Europa League - Viertelfinale, Hinspiel

Hamburgs Traum vom Finale lebt weiter

SID
Freitag, 02.04.2010 | 12:36 Uhr
Ruud van Nistelrooy erzielte in 64 Spielen für die Niederlande 33 Tore
© Getty
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Obwohl sich der Hamburger SV gegen Standard Lüttich mit einem zuverlässlichen Ruud van Nistelrooy und einem Jonathan Pitroipa in Bestform beeindruckend präsentierte, bleibt ein bitterer Beigeschmack durch die schwache Abwehrleistung von Jerome Boateng, der den Gästen aus Lüttich den wertvollen Auswärtstreffer ermöglichte.

Domenico D'Onofrio brachte sein wertvolles Souvenir sogar mit in die Pressekonferenz und ließ sich anschließend stolz damit fotografieren.

Der Trainer und Sportdirektor von Standard Lüttich hatte nach der 1:2 (1:2)-Niederlage beim Hamburger SV im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League ein Trikot von Ruud von Nistelrooy ergattert und freute sich darüber ganz offensichtlich.

Sollte es noch irgendwelche Zweifel am Superstar-Status des Niederländers gegeben haben, jetzt waren sie endgültig ausgeräumt.

Mit seinem Siegtreffer in der 45. Minute hatte der 33-Jährige die Partie entschieden und dafür gesorgt, dass die Hoffnung der Hamburger auf das Endspiel am 12. Mai in der eigenen Arena weiter lebt.

Van Nistelrooy glaubt an den Titel

"Wir glauben, dass es möglich ist, den Titel zu gewinnen", sagte van Nistelrooy nach der packenden Partie, "jeder hat seine Leistung gebracht, es war super."

Der Stürmerstar hatte bereits in der 36. Minute den Pfosten getroffen, ackerte und kämpfte bis er unmittelbar vor der Pause mit einer Direktabnahme nach einer Flanke von Dennis Aogo erfolgreich war.

Es war schon sein 62. Europapokal-Treffer, damit zog er mit Gerd Müller und Andrej Schewtschenko gleich und ist in der ewigen Bestenliste nur noch sechs Tore von den Spitzenreitern Pippo Inzaghi und Raul entfernt.

"Es war nicht einfach für uns nach der Niederlage in Mönchengladbach und dem 0:1-Rückstand zurückzukommen", meinte Van the Man, "aber wir haben eine tolle Mentalität gezeigt und an unsere Spielstärke geglaubt."

Hannover als Feuerprobe

Ob die große Aussprache am Montag in Anwesenheit von Vorstandsboss Bernd Hoffmann ihre Wirkung gezeigt hatte, oder ob diese HSV-Truppe nur zu besonderen Spielen willens und in der Lage ist, sich zu motivieren, wird schon die Bundesligapartie am Sonntag (17.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY) gegen Hannover 96 zeigen.

"Wir müssen die gezeigte Bereitschaft mit in die nächsten Wochen nehmen", forderte HSV-Trainer Bruno Labbadia, "dann werden wir auch wieder erfolgreich sein."

Leistungsexplosion von Pitroipa

Neben van Nistelrooy konnte er sich insbesondere über die Leistungsexplosion von Jonathan Pitroipa freuen.

Der 23-Jährige durfte wegen der Verletzungen von Eljero Elia und Marcell Jansen auf der linken Mittelfeldseite beginnen und nutzte seine Chance.

Ein ums andere Mal spielte er die Lütticher Hintermannschaft schwindelig und holte auch den von Mladen Petric verwandelten Foulelfmeter vor dem 1:1 (42.) heraus.

"Ich habe mich über das Vertrauen gefreut und wollte es auf dem Feld zurückzahlen", erklärte Pitroipa nach seiner besten Leistung im HSV-Trikot seit Monaten.

Trotz eines Vertrages bis 2012 wollte Pitroipa zuletzt den HSV im Sommer verlassen, jetzt hat er möglicherweise wieder eine Perspektive an der Elbe.

"Ich hoffe, dass er so weitermacht, dann werden wir sehen. Wir haben die Entscheidung in der Hand", erklärte Labbadia.

Schwächen in der Abwehr

Sorgen müssen dem Trainer aber weiterhin die Schwächen in der Abwehr bereiten.

Innenverteidiger Jerome Boateng ließ bei einem Eckball vor dem 0:1 (30.) seinen Gegenspieler Dieudonne Mbokani aus den Augen. "Der Stürmer darf niemals so frei zum Kopfball kommen", räumte Boateng ein.

Dieser Gegentreffer erschwert die Aufgabe im Rückspiel bei den offensiv starken Belgiern am Donnerstag (20.50 Uhr im LIVE-TICKER, auf Sat.1 und SKY) erheblich. Die Unsicherheit in Hamburg bleibt.

Lüttich zuversichtlich

"Das Ergebnis lässt uns alle Chancen für das Rückspiel", sagte D'Onofrio, "wir haben gesehen, dass wir uns gegen den HSV Torgelegenheiten herausspielen können."

Auch Labbadia erwartet kommende Woche einen heißen Tanz: "Es wir ein Hexenkessel, Standard ist bei Standards sehr gefährlich. Wir werden uns etwas einfallen lassen müssen."

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