Fussball

Investorengruppe will Arsenal-Übernahme

Von Stefan Petri
Stan Kroenke ist der größte Mehrheitseigner des FC Arsenal - will er überhaupt verkaufen?
© getty

Englischen Medienberichten zufolge bietet ein Konsortium aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten umgerechnet über 1,7 Milliarden Euro für eine komplette Übernahme des FC Arsenal. Der Klub soll wieder an die europäische Spitze geführt werden.

Auch die Fans sollen profitieren. Trainer Arsene Wenger muss aber wieder Titel gewinnen.

Nach Informationen der "Sun" und des "Telegraph" bereitet die namentlich bisher nicht genannte Investorengruppe aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten das bisher höchste Übernahmeangebot im europäischen Fußball vor:

Um alle 62.217 Anteile des FC Arsenal zu übernehmen und die knapp 300 Millionen Euro Schulden des Klubs zu tilgen, soll die gigantische Summe von 1,5 Milliarden Pfund gezahlt werden. Zum Vergleich: Für Manchester United zahlte Malcolm Glazer 2005 umgerechnet etwa 920 Millionen Euro.

Mit oder ohne Usmanov?

Mehrheitseigner Stan Kroenke, der 66,83 Prozent der Anteile an Arsenal hält, soll fast 960 Millionen Euro erhalten. Das entspricht einem Preis von etwa 23.000 Euro pro Aktie, die derzeit für etwa 19.600 Euro gehandelt werden. Kroenke, der seit seinem Einstieg beim FC Arsenal 2007 insgesamt knapp 500 Millionen Euro in seine Aktienmehrheit investiert haben soll, würde damit etwa 460 Millionen Euro Gewinn erzielen. Durch dieses Angebot erhofft man sich, den Amerikaner zu einem Verkauf bewegen zu können.

Dem Usbekische Milliardär Alisher Usmanov, mit knapp 30 Prozent der Aktien größter Minderheitseigner des Klubs, würde der gleiche Preis pro Aktie geboten werden. Allerdings halte man auf Seiten der Investorengruppe eine Zusammenarbeit mit Usmanov, der selbst versucht hatte, Mehrheitseigner von Arsenal zu werden, für möglich.

Entscheidender Moment für Arsenal

Der "Telegraph" zitiert eine Quelle der Investorengruppe mit den Worten: "Arsenal steht gerade am Scheideweg. Es ist zu befürchten, dass dem Klub eine Abwärtsspirale bevorsteht, so wie Liverpool. Aus unserer Sicht ist es der perfekte Zeitpunkt für ein solches Angebot, weil man diese außergewöhnliche Bewertung des Klubs derzeit noch rechtfertigen kann."

In der "Sun" drängt eine Quelle: "Kroenke sollte sich darüber Gedanken machen, was passiert, wenn Arsenal die Champions League verpasst." Sollte das passieren, wäre das Angebot wohl vom Tisch. "Sie könnten fünf Jahre warten, ohne dass ein besseres Angebot kommt."

Preiswerte Tickets?

Unter einer neuen Vereinsführung sollen die Gunners eine Macht im europäischen Fußball werden, so der "Telegraph". Dabei sollen einerseits junge Spieler ausgebildet und gehalten werden, andererseits das Team derart verstärkt werden, dass Akteure wie Jack Wilshere keinen Grund mehr haben, bei anderen Klubs um Titel zu spielen.

Die Eintrittspreise bei Arsenal, die zu den höchsten der Liga gehören, sollen zudem verringert werden, um noch mehr Fans den Besuch eines Spiels zu ermöglichen. Laut der Quelle sollen "die wahren Anhänger" zurückgewonnen werden, die durch die hohen Ticketpreise verloren worden waren. Dafür will man eine Atmosphäre schaffen "wie früher auf der North Bank", der lautesten Tribüne im früheren Stadion Highbury.

Wenger muss Titel gewinnen

Trainer Arsene Wenger soll gehalten werden. Eine ähnliche Titelflaute wie derzeit dürfe es aber nicht geben. "Kein Manager, nicht einmal Alex Ferguson, würde acht Jahre ohne Titel bei einem großen Klub überleben." Wenger würde unter schärferer Beobachtung stehen: "Es gibt niemanden, dem er Rede und Antwort stehen muss, niemand fragt ihn, was mit der Mannschaft passiert. Alles treibt so vor sich hin."

Der FC Arsenal im Überblick

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