Montag, 11.02.2008

Pfister macht trotz Niederlage weiter

Das Lachen ist zurück

Accra ­ - Matchwinner Mohamed Zidan tanzte vor Freude, der geschlagene Otto Pfister trauerte der verpassten Karriere-Krönung nach. Doch nur wenige Stunden nach dem verlorenen Afrika-Cup-Finale richtete der 70-jährige Fußball-Abenteurer seinen Blick schon wieder in die Zukunft.

Fußball, Afrika Cup, Kamerun, Pfister
© DPA

"Ich habe einen Vertrag bis 2010, den möchte ich erfüllen", sagte Kameruns Nationalcoach mit Blick auf die WM in zwei Jahren in Südafrika. Auch wenn er während des gesamten Turniers alle Titelansprüche zurückwiesen hatte, gab Pfister zu, dass ihn die 0:1-Niederlage gegen Titelverteidiger Ägypten schmerze: "Man ist im Moment enttäuscht, aber das sind ganz einfach die Gesetze des Sports. Das ist im Lohn inbegriffen, das muss man akzeptieren. Da kann man nicht weinen, es geht immer weiter."

Auch seine "unbezähmbaren Löwen" mit den Deutschland-Legionären Timothee Atouba (Hamburger SV), Joel Epalle (VfL Bochum) und Mohamadou Idrissou (SC Freiburg) steckten die Niederlage schnell weg. "Die waren nicht so geknickt", berichtete Pfister. "In der Kabine waren sie ein wenig unten, aber nach dem Essen ging es schon besser und zwei, drei Stunden nach dem Abpfiff lachten sie schon wieder."

Im Gegensatz zu den Kamerunern, deren Lachen einen traurigen Beigeschmack hatte, strahlte Ägyptens Matchwinner Zidan übers ganze Gesicht. Der Angreifer des HSV nutzte einen Blackout von Kameruns Kapitän Rigobert Song und bediente Mohamed Aboutrika (76.), der mühelos zum sechsten Triumph des Rekordsiegers einschieben konnte. "Es ist unbeschreiblich schön, dass wir gewonnen haben. Jetzt wollen wir tanzen und feiern", sagte Zidan vor dem Staatsempfang in Kairo.

Erstmal drei Wochen Urlaub 

Der blieb Pfister in Kameruns Hauptstadt Yaounde verwehrt. Auf seiner neunten Trainer-Station in Afrika verpasste der Weltenbummler die Chance, als zweiter Deutscher nach Winnie Schäfer (2002 mit Kamerun) die begehrte Trophäe zu gewinnen. Nach einer kurzen Auszeit will der gebürtige Kölner mit neuem Elan in das Unternehmen "WM 2010" starten.

"Ich mache erstmal drei Wochen Urlaub, dann geht es weiter. Im nächsten Monat steht schon wieder ein Freundschaftsspiel an, und im Mai das erste WM-Qualifikationsspiel", sagte Pfister, der Offerten als Nationaltrainer Südkoreas oder der USA nicht annehmen wird.

Stattdessen bastelt der Trainerfuchs, der zuvor schon 1992 mit Ghana ein Afrika-Cup-Endspiel verloren hatte, an der erfolgreichen Zukunft Kameruns. Und die gelungene Kontinental-Meisterschaft macht Mut, dass bei der WM 2010 erstmals ein afrikanisches Team das Halbfinale erreicht. Für Pfister war das Niveau bei der Austragung in Ghana so hoch wie nie zuvor: "Es wurde sehr guter Fußball gespielt."

Zidan verzaubert HSV 

Den will Zidan auch wieder in der Bundesliga zeigen. Nach einer enttäuschenden Hinrunde, in der der Angreifer lange nicht über ein Reservisten-Dasein hinausgekommen war, setzt er auf seine persönliche Kehrtwende beim HSV: "Ich kann es nicht erwarten, nach Hamburg zu kommen und für die Mannschaft zu kämpfen und spielen."

Sein Arbeitgeber hofft, dass sich die investierten 5,8 Millionen Euro, die der HSV an den FSV Mainz 05 überwiesen hatte, noch auszahlen.

Schon im UEFA-Cup beim FC Zürich könnte Zidan wieder eine Option sein. "Wir freuen uns alle sehr für Mohamed. Er hat in Ghana tolle Spiele gezeigt und wird sicher mit Selbstvertrauen nach Hamburg zurückkehren", sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Dann könnte Zidan auch im HSV-Dress seine Freudentänze vollführen.


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