Heute mehr als 40 Tests

SID
Mittwoch, 19.11.2008 | 10:31 Uhr
Diego Maradona steht erstmals als Argentiniens Nationalcoach an der Seitenlinie
© sid
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Über 40 Länderspieltests sind für heute angesetzt. Im Fokus steht dabei Maradonas Trainerdebüt und das Schlagerspiel Brasilien gegen Portugal.

Marcello Lippi steht im Duell mit Otto Rehhagel vor einem Weltrekord und Berti Vogts in Aserbaidschan mal wieder unter Druck, doch am letzten großen Länderspieltag des Jahres stellt Diego Armando Maradona alle in den Schatten.

Der einst beste Fußballer der Welt gibt am heutigen Mittwoch im Glasgower Hampden Park gegen Schottland sein Debüt als argentinischer Nationaltrainer und elektrisiert dabei wie zu seinen besten Zeiten die Massen.

Maradona als "Quelle der Motivation"

"Willkommen im Zirkus Maradona", titelte die ehrwürdige britische Tageszeitung The Times, und sogar Weltmeister-Trainer Lippi prophezeite, dass der 48-Jährige für seine Spieler "ein Orakel, eine Quelle der Motivation" sein werde.

El Diez, die personifizierte Nummer 10 auf dem Rasen, gab sich wohltuend zurückhaltend. "Ich will eine Änderung der Einstellung, dann kommen auch die Resultate", sagte der 48 Jahre alte Weltmeister-Kapitän von 1986, der kaum Erfahrungen im Trainergeschäft hat.

"Natürlich ist das ein Neuanfang, aber ich muss dabei niemandem etwas beweisen. Ich bin hier, um die Mannschaft mit meiner Erfahrung zu unterstützen", sagte Maradona.

Bilder vom Training gehen um die Welt

Alles andere als zurückhaltend waren die Medien bei den ersten Auftritten des Argentiniers in Schottland. Die Bilder von einer Trainingseinheit der "Albiceleste" am Montag im Hampden Park gingen bereits um die Welt.

Sie zeigen Maradona, der liebevoll einen kleinen Balljungen auf den Arm nimmt. Dieser hatte zuvor eine Halskette gefunden, die dem Superstar auf dem Rasen abhandengekommen war.

Maradonas Premiere als Nationalcoach: Jetzt auch unterwegs top-informiert sein!

Im Hampden Park hatte Maradona bereits vor 29 Jahren ein Debüt gefeiert: Am 2. Juni 1979 erzielte der damals 18-Jährige beim 3:1 gegen die "Bravehearts" auch sein erstes von später 34 Länderspieltoren.

Diegos Hand-Tor wird niemals verziehen

Eins davon war das legendäre Hand-Tor im WM-Viertelfinale 1986 gegen England (2:1). Deswegen hat Maradona noch heute Feinde auf der Insel - auch auf der schottischen Trainerbank.

"Ich werde ihm niemals verzeihen", sagte Terry Butcher, 1986 Mitglied des englischen Teams und derzeit Co-Trainer der "Bravehearts".

Lippi vor Weltrekord

Derweil steht Marcello Lippi beim Länderspiel der Italiener in Griechenland vor einem Weltrekord. Der Weltmeister-Trainer ist mit der "Squadra Azzurra" seit 30 Spielen in Folge unbesiegt und könnte durch ein Unentschieden mit den Rekordhaltern Javier Clemente (Spanien/Serie von September 1994 bis Januar 1998) und Alfio Basile (Argentinien/Februar 1991 bis August 1993) gleichziehen.

In seiner Heimat wäre Lippi, der nach dem WM-Titel 2006 zwei Jahre lang durch den glücklosen Roberto Donadoni ersetzt worden war, dann alleiniger Rekordhalter. 30-mal nacheinander unbesiegt war auch Vittorio Pozzo, Weltmeister-Trainer von 1930 und 1934.

Vogts unter Zugzwang

Für Aserbaidschans Nationaltrainer Berti Vogts könnte die Partie gegen Albanien unterdessen zu einem Schlüsselspiel werden. Nach nur einem Sieg (in Bahrain) in sieben Spielen könnte eine erneute Niederlage schon einen Schlussstrich unter das dann siebeneinhalbmonatige Engagement des Ex-Bundestrainers im Kaukasus ziehen.

Die vom Verband angestrebte WM-Qualifikation hat der deutsche Gruppengegner nach der 0:1-Niederlage in Finnland schon so gut wie verpasst.

Vogts selbst war den überzogenen Forderungen seiner Arbeitgeber zuletzt nur noch mit Sarkasmus begegnet: "Ich habe schon ein Quartier für die WM 2010 gebucht. Vielleicht treffen wir ja auf Deutschland."

Knaller in Brasilien

Einen guten Jahresabschluss streben wie alle der am Mittwoch weltweit über 80 im Einsatz befindlichen Nationalteams auch die Schweiz mit Ottmar Hitzfeld gegen den deutschen Gruppengegner Finnland an.

Österreich als zweiter Co-Gastgeber der EM 2008 empfängt in Wien die Türkei zum zumindest mit Blick auf die Geschichte beider Länder brisanten Duell.

Frankreichs zuletzt hart kritisierter Trainer Raymond Domenech steht gegen Uruguay vor einer erneuten Prüfung, nachdem der Verband ihm Mitte Oktober überraschend das Vertrauen ausgesprochen hatte.

Europameister Spanien empfängt in Villarreal Chile, während Rekord-Weltmeister Brasilien auf Portugal trifft.

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