Alfred Finnbogasons Weg zum Torjäger

Von der Insel auf die große Bühne

Von Jan Dafeld
Mittwoch, 23.10.2013 | 14:58 Uhr
In der laufenden Saison erzielte Alfred Finnbogason in 12 Ligaspielen 14 Treffer
© getty
Advertisement
Bundesliga
FrJetzt
Bayern-Wolfsburg: Die Highlights vom Freitag
Scottish Premiership
Sa13:00
Rangers-Celtic: Das Old Firm in Glasgow steht an!
J1 League
Kashima -
Gamba Osaka
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Atletico Madrid -
Sevilla
Premiership
Rangers -
Celtic
Premier League
West Ham -
Tottenham
CSL
Tianjin Teda -
Tianjin Quanjian
Serie A
AS Rom -
Udinese
Premier League
Man City -
Crystal Palace
Championship
Derby County -
Birmingham
Primera División
Alaves -
Real Madrid
Ligue 1
Montpellier -
PSG
Serie A
SPAL -
Neapel
Premier League
Leicester -
Liverpool
Primera División
Malaga -
Bilbao
Championship
Aston Villa -
Nottingham
Ligue 1
Bordeaux -
Guingamp
Ligue 1
Caen -
Amiens
Ligue 1
Lyon -
Dijon
Ligue 1
Metz -
Troyes
Premier League
Stoke -
Chelsea (Delayed)
Primera División
Girona -
Barcelona
Serie A
Juventus -
FC Turin
Primeira Liga
Benfica -
Pacos Ferreira
Premier League
Everton -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Swansea -
Watford (Delayed)
Premier League
Burnley -
Huddersfield (Delayed)
Premier League
Southampton -
Man United (Delayed)
Serie A
Flamengo -
Avai
Primera División
Espanyol -
La Coruna
Eredivisie
Utrecht -
PSV
Serie A
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Sheffield Wed -
Sheffield Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
St. Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Brügge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk Split -
Lokomotiva Zagreb
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Primera División
Sevilla -
Malaga
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton (Delayed)
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Premier League
Arsenal -
Brighton
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Primera División
Barcelona -
Las Palmas
Ligue 1
Angers -
Lyon
Primera División
Real Madrid -
Espanyol
Ligue 1
Nizza -
Marseille
WC Qualification South America
Bolivien -
Brasilien
WC Qualification South America
Venezuela -
Uruguay
WC Qualification South America
Kolumbien -
Paraguay
WC Qualification South America
Chile -
Ecuador
WC Qualification South America
Argentinien -
Peru
WC Qualification Europe
Georgien -
Wales
WC Qualification Europe
Italien -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Liechtenstein -
Israel
WC Qualification Europe
Spanien -
Albanien
WC Qualification Europe
Kroatien -
Finnland
WC Qualification Europe
Kosovo -
Ukraine

Alfred Finnbogason gehört zu den gefährlichsten Torjägern in ganz Europa. Seine Torquoten erscheinen rekordverdächtig, der Sprung auf die große Bühne steht kurz bevor. Mit Island will er zur WM, er selbst in eine der europäischen Topligen. Doch alte Schicksale sind eine Warnung.

3. Oktober 2009: Gegen 17 Uhr brechen im Nationalstadion Islands Jubelstürme los. Der UBK Breidablik schlägt Fram Reykyavik im Finale des isländischen Pokals mit 7:6 im Elfmeterschießen. Es ist der erste Titelgewinn und der krönende Abschluss der erfolgreichsten Saison in der 59-jährigen Vereinsgeschichte Breidabliks.

Im Mittelpunkt des Jubels steht vor allem ein Mann: Alfred Finnbogason. Im Alter von gerade mal 20 Jahren schießt er Breidablik zum Titel. Er erzielt beide Treffer beim 2:2 in der regulären Spielzeit und auch als er im Elfmeterschießen antritt, zeigt er keine Nerven und trifft er trocken ins linke obere Eck.

Erfolge in Island

Auch für ihn ist dieser Tag der Höhepunkt einer herausragenden Saison. Nur ein Jahr nach seinem Erstligadebüt beendet er die Saison mit 13 Treffern in 18 Spielen auf Rang drei der Torjägerliste - die Ehrung zum Nachwuchsspieler des Jahres ist eine Selbstverständlichkeit.

Es ist der Startschuss zu einer Profikarriere, die seit diesem Tag fast durchgängig steil nach oben verläuft. Finnbogason schlägt einige Angebote aus dem Ausland aus und bleibt beim UBK. Ein Jahr später stehen die Torjäger-Kanone und die Auszeichnung zum Spieler des Jahres zuhause bei ihm im Schrank. Seinem Verein beschert er den ersten Meistertitel und die erste Teilnahme am internationalen Geschäft aller Zeiten.

Traumeinstand bei Heerenveen

Nach dieser Saison ist er für Breidablik nicht mehr zu halten. Es zieht ihn Belgien. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten beim KSC Lokeren kommt Finnbogason nach einer überzeugenden Halbserie bei Helsingborgs IF in Schweden schließlich für rund eine halbe Million Euro beim SC Heerenveen unter.

Bei den Friesländern tritt der damals 23-Jährige in die großen Fußstapfen von Stürmern wie Jon Dahl Tomasson, Ruud van Nistelrooy oder Klaas-Jan Huntelaar - und enttäuscht nicht. Bei seinem Heimspieldebüt erzielt der Isländer beide Treffer zum 2:2-Unentschieden gegen Ajax Amsterdam. Drei Wochen später netzt er beim 4:0 in der zweiten Pokalrunde gleich viermal ein.

