Moritz Volz exklusiv, Teil II

"Ich war schockiert"

Von Interview: Haruka Gruber
Montag, 17.12.2007 | 14:10 Uhr
Volz, Moritz, Fulham
© Getty
Advertisement
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Premier League
Manchester City -
Everton
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Premier League
Manchester United -
Leicester
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Premier League
Newcastle -
West Ham
Premier League
Crystal palace -
Swansea
Premier League
Chelsea -
Everton
Premier League
Liverpool -
Arsenal

Im zweiten Teil des Interviews spricht Premier-League-Legionär Moritz Volz über drollige Scholls, Deutschland-Perücken und Englands Krise.

SPOX: Der "Guardian" vergleicht Sie fast schon mit einem Weltwunder, weil Sie 1. ein Deutscher sind, 2. Fußball spielen und 3. Humor haben.

Volz: Na ja, zu dem Punkt mit dem Humor: Ich finde gar nicht, dass ich so witzig bin. Wenn ich weggehe, landen immer die anderen die Lacher. Ich vergesse immer die Witze und kriege bei keiner Story die Punchline hin.

SPOX: Woher dann Ihr guter Ruf?

Volz: Die Leute finden es lustig, dass ich zum Beispiel mit dem Fahrrad zum Training fahre. Dabei ist es gar nicht witzig gemeint. Vielmehr bin ich einfach nur vernünftig, weil ich weiß, dass ich mit dem Fahrrad schneller und gesünder von A nach B komme. So einfach ist das.

SPOX: Humorkritiker Hans Mentz wird auf Ihrer Wikipedia-Seite so zitiert: "Zwischen all den jungen und stockdummen Bravo-Sport-Titelvorlagen wie Poldi oder Schweini ist Volz ein potentieller Nachfolger des drolligen Mehmet Scholl." Ein schönes Kompliment?

Volz: Ich kenne das Zitat gar nicht. Ganz ehrlich: Ich lege auf so etwas keinen großen Wert. Ich glaube, dass man über meine Website einen guten Eindruck davon bekommt, wie ich mit vielen Dingen umgehe, egal ob als Fußballer oder Privatmensch. Die Außenbetrachtung anderer spielt für mich keine allzu große Rolle.

SPOX: Aber freut es einen nicht, mit Mehmet Scholl verglichen zu werden?

Volz: Klar, so etwas ist natürlich schön. Ich schätze ihn als Typ. Am liebsten wäre es mir aber, wenn die Leute sagen würden, ich könnte so kicken wie er.

SPOX: Im Sommer, nach dem Sieg der Deutschen in Wembley gegen England, sind Sie mit einer Schwarz-Rot-Gold-Afro-Perücke auf den Trainingsplatz von Fulham stolziert. Wie kam der Joke bei den Teamkollegen an?

Volz: Ich habe mir mehr davon erhofft. Mir hat es zwar Spaß gemacht, und einige ausländische Mitspieler haben auch gelacht, aber die Engländer fanden es gar nicht lustig. Ich sag's ja: Die Sache mit der Punchline.

SPOX: Nach Englands verpasster EM-Quali haben Sie aber keine Witze gerissen, oder?

Volz: Nein. Auch ich war etwas schockiert. Sie werden bei der EM fehlen.

SPOX: Was sind die Gründe für die Krise?

Volz: Die Spieler, die in ihren Vereinen Leistungsträger sind, können ihr Potenzial seit vier, fünf Jahren im Nationaltrikot nicht abrufen. Aber woran es liegt? Ich glaube, dass die Mannschaft überfordert ist, das schnelle Spiel, das sie aus der Premier League gewohnt ist, auch international umzusetzen.

SPOX: Warum?

Volz: Die Nationalmannschaft ist sehr unerfahren, weil kaum jemand den Schritt ins Ausland wagt. Man muss aber in verschiedenen Ligen spielen und viel herumkommen, um zu lernen. Englische Fußballer kennen nur den englischen Fußball. Da ist ein Nachteil.

SPOX: Sie selbst haben mit dem Wechsel als 16-Jähriger nach England alles richtig gemacht?

Volz: Wer weiß, was passiert wäre, wenn ich bei Schalke geblieben wäre. Aber ich bereue den Schritt natürlich nicht. Ich habe eine sehr schöne Zeit in England, habe mich auch persönlich sehr entwickelt. Nach acht Jahren habe ich mir in London ein Umfeld geschaffen, in dem ich mich wohl fühle.

Hier geht es zurück zum ersten Teil

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung