Christian Ziege im Interview: "Ich habe den Hörer gleich meinem Vater gegeben"

Von Jonas Rütten
Freitag, 29.12.2017 | 10:15 Uhr
Christian Ziege spielte in seiner Karriere für den FC Bayern, Tottenham Hotspur, den FC Liverpool und den AC Mailand
© getty
Advertisement
Fed Cup Women National Team
Sa21.04.
Halbfinale! Kerber, Görges und Co. gegen Tschechien
J1 League
Kobe -
Nagoya
Primera División
Eibar -
Getafe
Premiership
Hibernian -
Celtic
Premier League
West Bromwich -
Liverpool
CSL
Guangzhou R&F -
Shandong Luneng
Serie A
SPAL -
AS Rom
Championship
Ipswich -
Aston Villa
Premier League
Watford -
Crystal Palace
Primera División
Celta Vigo -
Valencia
Ligue 1
Marseille -
Lille
Serie A
Sassuolo -
Florenz
Super Liga
Radnicki Nis -
Roter Stern
Ligue 1
Amiens -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Monaco
Ligue 1
Metz -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Angers
Championship
Cardiff -
Nottingham
Serie A
AC Mailand -
Benevento
Copa del Rey
FC Sevilla -
FC Barcelona
Primeira Liga
Estoril -
Benfica
Primera División
Girona -
Espanyol
Serie A
Cagliari -
Bologna
Premier League
Arsenal -
West Ham
Ligue 1
Nizza -
Montpellier
Serie A
Udinese -
Crotone
Serie A
Chievo Verona -
Inter Mailand
Serie A
Lazio -
Sampdoria
Serie A
Atalanta -
FC Turin
Premier League
ZSKA Moskau -
FK Krasnodar
Primera División
Malaga -
Real Sociedad
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
St. Etienne -
Troyes
Premier League
Man City -
Swansea
First Division A
Brügge -
Lüttich
Primera División
Las Palmas -
Alaves
Premier League
Stoke -
Burnley (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Real Betis
Serie A
Juventus -
Neapel
Ligue 1
Bordeaux -
PSG
Superliga
Boca Juniors -
Newell's Old Boys
Serie A
CFC Genua -
Hellas Verona
Premier League
Everton -
Newcastle
Primera División
Bilbao -
Levante
Primeira Liga
FC Porto -
Setubal
J1 League
Kashima -
Kobe
Super Liga
Roter Stern -
Cukaricki
DBU Pokalen
Bröndby -
Midtjylland
Copa Libertadores
Cruzeiro -
Univ Chile
First Division A
Genk -
Brügge
Championship
Fulham -
Sunderland
Ligue 1
Montpellier -
St. Etienne
Primera División
Levante -
FC Sevilla
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Espanyol -
Las Palmas
Premier League
Liverpool -
Stoke
CSL
Guangzhou Evergrande -
Jiangsu
Championship
Aston Villa -
Derby County
Premier League
Huddersfield -
Everton
Primera División
Real Sociedad -
Bilbao
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Ligue 1
Lyon -
Nantes
Serie A
AS Rom -
Chievo Verona
Championship
Middlesbrough -
Millwall
Premier League
Swansea -
Chelsea
Primera División
Real Madrid -
Leganes
Primeira Liga
Benfica -
Tondela
Ligue 1
Bordeaux -
Dijon
Ligue 1
Lille -
Metz
Ligue 1
Monaco -
Amiens
Ligue 1
Strassburg -
Nizza
Ligue 1
Troyes -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Leicester (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Celta Vigo
Serie A
Inter Mailand -
Juventus
Premier League
Southampton -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Burnley -
Brighton (Delayed)
Primera División
Getafe -
Girona
Serie A
Crotone -
Sassuolo
Premiership
Celtic -
Rangers
Eredivisie
Feyenoord -
Sparta
Ligue 1
Rennes -
Toulouse
Serie A
Sampdoria -
Cagliari
Serie A
Atalanta -
CFC Genua
Serie A
Bologna -
AC Mailand
Serie A
Hellas Verona -
SPAL
Serie A
Benevento -
Udinese
Premier League
West Ham -
Man City
Primera División
Alaves -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
Marseille
Premier League
Man United -
Arsenal
Superliga
Bröndby -
Nordsjälland
Serie A
Florenz -
Neapel
Primera División
Valencia -
Eibar
Primeira Liga
Maritimo -
FC Porto
Primera División
La Coruna -
FC Barcelona
Serie A
FC Turin -
Lazio
Ligue 1
PSG -
Guingamp
Premier League
FK Krasnodar -
Lok Moskau
Premier League
Tottenham -
Watford
Primera División
Real Betis -
Malaga
Copa Libertadores
Nacional -
Santos
J1 League
Kobe -
Tokyo
Premier League
Brighton -
Man United
Primera División
FC Sevilla -
Real Sociedad

Von München über Mailand auf die Insel und zurück: Mehr als 15 Jahre tourte Christian Ziege durch die Metropolen Fußball-Europas. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere ist er nun Fußballehrer und seit kurzem neuer Trainer in Thailand. Im Interview spricht Ziege über Telefonstreiche, seine spektakuläre WM-Frisur, die schönste Zeit seiner Karriere und die Verletzung, die ihn fast das Leben gekostet hätte.

SPOX: Herr Ziege, eine kleine Quiz-Frage zum Einstieg: Wie nennt man eine halbhohe Flanke ins Nichts?

Ziege: Keine Ahnung.

