Mit der Leidenschaft von '98

Freitag, 24.06.2016 | 14:21 Uhr
Dimitri Payet erzielte schon zwei Treffer bei der EM
© getty
Advertisement
PDC World Championship
Do14.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Die Darts-WM auf DAZN
La Liga
Sa23.12.
El Clasico auf DAZN:
Real Madrid vs. Barcelona
FIFA Club World Cup
Live
Casablanca -
Urawa
FIFA Club World Cup
Gremio -
Pachuca
Serie A
Genua -
Atalanta
Coppa Italia
Inter Mailand -
Pordenone
Premier League
Huddersfield -
Chelsea
Coupe de la Ligue
Monaco -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Watford (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Stoke (DELAYED)
Super Liga
Partizan -
Roter Stern
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Real Madrid
Eredivisie
Groningen -
PSV
Coupe de la Ligue
Rennes -
Marseille
Coppa Italia
AC Mailand -
Hellas Verona
Eredivisie
Feyenoord -
Heerenveen
Premiership
Hibernian -
Rangers
Premier League
West Ham -
Arsenal
Coupe de la Ligue
Straßburg -
PSG
Premier League
Liverpool -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Everton (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Man United -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Man City (DELAYED)
Premier League
Tottenham -
Brighton (DELAYED)
Copa Sudamericana
Flamengo -
Independiente
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II

Dimitri Payet ist Frankreichs neue Hoffnung auf den EM-Titel im eigenen Land. Der 29-Jährige entfacht beim Gastgeber inbrünstige Nostalgie und hilft der Grande Nation in die Spur. Titelreif ist Frankreich noch nicht - man weiß aber, wie es geht.

Ging es um die Aufstellung der Nationalmannschaft, wurden in Frankreich während der Vorrunde drei Namen besonders heftig diskutiert. Bei Paul Pogba und Antoine Griezmann stellte sich vor allem nach dem zweiten Spiel, als Didier Deschamps beide draußen ließ, die Frage: Spielen sie? Dimitri Payet war der Dritte im Bunde. Bei ihm fragte man jedoch nicht ob, sondern wo er spielt.

Groß waren die Augen, als er in Partie drei gegen die Schweiz dann plötzlich nicht in der Startelf stand. Rund um die Presseplätze war zu beobachten, wie sich viele französische Fans zum Nebenmann umdrehten und die Schultern fragend nach oben rissen, als im Stadion die Aufstellung auf der Leinwand erschien. Zumindest diejenigen taten das, die es noch nicht über soziale Netzwerke mitbekommen hatten.

Deschamps hielt lediglich an seinem Rotationsprinzip fest, das er in der gesamten Gruppenphase praktizierte. Frankreich jedoch war empört über den fehlenden Heilsbringer.

Mit der Leidenschaft von '98

Payet ist innerhalb einer Woche zum am wenigsten umstrittenen französischen Nationalspieler aufgestiegen. Mit zwei Toren in den ersten beiden Spielen befreite der Außenstürmer von West Ham United den Gastgeber vom riesigen Druck, der auf ihm lastete.

Gerade beim Siegtreffer im Eröffnungsspiel, als er in der 89. Minute fast das Dach des Stade de France wegkatapultierte, war es in Frankreich fast unmöglich, nicht an 1998 zu denken. Das Stadion hat den Ruf weg, atmosphärisch oft zu enttäuschen. Als Payet all seine Anspannung in den Winkel zimmerte, erlebte der Fußballtempel in Saint-Denis wohl so viel Leidenschaft wie seit dem 12. Juli vor 18 Jahren nicht mehr.

Die Inbrunst, die Ergriffenheit auf den Rängen war gigantisch. So viel Zusammengehörigkeit verspürte Frankreich im freudigen Sinne schon lange nicht.

Frankreichs Held: Payet statt Pogba

Ob es nun Platini, Deschamps, Zidane oder Henry waren: Frankreich braucht seine Helden. Der für diese EM designierte Kandidat war Paul Pogba, Payet hat ihm den Ruhm, aber auch die Bürde der großen Erwartungen abgenommen.

Der 29-Jährige träumte Anfang des Jahres noch nicht einmal davon, bei der Heim-EM im Kader zu stehen. Nach einer 0:1-Pleite gegen Albanien im Juni 2015 war Payet nicht mehr in die Nationalmannschaft berufen worden. Im März kam aber auch Deschamps zu dem Schluss, dass am zwölffachen Pflichtspieltorschützen aus England kein Weg vorbeiführt.

"Es war ein langer Weg für mich. Noch vor einigen Wochen hätte ich nie gedacht, dass ich hier dabei bin, geschweige denn auf dem Platz stehe. Ich habe hart arbeiten müssen und hatte Verletzungspech. Die Arbeit und all diese Mühen mussten einfach raus", beschrieb Payet zuletzt seine Freudentränen nach dem Matchwinner gegen Rumänien. Die Szene wurde im Fernsehen in Endlosschleife gezeigt. Sie waren ihm dankbar dafür, die Franzosen. "Merci Dimitri", sagte Deschamps am Ende des aufwühlenden Abends.

"Man traut mir große Dinge zu"

Payet gilt als Spätzünder. Obwohl er bereits 2010 im Nationalteam debütierte, hat er zuvor noch kein großes Turnier gespielt. Mit ein Grund dafür: In seiner Zeit beim AS St. Etienne kam es zu einem folgenschweren Eklat. 2010, beim Spiel gegen Toulouse, wurde Payet handgreiflich. Gegen zwei Mitspieler. Fortan trug er das Image des Problemprofis mit sich herum. Auch deswegen tauchte er bislang noch nicht auf der ganz großen europäischen Fußballbühne auf - bis jetzt.

Gerade deshalb nimmt er die hohe Erwartungshaltung gerne an: "Ich danke allen Leuten für die zweite Chance, die ich erhalten habe. Ich spüre aber keinen übergroßen Druck, das macht mich nicht nervös. Ich finde es schön, denn es zeigt, dass man mir vertraut und vor allem auch große Dinge zutraut. Das ist wichtig", so Payet nach dem abschließenden Gruppenspiel gegen die Schweiz.

"Besser so als verblendet"

Unter dem Strich steht Deschamps' Mannschaft mit sieben Punkten und einem ordentlichen Torverhältnis von 4:1 im Achtelfinale. Ganz so souverän wie es die Statistik vermuten lässt, waren die Auftritte bislang zwar nicht, jedoch findet sich im Teilnehmerfeld keine einzige Mannschaft, für die das gelten würde.

"Die Spiele haben gezeigt, dass es hier keine einfachen Gegner gibt. Lieber gewinnen wir so knapp und spät als dass wir nach einem 3:0 oder 4:0 verblendet sind", lautete Payets Fazit der Gruppe.

Besonders optimistisch stimmt ihn die Entwicklung innerhalb der Mannschaft: "Vom ersten Spiel gegen Rumänien über das zweite gegen Albanien bis hin zum dritten gegen die Schweiz hat man eine klare Evolution unseres Fußballs gesehen. Es wird immer besser."

Frankreich ist 2016 bereit

Frankreich auf heimischem Boden - das passt. Neben der WM 1998 gewann die Equipe Tricole auch die EM 1984 im eigenen Land. Für vergleichbare Heldentaten ist die Grande Nation 2016 wieder bereit.

Der Weg ins Finale wird weiter Nerven kosten und besondere Momente wie die aus dem Eröffnungsspiel erfordern. Doch Frankreich ist darin geübt. Gerade die erwachsene Generation wird sich an die schwierigen Spiele 1998 gegen Paraguay und Italien auf dem Weg zum Titel erinnern. An der Belastbarkeit dieses Landes wird es keinesfalls scheitern.

Dimitri Payet hat dieser Mission Leben eingehaucht, fast im Alleingang. "Ich will von der EM profitieren und mich zerreißen. Seit Turnierbeginn fühle ich mich richtig gut. Ich habe viel Selbstvertrauen und liefere hier gute Leistungen ab", befindet er. Das hat zwar noch nicht gereicht, um ganz Fußball-Europa restlos von den Zweifeln an der französischen Mannschaft zu befreien, aber Payet hat ja womöglich noch vier Spiele Zeit dazu.

Alles zur Equipe Tricolore

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung