Fussball

Stuttgart verabschiedet sich von Europa

Von Marco Nehmer
Lazios Klose-Ersatz Libor Kozak erledigte den VfB Stuttgart im Rückspiel mit einem Dreierpack
© getty

Lazio Rom hat den VfB Stuttgart im Achtelfinal-Rückspiel mit 3:1 (2:0) besiegt und steht damit im Viertelfinale der Europa League. Mit den Schwaben ist das letzte deutsche Team aus dem Wettbewerb ausgeschieden.

Vor leeren Rängen im Stadio Olimpico machte Lazio bereits in der Anfangsphase den Sack zu. Ein früher Doppelpack von Libor Kozak (6./8.) begrub alle Hoffnungen der Stuttgarter, nach der 0:2-Hinspielniederlage noch einmal zurückkommen zu können.

"Wenn man so früh mit 0:2 hinten liegt, ist natürlich das gesamte Konzept über Bord geworfen", sagte Trainer Bruno Labbadia.

Der VfB steckte aber nicht auf und kam durch Tamas Hajnal noch zum Anschlusstreffer (62.), ehe Kozak mit seinem dritten Treffer des Abends (87.) den 3:1-Endstand besorgte.

Gentner: "Die zweite Halbzeit war in Ordnung"

Während der italienische Pokalfinalist mit dem Einzug in die Runde der letzten Acht seine zweite Titelchance in dieser Saison wahrt, scheidet mit dem VfB Stuttgart der letzte deutsche Vertreter aus der Europa League aus.

"Die ersten zwei Schüsse waren direkt drin, dann ist das Spiel gelaufen. Lazio hat nur noch das Nötigste gemacht. Danach war es unmöglich, nochmal zurückzukommen", sagte Stutttgarts Christian Gentner nach der Partie gegenüber "Sky".

"Es war wichtig, dass wir uns anständig verabschieden aus der Europa League. Die zweite Halbzeit war in Ordnung von der Moral und vom Charakter her", so der VfB-Profi weiter.

Labbadia setzt auf Angriff

Bruno Labbadia setzte erwartungsgemäß auf die Karte Angriff. Neben Torjäger Vedad Ibisevic, der vor einer Woche noch gesperrt gefehlt hatte, begann dessen Hinspiel-Vertreter Federico Macheda.

Der zuletzt heftig von den VfB-Fans gescholtene Tamas Hajnal startete auf der Spielmacherposition. Lazio musste hingegen erneut ohne den verletzten DFB-Angreifer Miroslav Klose auskommen.

Die Stuttgarter gingen durchaus ambitioniert in die Partie und waren auf den wichtigen frühen Treffer aus. In der vierten Minute prüfte Raphael Holzhauser zum ersten Mal Lazio-Schlussmann Federico Marchetti aus der Distanz.

Kozak macht Stuttgarter Hoffnungen zunichte

Im Gegenzug folgte dann die kalte Dusche für die Schwaben: Antonio Candreva hebelte mit einem Diagonalball auf Stefan Radu die VfB-Defensive aus. Der Rumäne flankte ins Zentrum und fand Libor Kozak, der den Ball aus kurzer Distanz per Volley zur Führung im Tor unterbrachte (6.).

Zwei Minuten später waren bereits alle Stuttgarter Hoffnungen begraben: Wieder war es Kozak, der einen öffnenden Pass von Christian Ledesma schön mitnahm und Sven Ulreich bei seinem Abschluss keine Chance ließ. Der satte Schuss des Tschechen sprang von der Unterkante der Latte in den Kasten zum 2:0 (8.).

Ibisevic knockt Marchetti aus

Stuttgart benötigte nun bereits vier Tore, doch der desolate Auftakt der Schwaben erschwerte den Glauben daran merklich. Im Mittelfeldzentrum des VfB ergaben sich immer wieder eklatante Lücken, die die Laziali mühelos bespielen konnten.

Die Italiener mussten in der ersten Halbzeit noch einen Rückschlag verkraften. Ibisevic erwischte Lazio-Keeper Marchetti unglücklich mit dem Fuß am Kopf (41.). Der 30-Jährige war minutenlang benommen und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Ersatzmann Albano Bizzarri in die Partie.

Stuttgart beweist Moral

Im zweiten Durchgang war Stuttgart um etwas mehr Ordnung bemüht und kam zu Chancen, wie durch Außenverteidiger Gotoku Sakai, dessen satter Schuss aber zu zentral aufs Tor kam und Bizzarri vor keine Probleme stellte (52.). Bei einem Holzhauser-Fernschuss kurz darauf hatte der Ersatz-Keeper schon größere Schwierigkeiten (53.).

Der VfB ließ sich nicht hängen und bewies Moral, obwohl man zur Halbzeit das Ausscheiden schon akzeptiert hatte. Hinzu kam, dass sich die Gastgeber nun etwas zurückzogen und die Stuttgarter Defensive nicht mehr zwingend forderten.

In der 62. Minute kam der VfB noch zum Erfolgserlebnis. Hajnal schob nach einem Eckball aus zwölf Metern zum Anschlusstreffer ein. Stuttgart zeigte sich danach weiterhin engagiert, den Schlusspunkt setzten jedoch die Gastgeber: Kozak machte seinen Dreierpack nach einer Candreva-Flanke per Kopf perfekt und besorgte so den Endstand (88.).

Lazio - Stuttgart: Daten zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung