Fussball

Gary Neville: Berater sind das große Problem

Von Constantin Eckner
Gary Neville (l.) sieht die Einflussnahme der Spielerberater äußerst kritisch
© Getty

Gary Neville sieht in Spielerberatern eine Bedrohung für den Fußball. Der Ex-Kapitän von Manchester United sorgt sich um den steigenden Einfluss auf Spieler, Trainer und Manager.

In seiner Kolumne in der "Daily Mail" kritisiert Neville das aktuelle System, in dem "Berater Spieler, Besitzer und Vorstände beeinflussen. Manchmal sind sie reicher und einflussreicher als jene, die sie beraten."

"Und nicht viele Journalisten schreiben über die Aktivitäten von Beratern, da sie auch die Geschichten anbieten, die Umsatz, Webseiten-Aufrufe und Twitter-Follower bringen. So beeinflussen sie am Ende auch die Medien."

Der ehemalige Nationalspieler sieht den enormen Einfluss auf die Profis sehr kritisch. So schreibt er in seiner Kolumne: "Es sorgt mich, wenn ich sehe, dass Spieler alle Angelegenheiten in ihrem Leben an einen Berater abgeben, vom Mieten eines Hauses, Kaufen eines Fernsehers bis zum Diskutieren mit dem Trainer, warum man versetzt wurde."

Dieses Problem fängt laut Neville bereits in den Jugendmannschaften an. "Es bereitet mir Sorgen, dass es Berater gibt, die bei Jugendspielern herumhängen, den Eltern Angebote unterbreiten und den Jungs versprechen, sich um sie zu kümmern."

Mehr Transparenz nötig

Schlussendlich sieht der Ex-Profi auch ein Transparenzproblem im Fußball: "Für wen arbeitet der Berater: für Klub, Spieler oder Trainer? Es beunruhigt mich, wenn einfach nicht klar ist, wer für was bezahlt und wo das alles endet, vor allem bei globalen Transaktionen."

"Meine Sorge ist, dass sich im Fußball ähnlich wie im Bankensektor durch wenig Regulierung in den letzten 20 Jahren eine nicht zu rechtfertigende Kultur entwickelt. Ich habe keine Lösung für das Problem, aber es muss diskutiert werden", schreibt Neville zusammenfassend.

"Es müssen Schritte unternommen werden, um Transparenz zu schaffen. Erstens, veröffentlicht die Gehälter der Spieler, wie es im US-Sport getan wird. Damit gibt es keine Geheimnisse mehr rund um die Verdienste", fordert Neville.

"Zweitens, genauso wie veröffentlicht werden sollte, wie viel der Verein an Berater bezahlt - wie es die Premier League jedes Jahr tut - sollte das Salär auf die Berater und ihre Firmen heruntergebrochen werden. Lasst uns sehen, welche Berater und Klubs eine enge Beziehung haben. Dieser Vorschlag würde nicht alle Probleme lösen, aber ein gewisses Maß an Transparenz erzeugen."

Gary Neville im Steckbrief

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