So heilig wie das Weihnachtsfest

SID
Freitag, 25.12.2009 | 11:01 Uhr
Christian Ziege (r.) hat bei Tottenham einige Boxing Days erlebt. Nicht alle waren positiv für ihn
© Getty
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Zeit zur Besinnung haben die Fußball-Profis auf der britischen Insel nicht. Am Heiligen Abend wird trainiert, am 1. Weihnachtsfeiertag beschert - und am 26. Dezember wieder die Arbeit aufgenommen.

Der Boxing Day ist so heilig wie das Weihnachtsfest selbst, in England und Schottland rollt der Ball.

Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack eröffnet mit Premier-League-Spitzenreiter FC Chelsea zur Lunchtime am Samstag das alljährliche Spektakel mit dem Gastspiel bei Birmingham City, Robert Huth tritt mit Stoke City wenig später bei Manchester City an.

Keine Winterpause

"Das war eine Riesenumstellung. Eine Winterpause wie in Deutschland gibt es dort nicht. Als ich aktiv war, haben wir in dieser Zeit bis zu 14 Spiele gemacht", erzählt Christian Ziege.

Der Europameister von 1996 spielte jeweils ein Jahr für den FC Middlesbrough (1999/2000) sowie Rekordmeister FC Liverpool (2000/2001) und verbrachte dann drei Jahre bei Tottenham Hotspur (2001 bis 2004).

"Der Boxing Day ist eigentlich ein Tag, an dem man den Armen hilft", sagt der 37-Jährige: "Aber es ist ein großer Fußball-Tag, ein Festtag für die Fans. Die Väter gehen mit den Söhnen ins Stadion. Vorher geht man ins Pub und trinkt ein Bier. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre. Für die Spieler auf dem Platz ist es eigentlich nichts Besonderes."

Drama um Christian Ziege

Eigentlich verbindet Christian Ziege mit dem Boxing Day die schwärzeste Stunde seiner Karriere. "Wenn ich auf den Boxing Day angesprochen werde, kommt alles wieder hoch. Ich habe dort die schlimmste Verletzung meiner Karriere erlitten, die später auch der Grund für das Ende meiner aktiven Laufbahn war", erklärt Ziege.

Am 26. Dezember 2002 spielen die Spurs an der White Hart Lane gegen Charlton Athletic.

"In der ersten Halbzeit bekomme ich einen Pferdekuss auf den Oberschenkel. Ich habe dann bis zur 89. Minute durchgehalten. Dann wurde ich mit der Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen. Es war die zweite Gelb-Rote innerhalb von drei Spielen, so etwas ist mir nie wieder passiert", erzählt der 72-malige Nationalspieler.

Aus einer eigentlich harmlosen Blessur entwickelte sich in der Folge ein Drama. Ziege wurde ins Krankenhaus gebracht.

"Das war nicht mehr witzig. Ich habe kaum noch mitbekommen, was mit mir passiert. Die Ärzte erzählten mir später, wenn ich 45 Minuten später eingeliefert worden wäre, hätten sie amputieren müssen", erklärt der ehemalige Mittelfeldspieler mit dem starken linken Fuss.

Kompartment Syndrom

Ein sogenanntes Kompartment Syndrom war verantwortlich für die äußerst kritische Situation. Es handelt sich um einen Zustand, in dem der erhöhte Gewebedruck zu einer Minderdurchblutung des Gewebes führt.

13 Monate musste Ziege danach pausieren. 2004 wechselte er von Tottenham dann zurück in die Bundesliga zu Borussia Mönchengladbach und machte noch 13 Spiele. Danach ging es nicht mehr.

Ziege wurde Trainer der U15 beim fünfmaligen deutschen Meister, danach Sportdirektor und später bis Dezember 2008 Co-Trainer von Hans Meyer.

"Schön, so aufgenommen zu werden"

Trotz des schwarzen Tages hat Ziege überwiegend gute Erinnerungen an seine Zeit in England.

"Man gibt in 90 Minuten alles, bis es nicht mehr geht. Außerhalb des Platzes wird einem viel Respekt entgegengebracht. Die Hilfsbereitschaft in allen Lebenslagen ist bemerkenswert. Es gibt keinen Neid. Die Leute erkennen einen auf der Straße, respektieren aber auch, dass man eine Privatsphäre hat. Es ist schön, als Deutscher so aufgenommen zu werden", sagt der Ex-Profi.

Christian Ziege, der mittlerweile in Düsseldorf lebt, absolviert zur Zeit den Fußball-Lehrer-Lehrgang an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln. Im März will er dann mit der Fußball-Lehrer-Lizenz ins Trainergeschäft einsteigen.

"Ich hoffe, dass ich eine Chance bekomme, eine Mannschaft zu trainieren, in der 2. Liga, 3. Liga oder Regionalliga. Das ist egal", erzählte er.

Und mit einem Auge blickt Ziege natürlich über den Ärmelkanal: "Wenn ich die Möglichkeit hätte, als Trainer zurückzukehren, würde ich das sofort tun. Hier habe ich die schönste Zeit meiner Karriere erlebt."

Chelsea mit Personalsorgen

Für den FC Chelseas bringt der diesjährige Boxing Day eigene Probleme mit sich. Neben den verletzten Nicolas Anelka und Michael Essien fehlen Carlo Ancelotti jetzt auch Didier Drogba, Salomon Kalou und John Obi Mikel.

Alle drei werden schon an diesem Wochenende zu ihren Nationalmannschaften stoßen, um sich auf den im Januar stattfindenden Afrika-Cup vorzubereiten.

FIFA-Statuten besagen, dass die Nationalmannschaftstrainer ihre Spieler bis zu zwei Wochen vor einem Turnier nach Hause beordern können. Da half dann auch ein Gespräch zwischen Ancelotti und Vahid Halilhodzic, dem Coach der Elfenbeinküste, nicht mehr.

Das bedeutet, dass Chelsea nur noch die jungen Daniel Sturridge und Fabio Borini im Sturm zur Verfügung stehen. Der Trainer spricht den beiden gegenüber der "Times" sein Vertrauen aus: "Wir glauben an alle unsere Stürmer. Ich habe keine Neuverpflichtungen gefordert, weil wir sehr guten internen Ersatz parat haben. Auch wenn unsere Afrikaner fehlen."

Der 19. Spieltag der Premier League im Überblick

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