Werders Europa-League-Gegner im Porträt

Twente Enschede: Exotik in der Festung

Von Anant Agarwala
Donnerstag, 18.02.2010 | 10:35 Uhr
Twente beendete die letzte Saison als Tabellenzweiter hinter AZ Alkmaar
© Getty
Advertisement
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo Verona -
AC Mailand
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Straßburg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Super Liga
Cacak -
Partizan
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
Copa Libertadores
Grêmio -
Barcelona
Copa Sudamericana
Flamengo -
Fluminense
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe
Primera División
Valencia -
Leganes
Championship
Bristol -
Cardiff
Premiership
St Johnstone -
Celtic
Championship
Aston Villa -
Sheffield Wednesday
Primera División
Deportivo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
PSG
Serie A
Bologna -
Crotone
Primera División
Alaves -
Espanyol
Championship
Brentford -
Leeds
Ligue 1
Metz -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Amiens
Ligue 1
Nantes -Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Straßburg
Primera División
Barcelona -
Sevilla
Serie A
Genoa -
Sampdoria
Primeira Liga
Porto -
Belenenses
Primera División
Levante -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
FC Turin
Championship
Middlesbrough -
Sunderland
Ligue 1
Nizza -
Dijon
Serie A
Cagliari -
Hellas Verona
Serie A
Chievo Verona -
Neapel
Serie A
Florenz -
AS Rom
Serie A
Juventus -
Benevento
Serie A
Lazio -
Udinese
Primera División
Celta Vigo -
Bilbao
Eredivisie
PSV -
Twente
Ligue 1
Marseille -
Caen
Serie A
Atalanta -
SPAL
Primera División
Real Sociedad -
Eibar
Primera División
Villarreal -
Malaga
Primera División
Real Madrid -
Las Palmas
Serie A
Sassuolo -
AC Mailand
Ligue 1
Saint-Étienne -
Lyon

Twente Enschede hat klammheimlich die Phalanx der großen Drei der Eredivisie durchbrochen. Heute Abend trifft das Team von Steve McCLaren in der Europa-League-Zwischenrunde auf Werder Bremen (18.50 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY). Das Rezept des Werder-Gegners: Zwei Baumeister, ein Haufen Exotik und ein bisschen Pfannkuchen.

Christoph Daum war enttäuscht. "Wir haben es nicht geschafft, Twente vom Toreschießen abzuhalten", lautete seine lakonische Erklärung nach dem Auftakt der Europa League. Twente hatte soeben durch einen Doppelpack von Blaise N'Kufo das Sükrü Saracoglu gestürmt, das nicht gerade als leichtes Pflaster für Auswärtsteams bekannt ist. Feners Heimbilanz in dieser Saison weist immerhin 14 Siege in 17 Spielen auf.

Das Spiel machte eines deutlich: Twente kann für Überraschungen sorgen. In der Eredivisie hat man die Phalanx der großen Drei - Ajax, PSV, Feyenoord - längst durchbrochen. Nicht nur deswegen ist Werder vor dem Hinspiel in der Zwischenrunde der Europa League gewarnt.

Mit Peter Niemeyer steht ein Ex-Spieler aus Enschede im Werder-Kader, der vor seinem alten Team gehörigen Respekt hat: "Wir müssen uns zu hundert Prozent auf die Partie vorbereiten." Von einem Duell zwischen einem niederländischen David und dem Goliath von der Weser zu sprechen, sei "absolut unbegründet", so Niemeyer.

Champions-League-Qualifikation als Ziel

In Schlagdistanz zu Spitzenreiter PSV Eindhoven steht Twente auf Platz zwei der Eredivisie und ist auf Hattrick-Kurs. Wie in den letzten beiden Jahren möchten die Tukker erst in die Champions-League-Qualifikation und, anders als bisher, dann auch in die Königsklasse einziehen.

Noch ist die Champions-League-Hymne Zukunftsmusik. Nicht auszuschließen jedoch, dass sie bei Twente-Boss Joop Munsterman schon heimlich auf CD läuft. Denn, so Twente-Experte Youri Mulder zu SPOX: "Munsterman ist ein Visionär, der Mann hinter den Ideen von Twente." Mulder kennt den Verleger, der 2004 das Ruder übernahm, aus seiner Zeit als Stürmertrainer unter Fred Rutten persönlich.

Nur eine Heimniederlage

Zwischen 1990 und 1993 machte der spätere Schalke-Angreifer in Enschede seine ersten Schritte als Profi. "Damals haben wir vor 6000 Zuschauern gespielt, jetzt wird das neue Stadion (De Grolsch Veste, 24.000 Plätze, Anm. d. Red) bald schon wieder ausgebaut. Der Vorsitzende hat Ideen, da denkt man: Das geht mit Twente doch gar nicht."

Demnächst soll sogar eine U-Bahn direkt unter dem Stadion halten. Dass die Veste (zu Deutsch: Festung) ihren Namen zurecht trägt, zeigt die Saisonbilanz von nur einer Heimniederlage - ausgerechnet im Rückspiel gegen Fenerbahce.

Zweiter Baumeister des Twente-Erfolges ist nicht etwa Coach Steve McClaren, sondern: Fred Rutten. Der Vorgänger des Engländers war es, der Eljero Elia, Edson Braafheid, Marko Arnautovic und Douglas für kleines Geld verpflichtete.

Elia und Braafheid wurden später für elf Millionen veräußert. "Von diesen Verkäufen wurde der Stadionausbau finanziert", berichtet Mulder. Mindestens dieselbe Summe dürften Douglas und der an Inter verliehene Arnautovic einbringen.

Dazu kommen die gestiegenen Zuschauer- und Sponsoring-Einnahmen, die Verpflichtungen wie die von Topstürmer Brian Ruiz (knapp 6 Millionen Euro) möglich machen. So greift beim organischen Wachstum des Vereins mit dem Pferd im Wappen ein Rädchen ins andere.

Mit McClaren steht seit 2008 ein international bekannter Trainer an der Seitenlinie, der erst die Three Lions vor die Wand fuhr und dann mit Twente Vizemeister wurde. Unter seiner Ägide hat sich die Kultur in Enschede ein wenig verschoben. "Früher war Twente ein Nachwuchs-Verein, jetzt ist es sehr schwierig für die Jugendspieler. Das liegt auch daran, dass die Engländer es gewohnt sind, viele Spieler einzukaufen", sagt Mulder über die Schattenseite des Aufschwungs.

Multi-Kulti-Truppe

Twente hat sich in der Tat zu einer echten Multi-Kulti-Truppe entwickelt. Im Kader der Roten sind 20 Nationalitäten vertreten. Aber - und das ist das Problem - viele der neuen Ausländer spielen kaum oder gar nicht.

"Spieler aus dem Ausland verdienen in den Niederlanden circa das anderthalbfache der einheimischen Spieler, durchschnittlich knapp 500.000 Euro im Jahr. Beispielsweise sitzen Nashat Akram, Wellington oder Bernard Parker nur auf der Bank und verdienen für Twente-Verhältnisse wahnsinnig viel Geld." Und für die Ersatzspieler ist es schwer, McClaren setzt fast immer auf dieselben elf Spieler.

Der Angriff veranschaulicht dagegen die erfolgreiche Seite der Twente-Exotik: Der kongolesische Schweizer N'Kufo wird flankiert vom Costaricaner Ruiz und dem Slowaken Miroslav Stoch. Ein brandgefährliches Trio, das wettbewerbsübergreifend 41 Tore erzielte, 18 davon gehen auf das Konto von Ruiz. McClaren vertraut in vorderster Front auf das Verkehrtrum-Prinzip.

"Ruiz spielt als Linksfuß auf rechts, Stoch als Rechtsfuß auf links. Sie sind keine klassischen Außenstürmer, die sich bis zur Grundlinie durchdribbeln und dann flanken. Beide ziehen nach innen und suchen selbst den Abschluss", erklärt Mulder. Während Ruiz konstant knipst und zwischenzeitlich in zehn Spielen hintereinander erfolgreich war, steckt Chelsea-Leihgabe Stoch im Formtief. Mulder: "Zurzeit spielt er wie ein Pfannkuchen."

Offensive Verteidigung

Mittelstürmer N'Kufo wird oft durch Flanken der Außenverteidiger Ron Stam (kleiner Bruder von Jaap) und Peter Wisgerhof aus dem Halbfeld eingesetzt - "und dann ist er gefährlich! Bremen muss die Flanken auch aus vermeintlich ungefährlichen Regionen kurz hinter der Mittellinie verhindern", sagt Mulder. Und er hat weitere Tipps für Thomas Schaaf: "Du musst Twente mit Kraft, Einsatz und Aggressivität bekämpfen. Sie verteidigen sehr offensiv. Wenn Werder mit zwei Stürmern tief in die gegnerische Hälfte vorrückt, bekommt Twente Probleme."

Außerdem empfiehlt Mulder aggressives Pressing gegen Abwehrchef Douglas, der für viele Angriffe der Ausgangspunkt ist: "Den muss ein Stürmer permanent beschäftigen. Eine seiner Schwächen sind unnötige Fouls und daraus resultierende Verwarnungen." Über die Werder-Spiele hinausblickend traut Mulder Douglas auch den Sprung in eine Topliga zu: "Sein Marktwert liegt bei etwa zehn Millionen. Für die Bundesliga, Italien und England ist er aufgrund seiner robusten Spielweise sehr interessant."

Schritt für Schritt

Bei Topscorer Ruiz hat Mulder dagegen seine Zweifel: "Er ist für die Eredivisie super, aber ich glaube nicht, dass er in der Bundesliga gut aufgehoben wäre."

Dass ein Abschied aus Twente nicht jedem Spieler gut tut, zeigen einige Beispiele. Orlando Engelaar, Arnautovic und Braafheid scheiterten etwa außerhalb der "Grolsch Veste".

In Zukunft sollen die besten Spieler nach Möglichkeit auch länger in Enschede gehalten werden, mit Geld aus der Champions League. Mulder sieht Twente auf einem guten Weg: "Sie gehen Schritt für Schritt."

Hunt mit Werder nach Enschede

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung