Mittwoch, 01.12.2010

Europa League: Gruppenphase - 5. Spieltag

VfB Stuttgart verliert Berner Schneeballschlacht

Der VfB Stuttgart hat beim Glücksspiel unter freiem Himmel den Kürzeren gezogen, aber trotz einer 2:4 (0:1)-Niederlage bei den Young Boys Bern frühzeitig den Gruppensieg perfekt gemacht

Mauro Camoranesi und der VfB Stuttgart kassierten in Bern die erste Schlappe der Gruppenphase
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Mauro Camoranesi und der VfB Stuttgart kassierten in Bern die erste Schlappe der Gruppenphase

Der Bundesliga-Vorletzte, der sich bereits am vierten Spieltag den Einzug in die K.o.-Runde gesichert hatte, ist vor dem abschließenden Match gegen Odense BK am 16. Dezember nicht mehr von Platz eins in der Gruppe H zu verdrängen.

Beim Schnee-Roulette im Stade de Suisse waren die Gastgeber vor 18.600 fröstelnden Zuschauern in der 35. Minute durch den früheren Gladbacher David Degen in Führung gegangen.

Pawel Pogrebnjak sorgte dann in der 48. Minute für den verdienten Ausgleich der Schwaben, die nach der Pause zunächst deutlich besser agierten.

Debütant Schipplock erfolgreich

Europacup-Debütant Sven Schipplock (68.) traf dann 93 Sekunden nach seiner Einwechslung zur VfB-Führung, ehe Scott Sutter (79.) für Bern ausglich. Emmanuel Mayuka (81., 83.) schoss die Berner mit einem Doppelpack dann ebenfalls in die nächste Runde.

"Wir wollten unbedingt gewinnen, um mit einem Erfolgserlebnis in der Bundesliga weiterzumachen. Das wäre in unserer schwierigen Situation wichtig gewesen, deshalb ist die Niederlage sehr ärgerlich", sagte Philipp Degen.

Und auch Sportdirektor Fredi Bobic war enttäuscht: "Wir haben in der zweiten Halbzeit das Spiel kontrolliert und dann fünf Minuten geschlafen. Es ist schade, dass wir dieses Spiel hergeschenkt haben."

Partie beinahe abgesagt

Der Anpfiff stand bis zuletzt auf des Messers Schneide. Denn wegen des intensiven Schneefalls hatte der israelische Schiedsrichter Alon Yefet zunächst den Anstoß um eine halbe Stunde verschoben, damit mehrere Räumfahrzeuge den Kunstrasen von den Schneemassen entfernen konnten.

Erst nach einer weiteren Begutachtung des Spielfeldes pfiff der Referee, der nach Angaben von VfB-Sportchef Fredi Bobic das Spiel schon absagen wollte, das Match an.

Von der Startelf der Schwaben beim 2:4 am vergangenen Wochenende beim Hamburger SV waren in Bern nur noch Philipp Degen, Cristian Molinaro und Georg Niedermeier in der Anfangsformation. Somit kam es zum ersten Zwillings-Duell auf europäischer Bühne zwischen Philipp und David Degen.

Rutschpartie in Bern

Auf dem glitschigen Untergrund waren dem Zufall Tür und Tor geöffnet. Die Gäste, die unter anderem Serdar Tasci, Cacau, Timo Gebhart und Matthieu Delpierre zu Hause gelassen hatten und bei denen zudem der gesperrte Ciprian Marica fehlte, hatten aber bereits in der dritten Minute Glück.

Der Ball landete nach einem Schuss von Senad Lulic nur am Querbalken. Lulic und David Degen stellten das Team von Trainer Jens Keller auch in der Folgezeit ein ums andere Mal vor große Probleme.

In der 29. Minute wurde das Spiel vom Unparteiischen für viereinhalb Minuten unterbrochen, um die Linien vom Schnee zu befreien.

Kurz nach Wiederanpfiff wollte Elson für den VfB einen Elfmeter herausholen, er sah aber wegen einer Schwalbe die Gelbe Karte. David Degen belohnte dann die Hausherren, die vor der Pause viel mehr als ihr Gegner in das Spiel investierten.

Drei Tore in vier Minuten

Im zweiten Durchgang war der VfB viel engagierter, wobei beim Ausgleich auch viel Glück dabei war. Nachdem Philipp Degen den Ball von der rechten Seite in den Fünfmeterraum geschlagen hatte, verschätzten sich sowohl die Berner Abwehrspieler als auch Torwart Marco Wölfli, sodass Martin Harnik Pogrebnjak unbedrängt auflegen konnte, der sich diese Chance nicht entgehen ließ.

Harnik hatte im Anschluss noch eine gute Möglichkeit, ehe Schipplock erstmals auf der europäischen Bühne zuschlug. Anschließend ließ sich der VfB aber von Bern vorführen, kassierte drei Treffer innerhalb von vier Minuten und verpasste so noch den fünften Sieg im fünften Spiel.

Fest stand bereits vor dem Spiel, dass die Stuttgarter wegen der Sperrung des Berner Flughafens anstatt mit dem Flugzeug in der Nacht noch mit dem Bus nach Hause fahren mussten, was die Vorbereitung auf das Punktspiel am Samstag gegen 1899 Hoffenheim zusätzlich erschwerte.

Bern - Stuttgart: Daten zum Spiel

 

SPOX

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