Fussball

"Geh kacken, Morata!"

Von Oliver Birkner / Frank Oschwald
Arturo Vidal meint, Alvaro Morata soll seinen Darm entleeren

Morata versucht, einem FCB-Spieler einen Streich zu spielen, fällt dabei allerdings mächtig auf die Nase. Einem Totschlagargument sei Dank. In Italien endet der Quagliarella-Albtraum und Reals Ramos lüftet eines der größten Geheimnisse der Sportgeschichte.

Serie A

Von Oliver Birkner

Tränen des Spieltags: Nach Spielschluss fiel es Sampdoria-Stürmer Fabio Quagliarella schwer, vor den Kameras zu sprechen. Der Kloß im Hals und die Tränen rührten weniger vom Punktverlust gegen Cagliari. Vielmehr ging es um den Abschluss einer der abscheulichsten Geschichten in den letzten Jahren des Calcio. Zwischen 2007 und 2011 hatte ein gewisser Raffaele Piccolo aus Neapel neben einem Sänger auch Quagliarella das Leben zur Hölle gemacht. Der Polizeibeamte versandte reichlich Briefe an Zeitungen, die Familie des Profis und dessen damaligen Napoli-Präsidenten, in denen er Quagliarella der Pädophilie, krimineller Mafiakontakte und ausschweifender Drogenpartys beschuldigte.

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Währenddessen trat Piccolo selbst an den Spieler heran, um ihm Hilfe anzubieten. Die Vorwürfe verselbständigten sich über die Medien freilich in Windeseile. Aus Verzweiflung zog der Stürmer von Zuhause in ein Hotel der Peripherie, später legte ihm der Presidente nahe, Napoli komplett zu verlassen. Quagliarella wechselte und bekam neben Morddrohungen hässliche Hasstiraden um die Ohren. "Es war grausam. Die Anschuldigungen flogen umher, doch ich konnte mich wegen des laufenden Verfahrens nicht öffentlich wehren. Als Profi bin ich übertrieben gut bezahlt und erledigte deshalb meine Arbeit. Doch meine Familie litt unbeschreiblich." Seit wenigen Tagen ist der Albtraum beendet - Piccolo wurde zu vier Jahren und acht Monaten Haft plus Schadenersatz verurteilt.

Phantasialand des Spieltags: Der Vergnügungspark ist wieder eröffnet. Willkommen in Zemanlandia! Lange Zeit versuchte sich Pescara hartnäckig daran, die Saison ohne einen Dreier abzuschließen, und eine doppelte Haben-Punktzahl um Gottes Willen zu vermeiden. Ein Serie-A-Erfolg in den letzten vier Jahren reichte ja dicke. Das spitzfindige Projekt durchkreuzte dämonisch der eigene Präsident, als er Massimo Oddo entließ und Zdenek Zeman anheuerte. Kaum ein Coach kassierte mehr Gegentreffer als der Utopist mit seinem Offensiv-BDSM, aber auch kein Trainer feiert in seinem gefühlten 1-5-4 atemberaubend schönere Kantersiege.

Das bewies er zum Beispiel einst bei seiner formidablen Roma oder auch schon in Pescara, das sich 2012 dank 83 Punkten und 90 Treffern zum Zweitliga-Meister krönte. Binnen drei Tagen infizierte sich der gesamte Kader nun erneut mit dem Zeman-Virus und feuerte Genoa 5:0 aus der Arena. "Wir werden uns nicht mehr retten, aber vergnügen können wir Fans und Liga noch", sagte Zeman. Deshalb ordnete er ab heute beim Tabellenletzten ein eifriges Rauf und Runter der Stadionstufen an - zum Spaß benötigt man schließlich auch Puste.

Altro? Nun ist es also offiziell. Am 3. März geht Milan in chinesische Hände, damit erreichen die Blitz-Verhandlungen nach August-Start endlich ihr Ende. Vor 31 Jahren übernahm Silvio Berlusconi und fehlte leider am Sonntagabend beim letzten Heimspiel seiner Ära. Hach, ein Jammer ohne den Cavaliere. Wer soll denn nun bitteschön Niederlagen den Kommunisten-Referees in die Schuhe schieben oder den Trainern das einzig plausible System in den Block diktieren? Ab 4. März sicherlich niemand mehr, denn gegen Chievo debütiert China auf der Tribüne des San Siro.

Serie A: Pädophilie & Mafiakontakte: Ende des Albtraums für Quagliarella

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Primera Division: "Geh kacken, Morata" & das größte Geheimnis des Sports

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