SPOX: 11Freunde gab einer solchen Hereingabe den Beinamen "Christian-Ziege-Gedächtnisflanke" und hat gerätselt, ob Sie wüssten, dass Sie dadurch auf Fußballplätzen in Deutschland immer noch präsent seien.

Ziege (lacht): Nein, das wusste ich nicht. Aber so ist das, wenn du als Profi in der Öffentlichkeit gestanden hast. Wenn den Leuten das Spaß macht, sollen sie es weiterhin so nennen. Ich habe damit kein Problem.

SPOX: In der Öffentlichkeit standen Sie zum ersten Mal, als Sie 17 Jahre alt waren und noch bei Hertha Zehlendorf spielten. Ein Anruf von Uli Hoeneß und Ihr Leben änderte sich schlagartig. Stimmt es eigentlich, dass Sie sich am Telefon als jemand anderes ausgegeben haben?

Ziege (lacht): Ja.

SPOX: Wie haben Sie sich Hoeneß vorgestellt?

Ziege: Zu der Zeit habe ich mich entweder als Carl Lewis oder Ben Johnson gemeldet. Bei diesem Anruf war es Carl Lewis.

SPOX: Warum gerade diese beiden Namen?

Ziege: Einfach so, das hatte keinen bestimmten Hintergrund. Ich fand das damals einfach witzig. Aber dann war eben Uli Hoeneß auf der anderen Seite.

SPOX: Und das war dann nicht mehr ganz so witzig?

Ziege: Ich habe den Hörer gleich meinem Vater gegeben, weil ich nicht mehr reden konnte. Ich war einfach völlig perplex.

SPOX: Aus einem Gespräch, das mit einem Telefonstreich begann, wurde eine ziemlich erfolgreiche Zusammenarbeit: Stammspieler, 46 Tore in 227 Spielen, UEFA-Cup-Sieger, Europameister. Waren die sieben Jahre beim FC Bayern Ihre beste Zeit?

Ziege: Es war schon eine super Zeit. Bei Bayern München zu spielen schaffen nicht viele. Ich habe aber gerade die Zeit in England sehr genossen, auch wenn es da nicht so einfach für mich war. Nehmen wir zum Beispiel mein Engagement beim FC Liverpool: Da habe ich wenig gespielt, es war aber trotzdem richtig schön.

SPOX: Denken Sie da vor allem an die Stimmung?

Ziege: Nicht unbedingt. Die Stimmung in europäischen Stadien ist komplett unterschiedlich. Englische Stadien sind immer voll, da ist immer Stimmung. Aber du hast halt nicht die Ultras wie in Italien oder Deutschland, die zum Teil eine ganz andere Atmosphäre verbreiten. Zu meiner Zeit in Italien waren die Stadien zwar noch besser gefüllt, aber da war es stimmungsmäßig entweder ganz oder gar nicht.

SPOX: Wie meinen Sie das?

Ziege: Wenn du gewonnen hast, warst du der Beste und wenn du verloren hast, warst du der Schlechteste. Dazwischen gab es nichts. Das hatte alles seinen Reiz, aber ich muss schon zugegeben: In der Premier League, da hast du Spaß.

SPOX: Im Rückblick auf Ihre Karriere haben Sie über Hoeneß einmal gesagt, dass er Sie in Ihrem Leben nach Ihrer Mutter am meisten geprägt habe. Inwiefern?

Ziege: Das lag an seiner Art und wie er mit vielen Dingen umgegangen ist. Er hat sich immer vor uns Spieler gestellt und man musste sich vor ihm nicht verstellen. Man konnte offen seine Meinung vertreten und mit ihm diskutieren. Er war nie nachtragend. Wenn man ein Problem hatte, konnte man immer zu ihm kommen. Sowohl als Spieler, als auch in der Zeit danach. Das hat mich unglaublich geprägt.

SPOX: Wieso ging Ihre Zeit beim Rekordmeister dann so plötzlich vorbei, wenn es persönlich und sportlich doch so gut gepasst hat?

Ziege: Ich habe mir immer gesagt, wenn ich mal gut genug bin, will ich ins Ausland gehen. Die Möglichkeit kam dann durch den AC Milan. Das war bestimmt keine leichte Entscheidung, aber ich wollte diese Herausforderung. Unter dem Strich wollte ich ein anderes Leben und auch Dinge über mich selbst herausfinden.

SPOX: Welche Dinge?

Ziege: Im Nachhinein wollte ich wohl herausfinden, ob ich das alles hinbekomme oder nicht. Eine neue Liga, eine neue Sprache und alles, was damit zusammenhängt.

SPOX: Was mit Ihrer Karriere oft in Zusammenhang gebracht wird, ist der Europameister-Titel 1996. Sie standen aber auch im UEFA-Cup-Finale 1996 und im WM-Endspiel 2002. Welches war für Sie das größte Spiel?

Ziege: Mit Sicherheit das EM-Finale.

SPOX: Warum?

Ziege: Ganz einfach: Weil wir es gewonnen haben. Bei der Europameisterschaft hast du dieses Happy End dabei, an das du dich gerne zurückerinnerst und sagst: Wow! Was für ein Turnier, was für ein Sieg! Dass du bei einer Weltmeisterschaft im Finale stehen darfst, ist natürlich auch etwas ganz Großes. Aber ich habe einfach noch den negativen Eindruck, dass wir es verloren haben. Das bleibt haften.

Seite 1: Ziege über seine Zeit bei Bayern, den Schritt ins Ausland und sein größtes Spiel

Seite 2: Ziege über die kuriose WM-Frisur, seine Horrorverletzung und Scholls Aussagen

Werbung
Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung