Donnerstag, 12.06.2008

EM 2008

Türken in Deutschland feiern ausgelassen

Berlin - Laut hupend und fahnenschwenkend haben tausende türkische Fußballfans in Deutschland den ersten Sieg ihrer Mannschaft bei der Europameisterschaft gefeiert.

EM 2008, Fussball, Fans, Türkei, Autokorso
© DPA

Nach dem 2:1-Erfolg gegen die Schweiz machten in vielen größeren Städten türkische Fans die Nacht zum Tage. Sie feierten ausgelassen - und fast überall friedlich. Ein Autokorso nach dem anderen fuhr über den Kurfürstendamm in Berlin.

"Die schiere Menge an Fahrzeugen ließ den Autoverkehr zusammenbrechen", sagte ein Polizeisprecher. Etwa 3500 Fans waren mit rund 400 Wagen unterwegs, gegen 23.00 Uhr wurde der Kudamm für den übrigen Verkehr gesperrt. Es gab zwölf Festnahmen wegen Beleidigung, Sachbeschädigung, Körperverletzung und Landfriedensbruchs.

Autokorso durch Frankfurt und Hamburg

In Frankfurt hatten tausende türkische Fans das Spiel auf der Großbildleinwand angesehen. Anschließend zogen sie feiernd durch die Innenstadt. Auch in Hamburg bildeten sich nach dem Fanfest auf dem Heiligengeistfeld lange Autoschlangen.

Vor dem Bremer Bahnhof habe sich rund eine Stunde lang "kein Rad mehr gedreht", teilte die Polizei mit. Auch in Friedrichshafen und Karlsruhe wurde der Verkehr zeitweise lahmgelegt.

Schlägerei zwischen Kurden und Türken

In Heilbronn beteiligten sich an einem Autokorso etwa 1500 Fahrzeuge, bis zu 2000 Fans seien zu Fuß unterwegs gewesen. Nach einer Schlägerei zwischen Türken und Kurden wurden laut Polizei drei Schläger festgenommen.

In Weil am Rhein an der Schweizer Grenze schlugen türkische Fans nach Polizeiangaben einen Schweizer zusammen. Der Mann wurde im Krankenhaus behandelt.

Polizei fordert mehr Rücksicht von Fans

Einen Zwischenfall mit zwei Verletzten gab es in Darmstadt. Dort wurden während eines Autokorsos ein 18- und ein 19-Jähriger aus einem Cabrio geschleudert. Die Frankfurter Polizei forderte die Fußballfans zu mehr Rücksicht auf ihre schlafbedürftigen Mitbürger auf.

"Es geht nicht an, dass hier drei Wochen lang jede Nacht ein anderer Korso lautstark durch die Gegend fährt", erklärte Polizeisprecher Jürgen Linker.

Gegen Jubel sei nichts einzuwenden. Gefährlich sei aber das Verhalten im Autokorso, wenn bis weit nach Mitternacht Ampeln missachtet und andere Verkehrsteilnehmer genötigt würden.


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