Alfred Finnbogasons Weg zum Torjäger

Von der Insel auf die große Bühne

Von Jan Dafeld
Mittwoch, 23.10.2013 | 14:58 Uhr
In der laufenden Saison erzielte Alfred Finnbogason in 12 Ligaspielen 14 Treffer
© getty
Advertisement
1. HNL
Fr20:00
Dinamo Zagreb -
Cibalia
International Champions Cup
Sa11:35
FC Bayern München -
AC Mailand
Premier League Asia Trophy
Sa12:00
West Bromwich -
Crystal Palace
CSL
Sa13:35
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
Premier League Asia Trophy
Sa14:30
Leicester -
Liverpool
Premier League
Sa16:30
St. Petersburg -
Kasan
Club Friendlies
Sa17:00
SC Freiburg -
Feyenoord
Premier League
Sa18:30
Schachtjor Donezk -
Dynamo Kiew
Super Liga
Sa19:00
Partizan -
Macva
Super Cup
Sa20:30
Anderlecht -
Zulte Waregem
Serie A
Sa21:00
Vitoria -
Chapecoense
International Champions Cup
So00:05
Barcelona -
Juventus
International Champions Cup
So02:05
PSG -
Tottenham
CSL
So13:35
Shanghai Shenhua -
Beijing Guoan
Superliga
So18:00
Midtjylland -
Silkeborg
Super Liga
So19:00
Roter Stern -
Radnicki
Serie A
So21:00
Fluminense -
Corinthians
International Champions Cup
So23:05
Real Madrid -
Man United
Serie A
Mo00:00
Atletico Mineiro -
Vasco Da Gama
International Champions Cup
Mo14:05
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Defensa y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Sport Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar

Alfred Finnbogason gehört zu den gefährlichsten Torjägern in ganz Europa. Seine Torquoten erscheinen rekordverdächtig, der Sprung auf die große Bühne steht kurz bevor. Mit Island will er zur WM, er selbst in eine der europäischen Topligen. Doch alte Schicksale sind eine Warnung.

3. Oktober 2009: Gegen 17 Uhr brechen im Nationalstadion Islands Jubelstürme los. Der UBK Breidablik schlägt Fram Reykyavik im Finale des isländischen Pokals mit 7:6 im Elfmeterschießen. Es ist der erste Titelgewinn und der krönende Abschluss der erfolgreichsten Saison in der 59-jährigen Vereinsgeschichte Breidabliks.

Im Mittelpunkt des Jubels steht vor allem ein Mann: Alfred Finnbogason. Im Alter von gerade mal 20 Jahren schießt er Breidablik zum Titel. Er erzielt beide Treffer beim 2:2 in der regulären Spielzeit und auch als er im Elfmeterschießen antritt, zeigt er keine Nerven und trifft er trocken ins linke obere Eck.

Erfolge in Island

Auch für ihn ist dieser Tag der Höhepunkt einer herausragenden Saison. Nur ein Jahr nach seinem Erstligadebüt beendet er die Saison mit 13 Treffern in 18 Spielen auf Rang drei der Torjägerliste - die Ehrung zum Nachwuchsspieler des Jahres ist eine Selbstverständlichkeit.

Es ist der Startschuss zu einer Profikarriere, die seit diesem Tag fast durchgängig steil nach oben verläuft. Finnbogason schlägt einige Angebote aus dem Ausland aus und bleibt beim UBK. Ein Jahr später stehen die Torjäger-Kanone und die Auszeichnung zum Spieler des Jahres zuhause bei ihm im Schrank. Seinem Verein beschert er den ersten Meistertitel und die erste Teilnahme am internationalen Geschäft aller Zeiten.

Traumeinstand bei Heerenveen

Nach dieser Saison ist er für Breidablik nicht mehr zu halten. Es zieht ihn Belgien. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten beim KSC Lokeren kommt Finnbogason nach einer überzeugenden Halbserie bei Helsingborgs IF in Schweden schließlich für rund eine halbe Million Euro beim SC Heerenveen unter.

Bei den Friesländern tritt der damals 23-Jährige in die großen Fußstapfen von Stürmern wie Jon Dahl Tomasson, Ruud van Nistelrooy oder Klaas-Jan Huntelaar - und enttäuscht nicht. Bei seinem Heimspieldebüt erzielt der Isländer beide Treffer zum 2:2-Unentschieden gegen Ajax Amsterdam. Drei Wochen später netzt er beim 4:0 in der zweiten Pokalrunde gleich viermal ein.

Im dreimaligen Weltfußballer Marco van Basten hat Finnbogason den perfekten Lehrer als Trainer. Und der Niederländer setzt auf ihn. Für andere talentierte Stürmer im Kader, wie beispielsweise der niederländische U-21-Nationalspieler Rajiv van la Parra, bleibt nur die Reservistenrolle.

Ähnlichkeit zu van Nistelrooy

Die ausbleibenden Anpassungsschwierigkeiten Finnbogasons sind nicht selbstverständlich. "Er war kein klassicher Torjäger als er jünger war", verrät sein Berater Magnus Agnar Magnusson im Gespräch mit SPOX. "Alfred war keine traditionelle Nummer neun. Aber mittlerweile ist er ein hervorragender Mittelstürmer. In England sagt man 'a fox in the box'. Wenn der Ball im Strafraum zu ihm kommt, dann erzielt er auch das Tor."

Und der Ball kommt oft genug zu ihm. In 33 Pflichtspielen für Heerenveen traf Finnbogason 27-mal. Er erzielt rund die Hälfte aller Treffer seines Teams, am Ende der Saison steht er auf Rang drei der Torschützenliste der niederländischen Eredivisie. Jurie Koolhof vergleicht den 24-Jährigen bereits mit Fußballgrößen wie Ruud van Nistelrooy: "Er ist sehr beweglich und im Strafraum eiskalt", so der ehemalige niederländische Nationalspieler. "Darüber hinaus ist er aber auch ein echter Mannschaftsspieler und läuft in jedem Spiel unglaublich viel."

Weiterentwickelter Spielstil

Trotz Angeboten aus internationalen Topligen, darunter auch die Bundesliga, bleibt der Isländer in Heerenveen und spielt in dieser Saison noch stärker. "Alfred hilft seinem Team nicht nur als Torschütze, sondern auch als Vorbereiter. Das ist eine der Fähigkeiten, die er bereits in Island immer hatte", meint Magnusson. "Jetzt hat er seine Attribute kombiniert. Seine Spielmacherfähigkeiten von damals mit der Torgefährlichkeit aus der Vorsaison."

Finnbogasons Vielseitigkeit kommt ihm entgegen. Er ist ein Knipser, kann aber auch einige seiner Stärken ausspielen, wenn er das Spielfeld vor sich hat. "Er war lange Zeit eher klein und schwach und musste sich auf seine Cleverness und Technik verlassen. Jetzt ist er ein ausgewachsener Mann und somit auch ein besserer und kompletterer Spieler", erklärt Magnusson.

Internationale Topligen vor Augen

In elf der 14 Pflichtspiele Heerenveens in diesem Jahr traf Finnbogason. Insgesamt erzielt er 16 Treffer und bereitet vier weitere vor. Seine derzeitige Torquote in der Eredivisie ist noch besser als die von ehemaligen Stars wie Luis Suarez, Klaas-Jan Huntelaar oder Dirk Kuyt. Der letzte Spieler, der diese überbieten konnte war der Brasilianer Afonso Alves, der in 39 Einsätzen für Heerenveen 45-mal traf.

Im Nationalteam ist Finnbogasons Torquote allerdings noch nicht wirklich herausragend. In 18 Partien erzielte er vier Treffer - das ist ausbaufähig. Am Freitag gegen Kroatien hat er dazu direkt die Gelegenheit (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

Sein Berater aber sieht ihn dennoch für höhere Aufgaben geschaffen. "Ich denke in naher Zukunft sollten wir Alfred in der Bundesliga, der Premier League oder der Serie A spielen sehen", verrät Magnusson. "Die Bundesliga sollte seinem Spielstil zudem sehr entgegenkommen." Er ist sich bewusst, dass dies durchaus ein Kriterium im weiteren Karriereverlauf seines Schützlings sein sollte.

Schicksale der Vergangenheit vermeiden

Aber: Die Liste erfolgreicher Stürmer aus der Eredivisie, die in einer der größeren Ligen scheiterten, ist lang. Die besten Torjäger der Saison 2011/2012, Bas Dost und Luuk de Jong, konnten in der Bundesliga bisher beide noch nicht wirklich Fuß fassen und Wilfried Bony, der in der Vorsaison 30 Treffer in den Niederlanden erzielen konnte, muss sich bei Swansea City derzeit noch häufiger hinter Michu einreihen.

Afonso Alves, der Wundertorschütze der Saison 2006/2007, kam in der Premier League zudem nie so wirklich an, erzielte in zwei Jahren nur zehn Treffer, ehe er die Flucht in die Wüste von Katar antrat und mittlerweile im Alter von 32 Jahren vereinslos ist.

Alfred Finnbogason hat Respekt vor diesen Schicksalen. Wie schon in Island ist er darauf bedacht den Schritt in die nächsthöhere Liga nicht zu früh zu wagen. Doch ein Wechsel ist geplant und könnte schon bald bevorstehen. Vielleicht schon im Winter? "Ich denke, dass es besser ist im Sommer zu wechseln", erklärte Magnusson und ergänzte vielsagend: "Wenn allerdings der richtige Klub mit dem richtigen Angebot kommt - kein Problem."

Alfred Finnbogason im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung