Europa League: Achtelfinale, Hinspiel

Hannover 96 verdient sich Remis in Lüttich

Von Markus Matjeschk / Jochen Tittmar
Donnerstag, 08.03.2012 | 23:01 Uhr
Didier Ya Konan (r.) stand bei Hannover 96 in der Startelf
© Getty
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Hannover 96 hat im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League ein 2:2-Unentschieden bei Standard Lüttich geholt und sich somit in eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche gebracht.

Vor 22.000 Zuschauern im Stade Maurice Dufrasne hatte Lars Stindl Hannover zunächst per Foulelfmeter in Front gebracht (22.). Yoni Buyens (27.) und Mohammed Tchite (30.) drehten die Partie dann binnen drei Minuten zu Gunsten der Gastgeber.

Mame Diouf gelang in der 56. Minute der vielumjubelte Ausgleich. Allerdings trug der Torschütze einen Bänderriss im Sprunggelenk davon und fällt auf unbestimmte Zeit aus.

Das Rückspiel findet am 15. März in der AWD-Arena statt.

Reaktionen:

Mirko Slomka (Trainer Hannover 96): "Wir haben in der zweiten Halbzeit nochmal zugelegt, waren viel mehr dran am Gegner. Wir haben uns in die Partie reingebissen. Es war wichtig, dieses zweite Tor zu machen. Wir haben jetzt eine recht ordentliche Ausgangsposition."

Jörg Schmadtke (Sportdirektor Hannover 96): "Die erste Halbzeit war ordentlich. Nach der Pause haben wir es dann richtig gut gemacht. Das 2:2 ist verdient. Wir können mit diesem Ergebnis gut leben. Die Ausgangsposition für das Rückspiel ist durchaus gut."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Hannover im Vergleich zum 2:2 beim FC Augsburg auf vier Positionen verändert. Abdellaoue (Grippe) und Schlaudraff (Gelbsperre) stehen nicht im Kader, Pogatetz (Knieprobleme) und Schulz sitzen zunächst auf der Bank. Für das Quartett starten Eggimann, Rausch, Chahed und Ya Konan.

Slomka verzichtet auf eine Mittelfeld-Raute, stattdessen spielen Pinto und Stindl nebeneinander auf der Doppelsechs.

Lüttich beginnt ebenfalls im 4-4-2 mit den pfeilschnellen Cyriac und Tchite im Angriff. Mit Van Damme steht auch ein Ex-Bundesligaprofi (Werder Bremen, 2005/2006) in der Startformation.

15.: Lüttich mit dem Eckball von links. Zieler faustet die Kugel vor Haggui weg, Buyens hält am Sechzehner sofort drauf - drüber.

22., 0:1, Stindl (Elfmeter): Rausch zieht von halbrechts in den Sechzehner und marschiert zur Grundlinie. Kanu grätscht ungeschickt dazwischen, Rausch fällt und Schiedsrichter Chapron zeigt auf den Punkt. Stindl schnappt sich die Kugel, verlädt Bolat und schiebt rechts ein.

27., 1:1, Buyens: Lüttich kontert im eigenen Station. Cyriac bekommt die Kugel auf rechts und spielt Tchite an. Der wackelt Cherundolo aus und gibt nach innen. Dort ist Buyens am kurzen Pfosten einen Schritt schneller und hebt das Füßchen dran. Der Ball geht unten links ins Tor, keine Chance für Zieler. Erstes Europacuptor des Belgiers.

30., 2:1, Tchite: Gakpe mit dem Eckball von rechts auf den kurzen Pfosten. Tchite löst sich von Bewacher Chahed und verschafft sich einen Raumvorteil. Wuchtiger Kopfball in die Maschen - Spiel gedreht!

56., 2:2, Diouf: Stindl wird halbrechts im Strafraum angespielt und will in die Mitte passen. Der Ball wird von Kanu abgeblockt, landet aber bei Ya Konan. Der Ivorer bringt die Kugel auf Höhe der Grundlinie flach an den langen Pfosten. Dort steht Diouf total blank und schiebt ins leere Tor ein.

88.: Wieder Pocognoli mit dem Freistoß aus dem rechten Halbfeld. In der Mitte steigt Kanu nach oben und köpft Richtung linker Pfosten - Zieler rettet mit einem starken Reflex.

90.: Freistoß von Lüttich von der linken Seite. Felipe steigt hoch und köpft aufs Tor. Zieler lässt den Ball leichtfertig prallen, Bjarnason kommt dazwischen. Zieler schiebt die Kugel nach links weg. Dort versucht es Tchite mit der Hacke hinter dem Standbein - neben den Pfosten.

Fazit: Hannover holt sich ein nicht unverdientes Remis in Lüttich und hat damit gute Chancen, ins Viertelfinale einzuziehen.

Der Star des Spiels: Mohammed Tchite. Schon in der Gruppenphase hatte Hannover seine liebe Mühe mit dem quirligen Burundier und auch an diesem Abend war Tchite mit seinen blitzartigen Antritten der gefährlichste Mann auf dem Platz. Vor dem 1:1 wirbelte er Cherundolo einen einwandfreien Knoten in die Beine, beim Führungstreffer bewies er mit gerade einmal 1,76 Meter Körpergröße seine enorme Sprungkraft. Ankreiden muss man Tchite allerdings das fahrlässige Vergeben des Siegtreffers in der Nachspielzeit.

Der Flop des Spiels: Sofian Chahed. Der Tunesier wirkte auf der rechten Außenbahn oft planlos und ließ sich zudem bei Tchites Kopfball zu leicht abschütteln. Am Ende entschied Chahed nur magere 29 Prozent seiner direkten Duelle für sich.

Der Schiedsrichter: Tony Chapron. Der Franzose hatte mit der fairen Partie keinerlei Probleme und hielt sich angenehm zurück. Beim Foul von Kanu an Rausch im ersten Durchgang entschied der 39-jährige Unparteiische völlig korrekt auf Strafstoß.

Analyse: Auf dem nach den heftigen Regenfällen der letzten Tage aufgeweichten Rasen hatte Lüttich den Fuß vom Anpfiff weg sofort auf dem Gaspedal. Tchite und Sturmpartner Cyriac rochierten ständig und ließen sich abwechselnd leicht nach außen fallen.

Hannover hatte zunächst Probleme mit dem Pressing der Hausherren und schenkte seinerseits die Bälle im Aufbauspiel viel zu schnell her. Erst nach einer Viertelstunde schwammen sich die Niedersachsen dann allmählich frei.

So staunten die 22.000 im Stade Maurice Dufrasne nicht schlecht, als der erste gelungene Hannoveraner Angriff gleich zur Führung führte. Rausch fiel im Sechzehner, in Abwesenheit von Schlaudraff und Abdellaoue vollstreckte Stindl ganz locker. Für Hannover war der verwandelte Elfmeter das erhoffte Auswärtstor, für Lüttich war es das erste Heim-Gegentor der diesjährigen Europa-League-Kampagne.

Doch so kaltschnäuzig sich die 96-er bei der Führung präsentierten, so blauäugig gaben sie das Polster wieder aus der Hand. Lüttich konterte sich zum Ärger Slomkas postwendend zum Ausgleich. Keine drei Minuten kam es noch schlimmer, als Tchite die Partie per Kopf drehte.

Nach dem Pausentee zeigte sich dann ein vollkommen anderes Bild. Hannover nahm die Zweikämpfe im Mittelfeld nun konsequenter an und erarbeitete sich so ein Übergewicht.

Standard kam so nicht mehr zwingend genug vor das Tor von Zieler, auf der Gegenseite traf Diouf zum mittlerweile verdienten Ausgleich.

Lüttich bleibt mit dem 2:2 in dieser Europa-League-Saison weiterhin ungeschlagen, für Hannover ist das Remis eine mehr als solide Grundlage für das Rückspiel in der nächsten Woche.

Standard Lüttich - Hannover 96: Die Daten zum Spiel

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