Dienstag, 08.01.2008

Africa-Cup ohne den deutschen Trainer

Stielike nimmt Auszeit

Stuttgart - Ulli Stielike hat Hals über Kopf die Elfenbeinküste verlassen und bangt in Hannover um das Leben seines Sohnes Michael. Der 23-Jährige, der schon länger unter einer Lungenerkrankung leidet, liegt auf der Intensivstation der Medizinischen Hochschule im künstlichen Koma.

© Getty

"Sein Zustand ist zwar stabil, aber sehr kritisch", sagte der hilflose Vater. Von einem Rücktritt als Nationaltrainer der Ivorer, für die am 20. Januar in Ghana der Afrika-Cup beginnt, will Stielike (noch) nichts wissen. Stielike entschied daraufhin, nicht als Trainer der Elfenbeinküste zum Afrika-Cup zu reisen. "Ich werde auf die Teilnahme verzichten. Diese Entscheidung ist am Nachmittag gefallen", sagte der 53-Jährige der "Bild"-Zeitung.

"Ich habe mir bis Ende der Woche Bedenkzeit erbeten und die ist mir vom Verband der Elfenbeinküste auch zugesichert worden", sagte der 53 Jahre alte Ex-Nationalspieler. Sein Pflichtgefühl und sein Arbeitseifer, die er einst auch als Profi von Borussia Mönchengladbach und Real Madrid sowie in 42 Länderspielen für die deutsche Nationalmannschaft zeigte, lassen es wohl nicht zu, den Posten so schnell aufzugeben.

"Es sieht alles andere als gut aus", sagte Stielike im nächsten Moment und meint damit sowohl die Verfassung seines Sohnes als auch seine Zukunft als Trainer in dem westafrikanischen Land.

Sohn im künstlichen Koma 

Sein Sohn Michael war in der Nacht von Samstag auf Sonntag in ein künstliches Koma versetzt worden, nachdem er nach Angaben seines Vaters "einen schweren Kollaps" erlitten hatte. Zusammen mit seiner Frau Doris, mit der er noch die erwachsenen Kinder Christian und Daniela hat, ist Stielike nun in Hannover. Michael hatte schon mehrere Wochen auf ein Spender-Organ für eine Lungentransplantation gewartet.

Stielickes Vertrag läuft am Ende des Afrika-Cups aus. Er hatte die "Elefanten", wie die Spieler der Elfenbeinküste in ihrer Heimat genannt werden, nach der Weltmeisterschaft 2006 übernommen. In Deutschland waren sie unter dem französischen Trainer Henri Michel nach 1:2-Niederlagen gegen Argentinien und die Niederlande sowie eines 3:2-Sieges gegen Serbien & Montenegro in der Vorrunde ausgeschieden.

Wir telefonieren ständig 

Die Betreuung des Teams um Superstar Didier Drogba vom FC Chelsea für den Afrika-Cup ist inzwischen geregelt: Der Franzose Gerard Gili, Coach der Olympiamannschaft, hat die Aufgabe zumindest vorläufig übernommen und ist auch bei den Tests in Kuwait der verantwortliche Mann. "Wir telefonieren ständig", sagte Stielike.

Der einstige Weltklassespieler Stielike war 1980 Europameister und 1982 Vize-Weltmeister. Sein Trainerkarriere startete er 1989 als Verantwortlicher der Schweizer Nationalmannschaft.

Nach dem Rücktritt von Bundestrainer Berti Vogts wurde er dessen glücklosem Nachfolger Erich Ribbeck als Assistent zur Seite gestellt. Seine Karriere beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), wo er auch als Nachwuchscoach tätig war, endete am 20. Juni 2006, als DFB-Sportdirektor Matthias Sammer den Trainerstab neu ordnete.


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