EM 2008

Scholl soll Fernseh-Experte werden

SID
Mittwoch, 12.03.2008 | 13:31 Uhr
scholl, bayern münchen
© DPA
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München - Kegel-Bruder, Trainer-Schüler und bald EM-Experte: Zehn Monate nach dem Ende seiner fast zwei Jahrzehnte langen Profi-Laufbahn kehrt Mehmet Scholl wieder auf die Bildfläche zurück.

Bei der Europameisterschaft im Sommer soll der frühere Publikumsliebling des FC Bayern München für die "ARD" Spiele kommentieren, in dieser Woche begann er mit seiner Trainer-Lizenz. "Er ist mit Herz und Seele dabei. Er hat sich schon früher immer über Trainingsinhalte informiert", sagte Erich Rutemöller, Chefausbilder beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), über den passionierten Hobby-Kegler.

Teile seines B-Lizenz-Lehrgangs wird Scholl gemeinsam mit Rekordnationalspieler Lothar Matthäus absolvieren. Während der Ehrenspielführer seinen Auftritt in Oberhaching groß in Szene setzte, verdrückte sich der öffentlichkeitsscheue Scholl rechtzeitig vor den anrückenden Medien und überließ Matthäus die Interviews.

"Mehmet hat sich schon immer Gedanken gemacht über den Fußball, vor allem den Nachwuchsfußball, und wird mit Sicherheit seine Erfahrungen in Zukunft sehr gut einbringen können", dozierte der angehende Fußball-Lehrer.

Ratgeber für Poldi 

Seine Erfahrung gibt Scholl jetzt schon weiter. Zum Beispiel als Ratgeber für Lukas Podolski. "Er weiß, wie das hier funktioniert", sagte Podolski.

Immer wieder hatte Scholl als seine größte Leistung herausgestellt, im "Haifischbecken" des FC Bayern nicht gefressen worden zu sein. Als der "Spargeltarzan" (Manager Uli Hoeneß) 1992 nach drei Jahren beim Karlsruher SC zum Dienstantritt an der Säbener Straße erschien, konnte freilich niemand ahnen, dass der später von unzähligen Verletzungen heimgesuchte Scholl mit acht Meistertiteln zum deutschen Rekordhalter avancieren würde.

Elber spricht Scholl Trainerqualitäten ab 

Dass er auch als Trainer eines Tages solche Titel holen wird, glaubt der frühere Weggefährte Giovane Elber nicht.

"Der Scholli ist viel zu lieb, um Trainer im Profigeschäft zu sein", sagte der Brasilianer, der vor Scholl erster Ehrenspieler des FC Bayern wurde. Er sieht den Spaßkicker eher im Jugendbereich. "Er hat ein super Talent gehabt und war wohl der letzte Straßenfußballer in Deutschland. Davon kann er den kleinen Bambinis viel mitgeben."

Lieber Kegeln als Fußball 

Scholl tritt weiter an der Säbener Straße zum Dienst an, allerdings nicht mehr bei den Fußballern, Hausnummer 51, sondern bei den Keglern, Hausnummer 49. Interviews mag er keine geben, schon während seiner Profi-Laufbahn hatte er die Öffentlichkeitsarbeit zeitweilig ganz eingestellt. Jetzt ist es sein gutes Recht zu schweigen; Scholl kann beim Bier mit seinen Kegel-Brüdern ohne große Autogrammwünsche sein, wie er will.

Umso bemerkenswerter ist, dass es den 36-maligen Nationalspieler auf die TV-Bühne zieht. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll der Europameister von 1996 das ARD-Team während der EM im Juni verstärken.

Freude über Ribery 

Mit Freude dürfte Scholl, der in seinen Glanzzeiten bessere Haken als jeder Hase schlagen konnte, schon jetzt die großen Aufführungen seiner Trikotnummer 7 auf Franck Riberys Rücken kommentieren.

"Ribery hat jetzt die Nummer - so einen Fußballer stelle ich mir als Nachfolger vor", hatte der Musikfreak schon vor dem Amtsantritt des neuen Bayern-Dirigenten gesagt.

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