Montag, 22.02.2010

Blitzlichter aus Europa

Frankie Mill in Bologna

In Italien tummelt sich ein Frank-Mill-Double, in England wird Bier von Beinen geleckt und in Spanien werden die Trainer wird - unsere Korrespondenten berichten aus den internationalen Ligen.

Fand in Bologna nun einen Nachahmer: Frank Mill, hier auf dem Weg zum leeren Tor...
© Imago
Fand in Bologna nun einen Nachahmer: Frank Mill, hier auf dem Weg zum leeren Tor...

Serie A

von Oliver Birkner

Lass es einfach, Mou: Mittlerweile weiß man nicht mehr so recht, ob Jose Mourinho hauptberuflich als Inter-Coach tätig ist oder als Protagonist einer wöchentlichen Telenovela arbeitet. Dem Portugiesen droht eine erneute Sperre, weil er sich beim 0:0 gegen Sampdoria wie Rumpelstilzchen auf Ecstasy hysterisch an der Seitenlinie aufführte, den Referee in der Halbzeitpause anfuhr "Denk dran, dass deine Frau und Kinder zuschauen" und eine Handschellen-Geste mit überkreuzten Händen direkt in die Live-Kamera inszenierte - so in etwa: Dieser Schiedsrichter gehört verhaftet. Grund dafür waren zwei Platzverweise gegen Inter in der ersten Hälfte - beide übrigens völlig Regelkonform. Es wirkt langsam etwas ermüdend, Woche für Woche leidige und okkulte Verschwörungstheorien aus dem Hause Inter zu vernehmen (über Fehlentscheidungen pro Inter spricht Mourinho übrigens nie). "Wir kämpfen nicht gegen die Topteams der Serie A, sondern gegen andere Dinge", ließ er am Sonntag ausrichten. Bleibt die Frage, wie viele Scudetti die Mailänder noch gewinnen müssen, um endlich ihren Verfolgungswahn abzulegen, der während der Moggi-Ära ja nicht ganz unbegründet war. Als ob das alles nicht reichte, heizte Mou über seinen Sprecher nebenher noch den latenten Disput mit Napoli-Trainer Walter Mazzarri an: "Ein Esel kann noch so lange arbeiten - aus ihm wird niemals ein Rassepferd." Eventuell sollte sich Mourinho wieder auf seinen eigentlichen Job konzentrieren, denn den beherrscht er ausgezeichnet. Selbst zu neunt besaß Inter gegen Samp die einzige Großchance der Partie.

Berlusconis Visionen: Vorhang auf zur neuen Show von Silvio Berlusconi. Der wetterte unter der Woche über seinen Coach Leonardo: "Milan besitzt ein großartiges Team, das zum Gewinnen prädestiniert ist - wenn man die Elf gut spielen lassen würde." Der Brasilianer antwortete: "Ein Wort reicht, und ich gehe - ohne Geld vom Klub zu verlangen." Trainerschelte hat im Hause Silvio natürlich Tradition. Carlo Ancelotti schob der Patron stets die Schuld für Misserfolg in die Schuhe und rühmte sich selbst, die Aufstellung für den Sieg im Champions-League-Finale 2003 ausgeklügelt zu haben. Meistercoach Alberto Zaccheroni disqualifizierte Berlusconi einst: "Dieser mittelmäßige Schneider kann unseren guten Stoff eben nicht verarbeiten." Am Sonntagabend schneiderte Leonardo den AC derweil sehr apart zum 2:0 in Bari - ob es Onkel Silvio passte?

Frank-Mill-Gedenktag in Bologna: Beim Spiel gegen Juventus stand es 1:1, als Stürmer Gimenez frei vor dem leeren Tor auftauchte und - unerklärlicherweise nur den Pfosten traf. Beinahe im Gegenzug gelang den Turinern der 2:1-Siegtreffer. Für Juve bedeutete es den dritten Sieg in Folge, das war dem Rekordmeister seit November nicht gelungen.

Premier League

Premier League, 8. Spieltag

von Raphael Honigstein

Grippe oder nicht? Vielleicht muss Hermann Gerland seine Meinung doch noch einmal revidieren. Landon Donovan wurde von den Everton-Fans zum "Spieler des Monats Januar" gewählt und war auch beim 3:1-Sieg gegen Manchester United wieder einer besten bei den Toffees. Dabei hätte der Amerikaner am Samstag eigentlich gar nicht spielen sollen. "Er kam am Tag vor dem Match zu mir und meldete sich mit einer Grippe ab", erzählte Everton-Trainer David Moyes. "Ich habe ihm gesagt, dass Spieler in England keine Spiele wegen einer Grippe verpassen. Er kommt ja aus Los Angeles, vielleicht weiß er gar nicht, was eine Grippe ist. Als wir vor dem Anpfiff das Mannschaftshotel verließen sah er in seinem Anzug schon wieder besser aus, deswegen entschied ich mich, ihn spielen zu lassen". Verschnupft war hinterher nur Alex Ferguson, der eine "müde Leistung" seines Teams beklagte.

Bier vom Bein: Chelsea baute mit dem 2:0 bei Wolverhampton seinen Vorsprung an der Spitze aus, Didier Drogba schoss beide Tore. Ob es an der Standpauke von Ron Gourlay lag? Der Geschäftsführer hatte am Freitag den Kickern im Namen von Roman Abramowitsch die Leviten gelesen; die Jungs wurden angehalten, den Ruf des Vereins nicht weiter zu beschädigen. Für Blitzlichter-Stammgast Ashley Cole kam die Warnung indes zu spät. Der Verteidiger musste am Sonntag Erlebnisberichte von zwei weiteren weiblichen Bekanntschaften in der Zeitung lesen, nachdem zuvor schon eine beim FC Liverpool beschäftigte Sekretärin eine Affäre gestanden hatte. Nun berichtete eine Dame aus Seattle Befremdliches: Cole habe Fotos von sich in einer engen Unterhose und mit Kippe in der Hand an sie geschickt und später in einer Disko vergossenes Bier von ihrem Bein abgeleckt. Prost Mahlzeit.

Schummel-Alter: Happy Birthday, Nwanko Kanu. Der Stürmer vom FC Portsmouth feiert zwar offiziell erst am 1. August seinen 33. Geburtstag, ist aber soeben 42 Jahre alt geworden; zumindest, wenn man nigerianischen Bloggern Glauben schenken mag. Nach dem enttäuschenden Abschneiden der Super Eagles im Afrika Cup ist in Lagos eine Debatte über das wahre Alter vieler Spieler ausgebrochen. "Unsere Jungs sind zu alt", sagte Ken Anugweje, ein früherer Nationalmannschaftsarzt, der heute im Vorstand des nigerianischen Verbands sitzt, "jetzt zahlen wir den Preis dafür, dass wir früher geschummelt haben." Gerüchte um gefälschte Geburtsurkunden gibt es schon länger, doch im Zuge der öffentlichem Diskussion gingen die Fans im Internet in die Offensive. Kanu, konnte man lesen, habe sich neun Jahre jünger gemacht; Obafemi Martins vom VfL Wolfsburg sei nicht 25 sondern 32. Angeblich habe sich Jay-Jay Okocha um zehn Jahre verjüngt und der ehemalige Lauterer Taribo West, 35, soll sogar über 50 sein.

Primera Division

von Paula Villamarin Temperan

Wild gewordene Trainer: 2:1 gewonnen, Real Mallorca in der Tabelle überholt und weiter auf Kurs Europapokal. Eigentlich könnte bei Deportivo La Coruna Zufriedenheit herrschen. Allerdings fand der knappe Sieg gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Deportivo Xerez bei Trainer Miguel Angel Lotina nur wenig Anklang. "Wir müssen besser spielen. Wenn wir nicht mal gegen den Letzten überzeugen, kann ich mir gleich die Kugel geben", sagte Lotina. Wenig zufrieden war auch Gäste-Trainer Nestor Gorosito. Aber nicht mit dem Spiel seiner Mannschaft, sondern mit dem Schiedsrichter. Der gab bereits nach zwei Minuten einen umstrittenen Elfmeter, den Guardado sicher verwandelte. Mit dem Argentinier Gorosito gingen daraufhin die Gäule durch, er beschimpfte Miguel Perez Lasa und saß damit fast 90 Minuten auf der Tribüne.

Barcas Schützenfest gegen Santander: Die Highlights im Video bei SPOX.TV

Ronaldo leidet mit Madeira: Die portugiesische Atlantik-Insel Madeira versinkt derzeit im Chaos. Starke Regenfälle und Sturmböen sorgten für ein Bild rissen Brücken und Häuser nieder. Mehr als 40 Menschen kamen ums Leben. Das schmerzt auch Real-Superstar Cristiano Ronaldo, der in der verwüsteten Hauptstadt Funchal geboren ist. "Ich bin geschockt und sprachlos. Das ist eine Tragödie. Ich werde helfen, so gut ich kann" Seinen Treffer zum 1:0 beim 6:2 über Villarreal widmete er seinen Landsleuten. Unter seinem Real-Trikot trug er ein Shirt mit der Aufschrift "Madeira".

Sevilla siegt und verliert: Nun hat es auch Real Mallorca erwischt. Das Team von Gregorio Manzano musste sich zum ersten Mal in dieser Saison auf der heimischen Insel geschlagen geben und verpasste im direkten Duell mit dem FC Sevilla den Sprung auf Rang vier. Aber auch die Andalusier konnten sich nicht wirklich über ihren Sieg freuen. Sowohl Didier Zokora als auch Alvaro Negredo sahen die Rote Karte. Für Negredo war es der zweite Platzverweis in dieser Saison, vor zwei Wochen musste er bereits in Saragossa vorzeitig duschen. Auch in der letzten Saison sah er zwei Mal Rot. Keine üble Bilanz für einen Stürmer. Etwas Verwirrung gab es um den Platzverweis für Zokora. Obwohl er überall es Gelb-Rot geführt wird, war es laut Spielbericht glatt Rot. Gelb-Rot wäre für die angebliche Beleidigung auch zu wenig. Der Ivorer soll den Assistenten mit folgenden Worten bedacht haben: "Fuck your mother."

Alles zum internatonalen Fußball

SPOX

Diskutieren Drucken Startseite
ENG
SPA
ITA
FRA
TUR

Premier League, 14. Spieltag

Primera Division, 14. Spieltag

Serie A, 15. Spieltag

Ligue 1, 16. Spieltag

Süper Lig, 13. Spieltag


www.performgroup.com

Copyright © 2016 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.