (1:1)

Tore: 0:1 Muriel (20.), 1:1 Pazzini (34.), 2:1 Milito (49.), 3:1 Cambiasso (73.), 4:1 Alvarez (81.)

Viermal Aluminium - das war die beeindruckende Inter-Statistik in Halbzeit eins. Und das alles nach dem 0:1 von Luis Muriel, der sich im Inter-Strafraum stark gegen Lucio und Maicon durchsetzte und Julio Cesar bezwang. Dann ließen Diego Forlan (2), der sein Startelf-Comeback feierte, Giampaolo Pazzini und Walter Samuel viermal das Gebälk erzittern, ehe Pazzini zum so was von verdienten Ausgleich einnetzte.

Kurz nach Wideranpfiff war es Ricky Alvarez vorbehalten, Diego Milito perfekt auf die Reise zu schicken. Der Argentinier ließ sich nicht zweimal bitten und traf zum 2:1. Zwei Stürmer-Tore in San Siro hatte bisher in dieser Saison auf Inter-Seite noch nie gegeben.

Trotz der drückenden Überlegenheit musste nach dem 2:1 zweimal Julio Cesar für Inter retten, ehe Yuto Nagatomo die Tore Nummer drei und vier für die Nerazzuri vorbereitete. Alvarez erzielte mit dem 4:1 seinen ersten Serie-A-Treffer. Inter liegt jetzt nach dem sechsten Sieg in den letzten sieben Partien nur noch acht Punkte hinter der Tabellenspitze.

Pazzini entwischte gleich nach Spielende ins Krankenhaus - kurz vor dem Spiel war Tommaso, sein erstes Kind, auf die Welt gekommen.

SSC Neapel - FC Genua 6:1 (4:1)

Tore: 1:0 Cavani (12.), 2:0 Hamsik (20.), 3:0 Cavani (24.), 3:1 Jorquera (27.), 4:1 Pandew (45. + 1), 5:1 Gargano (49.), 6:1 Zuniga (80.)

Napoli hatte nach der 1:3-Heimpleite gegen die Roma einiges gut zu machen - und tat das eindrucksvoll. Ohne den verletzten Ezequiel Lavezzi brannte das Team von Doppeltoschütze Edinson Cavani in Halbzeit eins unter gütiger Mithilfe einer indiskutablen Genoa-Abwehr ein Offensiv-Feuerwerk.

Bereits nach 24 Minuten führten die Süditaliener mit 3:0 - dreimal hatte die Fünferkette vor Sebastian Frey ganz schlecht ausgesehen. Nach dem Anschlusstreffer vergab Goran Pandew alleine vor Frey (38.), machte dann aber in der ersten Minute der Nachspielzeit auf Vorarbeit von Marek Hamsik das 4:1.

DFB-Youngster Alexander Merkel sah die Defensiv-Horrorvorstellung seines Teams von der Bank an, ehe er eine Minute nach dem 1:5 ins Spiel kam. Für den Schlusspunkt in einem Duell, das von Beginn an keines war, sorgte Camilo Zuniga - Frey konnte einem leid tun.

Cagliari - AC Milan 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Pisano (4./ET), 0:2 Ibrahimovic (61.)

Was für ein Start in Cagliari: Keine drei Minuten waren gespielt, als Thiago Ribeiro mit einem satten Schuss den Mailänder Pfosten erklingen ließ. Das wäre der Traumstart für den Gastgeber gewesen. Wie gesagt "wäre"...

Knappe 120 Sekunden später hatte sich der Traumstart dann endgültig erledigt. Nach einer Hereingabe von Robinho, der den Vorzug gegenüber Pato erhalten hatte, bugsierte Francesco Pisano den Ball bei einem Rettungsversuch in den eigenen Kasten.

Doch selbst der Rückstand ließ Cagliari nicht verzagen. Die Mannen von Davide Ballardini spielten weiter mutig und munter nach vorne.

Ganz anders die Rossoneri, die lange Zeit nicht richtig ins Spiel kamen und vor allem im Spielaufbau jegliche Konzentration vermissen ließen.

Dasselbe Bild in der zweiten Hälfte: Cagliari machte das Spiel, ein abgezocktes Milan die Tore. Zlatan Ibrahimovic machte in der 62. Minute mit einem Lupfer den Sack endgültig zu.

Die letzte halbe Stunde ließ der Meister dann nichts mehr anbrennen und blieb zum elften Mal in Folge ungeschlagen.

Die Serie-A-Tabelle im Überblick

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