Im dreimaligen Weltfußballer Marco van Basten hat Finnbogason den perfekten Lehrer als Trainer. Und der Niederländer setzt auf ihn. Für andere talentierte Stürmer im Kader, wie beispielsweise der niederländische U-21-Nationalspieler Rajiv van la Parra, bleibt nur die Reservistenrolle.

Ähnlichkeit zu van Nistelrooy

Die ausbleibenden Anpassungsschwierigkeiten Finnbogasons sind nicht selbstverständlich. "Er war kein klassicher Torjäger als er jünger war", verrät sein Berater Magnus Agnar Magnusson im Gespräch mit SPOX. "Alfred war keine traditionelle Nummer neun. Aber mittlerweile ist er ein hervorragender Mittelstürmer. In England sagt man 'a fox in the box'. Wenn der Ball im Strafraum zu ihm kommt, dann erzielt er auch das Tor."

Und der Ball kommt oft genug zu ihm. In 33 Pflichtspielen für Heerenveen traf Finnbogason 27-mal. Er erzielt rund die Hälfte aller Treffer seines Teams, am Ende der Saison steht er auf Rang drei der Torschützenliste der niederländischen Eredivisie. Jurie Koolhof vergleicht den 24-Jährigen bereits mit Fußballgrößen wie Ruud van Nistelrooy: "Er ist sehr beweglich und im Strafraum eiskalt", so der ehemalige niederländische Nationalspieler. "Darüber hinaus ist er aber auch ein echter Mannschaftsspieler und läuft in jedem Spiel unglaublich viel."

Weiterentwickelter Spielstil

Trotz Angeboten aus internationalen Topligen, darunter auch die Bundesliga, bleibt der Isländer in Heerenveen und spielt in dieser Saison noch stärker. "Alfred hilft seinem Team nicht nur als Torschütze, sondern auch als Vorbereiter. Das ist eine der Fähigkeiten, die er bereits in Island immer hatte", meint Magnusson. "Jetzt hat er seine Attribute kombiniert. Seine Spielmacherfähigkeiten von damals mit der Torgefährlichkeit aus der Vorsaison."

Finnbogasons Vielseitigkeit kommt ihm entgegen. Er ist ein Knipser, kann aber auch einige seiner Stärken ausspielen, wenn er das Spielfeld vor sich hat. "Er war lange Zeit eher klein und schwach und musste sich auf seine Cleverness und Technik verlassen. Jetzt ist er ein ausgewachsener Mann und somit auch ein besserer und kompletterer Spieler", erklärt Magnusson.

Internationale Topligen vor Augen

In elf der 14 Pflichtspiele Heerenveens in diesem Jahr traf Finnbogason. Insgesamt erzielt er 16 Treffer und bereitet vier weitere vor. Seine derzeitige Torquote in der Eredivisie ist noch besser als die von ehemaligen Stars wie Luis Suarez, Klaas-Jan Huntelaar oder Dirk Kuyt. Der letzte Spieler, der diese überbieten konnte war der Brasilianer Afonso Alves, der in 39 Einsätzen für Heerenveen 45-mal traf.

Im Nationalteam ist Finnbogasons Torquote allerdings noch nicht wirklich herausragend. In 18 Partien erzielte er vier Treffer - das ist ausbaufähig. Am Freitag gegen Kroatien hat er dazu direkt die Gelegenheit (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

Sein Berater aber sieht ihn dennoch für höhere Aufgaben geschaffen. "Ich denke in naher Zukunft sollten wir Alfred in der Bundesliga, der Premier League oder der Serie A spielen sehen", verrät Magnusson. "Die Bundesliga sollte seinem Spielstil zudem sehr entgegenkommen." Er ist sich bewusst, dass dies durchaus ein Kriterium im weiteren Karriereverlauf seines Schützlings sein sollte.

Schicksale der Vergangenheit vermeiden

Aber: Die Liste erfolgreicher Stürmer aus der Eredivisie, die in einer der größeren Ligen scheiterten, ist lang. Die besten Torjäger der Saison 2011/2012, Bas Dost und Luuk de Jong, konnten in der Bundesliga bisher beide noch nicht wirklich Fuß fassen und Wilfried Bony, der in der Vorsaison 30 Treffer in den Niederlanden erzielen konnte, muss sich bei Swansea City derzeit noch häufiger hinter Michu einreihen.

Afonso Alves, der Wundertorschütze der Saison 2006/2007, kam in der Premier League zudem nie so wirklich an, erzielte in zwei Jahren nur zehn Treffer, ehe er die Flucht in die Wüste von Katar antrat und mittlerweile im Alter von 32 Jahren vereinslos ist.

Alfred Finnbogason hat Respekt vor diesen Schicksalen. Wie schon in Island ist er darauf bedacht den Schritt in die nächsthöhere Liga nicht zu früh zu wagen. Doch ein Wechsel ist geplant und könnte schon bald bevorstehen. Vielleicht schon im Winter? "Ich denke, dass es besser ist im Sommer zu wechseln", erklärte Magnusson und ergänzte vielsagend: "Wenn allerdings der richtige Klub mit dem richtigen Angebot kommt - kein Problem."

Alfred Finnbogason im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung