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Europa League - Zwischenrunde

SGE nach wildem Schlagabtausch raus

Donnerstag, 27.02.2014 | 20:12 Uhr
Nabil Ghilas (r.) traf kurz vor Schluss und sicherte Porto das Weiterkommen
© getty
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Eintracht Frankfurt muss in der Zwischenrunde der Europa League die Segel streichen. Gegen den Favoriten vom FC Porto reichte den Hessen das 3:3 (1:0) vor heimischer Kulisse nach dem 2:2 im Hinspiel nicht zum Weiterkommen.

Vor 48.500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank Arena brachte Stefan Aigner die Gastgeber in Führung (37.), kurz nach der Pause erhöhte Alexander Meier nach einem weiteren starken Angriff auf 2:0 (52.).

Eilaquim Mangala sorgte mit seinem Kopfballtreffer für den Anschluss (57.) und stellte nach 71 Minuten den Ausgleich her. Auch Meiers zweiter Treffer (76.) reichte nach Nabil Ghilas erneutem Ausgleich (85.) nicht zum Weiterkommen.

Im Achtelfinale treffen die Portugiesen auf Neapel, das sich mit einem 3:1 gegen Swansea das Ticket für die nächste Runde gesichert hat.

Reaktionen:

Armin Veh (Trainer Eintracht Frankfurt): "Wir sind enttäuscht. Wir haben ein großartiges Spiel abgeliefert und waren mit Porto auf Augenhöhe. Großes Kompliment an meine Truppe. Wir haben uns mehr als gut für den deutschen Fußball verkauft. Wir haben richtig Gutes geleistet. Die Europa League verliert auch die besten Fans. Es war ein sehr emotionales Spiel für alle Beteiligten. Wir gratulieren Porto. Das 1:2 hätte nicht fallen dürfen. Das hat mich geärgert."

Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender Eintracht Frankfurt): "Es war total unglücklich, eine Verkettung unglücklicher Umstände. Es ist bitter, dass wir nicht belohnt worden sind."

Alexander Meier: "Wir haben alles gegeben. Bei so einem späten Gegentreffer ist es schwer, da noch etwas zu machen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Eintracht-Coach Armin Veh muss auf den gelbgesperrten Russ und den durch einen Knorpelschaden für die restliche Saison außer Gefecht gesetzten Rode verzichten. Barnetta und Aigner rücken dafür in die Startelf, ansonsten steht die gleiche Elf wie beim torlosen Remis gegen Bremen auf dem Platz.

Portos Trainer Paulo Fonseca tauscht nach der bitteren Niederlage im letzten Ligaspiel, die Porto den zweiten Tabellenplatz in der Primeira Liga kostete, ebenfalls zwei Mal. Maicon startet für Abdoulaye in der Innenverteidigung, im zentralen Mittelfeld beginnt Eduardo statt Josue.

15.: Danilo hat rechts viel zu viel Platz und flankt aus dem Halbfeld zur Mitte. Zambrano will artistisch klären - schlägt aber am Ball vorbei! Der vollkommen freie Martinez bekommt den Ball im Strafraum aber nicht unter Kontrolle.

26.: Quaresma bringt einen Freistoß aus dem linken Halbfeld an den Fünfer. Trapp greift daneben, der mit hochgestiegene Mangala bekommt den Ball aber nur an die Schulter, die Kugel geht drüber!

27.: Das muss die Führung sein! Meier behauptet den Ball rechts im Sechzehner stark und bringt ihn hoch zur Mitte. Die Kugel landet über den Umweg Barnetta bei Flum, der den Ball erst stark mit dem Kopf kontrolliert, ihn dann aber völlig frei aus acht Metern in die Wolken drischt.

29.: Nach einer Flanke von Danilo von rechts taucht Herrera plötzlich vollkommen frei im Fünfer der SGE auf! Das Timing beim Absprung stimmt allerdings nicht, er kann den Ball nicht kontrolliert auf Trapps Kasten bringen. Durchatmen bei den Gastgebern!

37., 1:0, Aigner! Der schönste Angriff bislang bringt die so wichtige Führung. Barnetta auf rechts per Hacke in den Lauf von Flum, der bringt die Flanke an den zweiten Pfosten. Meier ist im Rückraum blank und legt per Kopf an den Fünfer. Aigner tippt den Ball nur leicht an, die Kugel dreht sich ins kurze Eck!

45.: Barnetta hat vor dem Strafraum viel Platz und hält aus gut 20 Metern drauf. Helton ist unten und wehrt den scharfen Flachschuss zur Seite ab.

47.: Aigner setzt sich rechts am Strafraum gegen Alex Sandro durch, geht Richtung Grundlinie und legt zurück. Joselu nimmt die Kugel aus zwölf Metern direkt - haarscharf über den Kasten von Helton!

47.: Im Gegenzug stimmt die Ordnung bei den Gastgebern nicht. Martinez kommt nach einem flachen Zuspiel von links an der Strafraumgrenze an den Ball. Der Stürmer trifft den Ball aber nicht voll und verfehlt das Tor deutlich. Da war mehr drin!

52., 2:0, Meier: Zambrano sieht Barnetta im Rücken der Abwehr starten und schickt ihn mit einem weiten Pass aus der eigenen Hälfte, Maicon pennt und hebt das Abseits auf. Kurze Annahme mit der Brust, Helton kommt raus und Meier muss nach dem Querpass nur noch ins leere Gehäuse einschieben.

57., 2:1, Mangala: Quaresma wird rechts nicht richtig unter Druck gesetzt. Seine Flanke segelt an den kurzen Pfosten, wo der Verteidiger Madlung entwischt und unhaltbar aus kurzer Distanz einköpft.

60.: Unfassbare Szene! Drei-gegen-Eins-Konter für Frankfurt, aber Joselus Pass in die Mitte geht in den Rücken von Jung. Der steht mit dem Rücken zum Tor und versuchts per Hacke - Helton hält! Varela stolpert in den Ball und schießt fast ein Eigentor - klärt aber selbst! Barnetta schnappt sich die Kugel und legt ab - doch Jung selbst blockt den Schuss ab!

71., 2:2, Mangala: Das gibt's doch nicht! Quaresma schießt einen Freistoß nicht aufs Tor, sondern gibt rechts raus auf Danilo. Der bringt die Flanke zur Mitte und wieder steht Mangala frei, bei dessen Kopfball Trapp keinerlei Chance hat.

76., 3:2, Meier: Die perfekte Antwort! Oczipkas Flanke von links verlängert Joselu an den langen Pfosten. Wieder ist Meier vollkommen frei und trifft aus wenigen Metern per Volley-Aufsetzer ins lange Eck zur erneuten Führung!

85., 3:3, Ghilas: Das nächste Tor in einem absolut verrückten Fußballspiel! Frankfurt steht nicht sicher hinten, Lica kommt rechts aus dem Strafraum zum Schuss. Trapp wehrt das Geschoss zur Seite ab, doch Ghilas erfasst die Situation am schnellsten und jagt den Abpraller in die Maschen.

Fazit: Extrem bittere Niederlage für die aufopferungsvoll kämpfende Eintracht, die gegen den großen Favoriten aus Porto einfach zu viel zuließ.

Der Star des Spiels: Alexander Meier machte ein bärenstarkes Spiel und stand als Sinnbild für den Kampf der Eintracht. Ging weite Wege nach hinten und war vorne ein stetiger Gefahrenherd für die Gäste. Erzielte zudem zwei Treffer.

Der Flop des Spiels: Maicon entpuppte sich als Schwachstelle in der sowieso nicht sattelfesten Abwehr der Gäste. Pennte beim 0:2 und hob das Abseits auf. Auch die Zweikampfwerte mit nur 33 Prozent gewonnen Duellen für einen Verteidiger unterirdisch

Der Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande) hatte das Spiel gut unter Kontrolle und war bemüht, durch viele Vorteils-Auslegungen den Spielfluss am laufen zu halten. War in der Zweikampfbewertung meist auf der Höhe und ging sparsam mit den Karten um. Hätte lediglich Quaresma zuerst nach knapp zehn Minuten einen Freistoß aus aussichtsreicher Position zusprechen müssen und nach Schweglers hartem Foul an ihm (81.) auch einen Freistoß geben müssen.

Das fiel auf:

  • Die Eintracht, der ja schon ein torloses Remis zum Weiterkommen gereicht hätte, stand zu Beginn defensiv gut und ließ wenig zu. Nach vorne ging aber bis zur Mitte der ersten Hälfte nicht viel zusammen. Der Spielaufbau war fahrig und hektisch, die Bälle wurden schnell weggeschenkt.
  • Die Gäste waren unter Zugzwang, wurden ihrer Favoritenrolle aber lange nicht gerecht. Das hochstehende Porto hatte zwar viel Ballbesitz, presste gut und zwang die Eintracht zu Abspielfehlern, in der Hintermannschaft leisteten sich die Portugiesen aber die ein oder andere Unachtsamkeit. Symptomatisch das 1:0, als Meier und Aigner im Strafraum viel zu viel Platz hatten.
  • Das Anfangs zerfahrene Spiel nahm nach Flums großer Chance (27.) Fahrt auf. Beide Teams spielten strukturierter nach vorne. Während die Gäste aber lange in Schönheit starben und trotz der technisch besseren Spielanlage selten in gefährliche Situationen kamen, zeigte sich die SGE zielstrebiger und effizienter.
  • Mit Anpfiff der zweiten Hälfte entwickelte sich ein wilder Schlagabtausch. Beide Teams machten hinten auf und boten eine vogelwilde Defensivleistung. Vor allem unverständlich, warum die SGE so kurz vor Schluss noch so offensiv stand und vor dem 3:3 aus dem Nichts in eine Drei-gegen-Drei Situation geraten konnte.

Eintracht Frankfurt - FC Porto

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