Sonntag, 27.04.2008

England zollt DFB-Teamkapitän Respekt

Nervenstarker Ballack lässt Chelsea träumen

London - Mit zwei Treffern gegen Spitzenreiter Manchester United hat Michael Ballack den Traum des FC Chelsea vom Titelgewinn in der Premier League am Leben erhalten.

Ballack, Chelsea, Premier League
© DPA

Englands Presse bewunderte den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft vor allem wegen seiner Nervenstärke, mit der er vier Minuten vor Spielende einen Handelfmeter zum 2:1-Siegtreffer nutzte.

"Personifizierte Coolness", schrieb die "Mail on Sunday", "ein Deutscher und ein Elfmeter, da gibt es keine Zweifel." Ballack habe das Gipfeltreffen "mit dieser Art von Elfmeter" entschieden, "mit der seine Landsleute über die Jahre schon so viele englische Herzen gebrochen haben", zollte die "Sunday Times" dem überragenden Chelsea-Spieler ihren Respekt.

United weiter in Führung

Mit einem fulminanten Kopfballtor kurz vor der Pause und dem kühl verwandelten Strafstoß sicherte Ballack Chelseas dramatischen Sieg praktisch im Alleingang, nachdem Wayne Rooney zwischenzeitlich der Ausgleich für United gelungen war (57.).

Zwei Spieltage vor Saisonende zogen die Blues nach Punkten mit dem Gegner gleich. Die Red Devils, die mit einem Sieg ihren 17. Meistertitel praktisch hätten perfekt machen können, haben dank einer um 16 Treffer besseren Tordifferenz aber weiter die Nase vorn.

United mit leichterem Restprogramm

Chelsea widmete den Sieg der im Alter von 58 Jahren verstorbenen Mutter von Ballacks Mittelfeldkollegen Frank Lampard, der wegen des Trauerfalls pausiert hatte.

"Der Sieg ist für Frank und seine Familie", sagte Ballack nach dem Spiel bescheiden. "Es ist nicht leicht, zwei Spiele zu gewinnen, wenn man unter Druck steht", meinte Chelsea-Trainer Avram Grant. "Ich hoffe, dass wir auch am Ende der Saison Grund zur Freude haben." Allerdings muss dazu United gegen West Ham United und Wigan Athletic mindestens einen Punkt lassen, während Chelsea sich gegen Newcastle United und die Bolton Wanderers keine Blöße geben darf.

Ballack bestraft Manchester

Während auch die "News of the World" Ballack in den höchsten Tönen lobte ("Die sicherste Wette im Fußball: Ein Elfmeter, ein Deutscher, eine Formalität"), bezeichnete Sir Alex Ferguson den späten Elfmeter gegen seine Mannschaft als "absolut diabolische Entscheidung".

Der Manchester-Coach hatte gegen Chelsea nicht seine stärkste Elf aufgeboten. Torjäger Cristiano Ronaldo wurde erst nach einer Stunde für den an der Hüfte lädierten Rooney eingewechselt.

Der Portugiese lieferte sich prompt einen nicht geahndeten Ringkampf mit Ballack, in dem sich der Deutsche Respekt verschaffte.

Stürmer Carlos Tevez kam nicht zum Einsatz, der in der Champions League zuletzt starke Paul Scholes saß auf der Tribüne. "Ballack bestraft Manchesters Frechheit", titelte deshalb der "Sunday Telegraph".

Grant mit ausgelassenem Jubel

Das siegreich beendete Gipfeltreffen an der Stamford Bridge, mit dem die Blues ihre Heimserie auf 81 Liga-Partien ohne Niederlage ausbauten, gibt Chelsea weiter Auftrieb.

Am Mittwoch gegen den FC Liverpool haben Ballack und Co. nach dem 1:1 im Hinspiel alle Chancen, erstmals in der Vereinsgeschichte ins Champions-League- Finale einzuziehen.

Damit würde der umstrittene Grant, der nach der 50. Partie auf Chelseas Trainerbank entgegen seiner Gewohnheit beide Fäuste gen Himmel streckte, aus dem Schatten seines charismatischen Vorgängers Jose Mourinho treten.

Statt Chelseas Totengräber, so die "Sunday Times", wäre Grant dann am Ende der Wunderheiler der Londoner Millionentruppe.


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