Algarve-Cup

Finale verloren, Erkenntnisse gewonnen

SID
Donnerstag, 04.03.2010 | 11:33 Uhr
Die zwei Tore von Inka Grings (M., Nr.8) haben nicht zum Sieg gegen die USA gereicht
© Getty
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Ein Finale verloren, wichtige Erkenntnisse gewonnen: Nach dem 2:3 (1:2) der deutschen Fußballerinnen im Endspiel des Algarve Cups gegen den Erzrivalen USA hielt sich die Enttäuschung von Trainerin Silvia Neid in überschaubaren Grenzen.

"Es wäre doch schlecht, wenn wir nichts mehr hätten, woran wir arbeiten können", sagte Neid nach der ersten Niederlage zu Beginn der Vorbereitung auf die WM 2011 in Deutschland mit einem Lächeln im Gesicht. In der Tat gab es für die Welt- und Europameisterinnen trotz der unnötigen Pleite gegen den Olympiasieger keinen Grund zur Trauer.

Neid, die das Turnier in Portugal für zahlreiche personelle und taktische Experimente nutzte, scheint knapp 16 Monate vor den Titelkämpfen mit ihrer Mannschaft den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Schließlich hatte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor dem Finale trotz ständiger taktischer Wechselspiele die Gruppenspiele gegen Dänemark (4:0), Finnland (7:0) sowie China (5:0) souverän gewonnen und sich in toller Form präsentiert.

Erste halbe Stunde verschlafen

Hätte das ersatzgeschwächte deutsche Team die erste halbe Stunde gegen die US-Girls nicht verschlafen, wäre auch ein Erfolg im Duell der Rekordweltmeister möglich gewesen. "Wir haben trotz der Final-Niederlage ein wunderbares Ergebnis erzielt. Der Algarve Cup hat seinen Sinn und Zweck total erfüllt. Wir haben viel probiert und wir haben viel gesehen", erklärte Neid: "Wir wissen auch, dass wir noch viel zu tun haben. Aber wir haben viele Alternativen, der Konkurrenzkampf ist eröffnet. Wenn die WM beginnt, wollen wir eine total flexible Mannschaft haben und nicht auf einzelne Spielerinnen angewiesen sein."

Mittlerweile ist die deutsche Mannschaft, die zum dritten Mal im Finale des Algarve Cups stand und das Turnier vor vier Jahren zum bisher einzigen Mal gewonnen hatte, nicht einmal mehr auf die stürmende Birgit Prinz angewiesen. Die Rekordnationalspielerin wurde von Neid im defensiven Mittelfeld eingesetzt und überzeugte auf der neuen Position.

"An Birgit müssen die anderen erst einmal vorbeikommen"

"Birgit war sehr präsent. Was sie gemacht hat, hatte Hand und Fuß. An Birgit müssen die anderen erst einmal vorbeikommen", meinte die Trainerin, die bis zum Beginn der Lehrgänge vor der WM in rund einem Jahr weiter experimentieren möchte. Auch Prinz selbst konnte sich mit ihrer neuen Rolle anfreunden: "Ich habe nichts gegen die Position."

Prinz kann den Part der Mittelfeld-Strategin auch deshalb übernehmen, weil die deutsche Mannschaft im Sturm keine Probleme hat. Dafür sorgt EM-Torschützenkönigin Inka Grings, die an der Algarve sieben Treffer erzielte. Doch die Torjägerin sieht nicht nur sich, sondern die gesamte Mannschaft auf einem guten Weg.

"Haben viel vor"

"Es war gut zu sehen, wie wir uns als Mannschaft mit allen 20 Spielerinnen im Kader gefunden haben. Wir haben schließlich viel vor im nächsten Jahr", sagte Grings, die auch gegen die USA zweimal erfolgreich war (40./75.).

Der Niederlage wegen der Gegentreffer von Carli Lloyd (18.), Abby Wambach (22.) sowie Lauren Cheney (69.) gewann Grings sogar etwas Gutes ab. "Wir haben gesehen, dass wir noch nicht bei 100 Prozent sind", sagte die Duisburgerin.

DFB-Frauen verpassen Turniersieg

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