Thomas Wolter im Interview

"Stoitschkow hat mich schwindelig gespielt"

Von Interview: Kevin Bublitz / Mark Heinemann
Freitag, 30.10.2009 | 16:18 Uhr
Thomas Wolter ist seit 25 Jahren bei Werder Bremen angestellt
© Getty
Advertisement
Bundesliga
Mi23:00
Die Highlights der Mittwochsspiele
Scottish Premiership
Sa13:00
Rangers - Celtic: Das 409. Old Firm steht an!
Super Liga
Live
Borac -
Roter Stern
Serie A
Live
Benevento -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Atletico Madrid
Primera División
Leganes -
Girona
League Cup
Arsenal -
Doncaster
League Cup
Chelsea -
Nottingham
Serie A
Atalanta -
Crotone
Serie A
Cagliari -
Sassuolo
Serie A
Genua -
Chievo Verona
Serie A
Hellas Verona -
Sampdoria
Serie A
Juventus -
Florenz
Serie A
Lazio -
Neapel
Serie A
AC Mailand -
SPAL
Serie A
Udinese -
FC Turin
League Cup
Man United -
Burton
Primera División
La Coruna -
Alaves
League Cup
West Bromwich -
Man City
Primera División
Sevilla -
Las Palmas
Primera División
Real Madrid -
Real Betis
Copa Sudamericana
Flamengo -
Chapecoense
Copa Libertadores
Santos -
Barcelona SC
Copa Libertadores
Gremio -
Botafogo
Primera División
Villarreal -
Espanyol
Primera División
Celta Vigo -
Getafe
Primera División
Levante -
Real Sociedad
Copa Libertadores
River Plate -
Jorge Wilstermann
Copa Libertadores
Lanus -
San Lorenzo
Ligue 1
Nizza -
Angers
Ligue 1
Lille -
Monaco
J1 League
Kashima -
Gamba Osaka
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Atletico Madrid -
Sevilla
Premiership
Rangers -
Celtic
Premier League
West Ham -
Tottenham
Serie A
AS Rom -
Udinese
Premier League
Man City -
Crystal Palace
Championship
Derby -
Birmingham
Primera División
Alaves -
Real Madrid
Ligue 1
Montpellier -
PSG
Serie A
SPAL -
Neapel
Premier League
Leicester -
Liverpool
Primera División
Malaga -
Bilbao
Championship
Aston Villa -
Nottingham
Ligue 1
Bordeaux -
Guingamp
Ligue 1
Caen -
Amiens
Ligue 1
Lyon -
Dijon
Ligue 1
Metz -
Troyes
Premier League
Stoke -
Chelsea (Delayed)
Primera División
Girona -
Barcelona
Serie A
Juventus -
FC Turin
Premier League
Everton -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Swansea -
Watford (Delayed)
Premier League
Burnley -
Huddersfield (Delayed)
Premier League
Southampton -
Man United (Delayed)
Serie A
Flamengo -
Avaí
Primera División
Espanyol -
La Coruna
Eredivisie
Utrecht -
PSV
Serie A
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Sheff Wed -
Sheff Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
Saint-Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Club Brugge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk -
Lokomotiva
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton (Delayed)
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Premier League
Arsenal -
Brighton
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Primera División
Barcelona -
Las Palmas
Ligue 1
Angers -
Lyon
Primera División
Real Madrid -
Espanyol
Ligue 1
Nizza -
Marseille

Thomas Wolter ist mit seinen 46 Jahren bereits eine Institution bei Werder Bremen. Denn für die Norddeutschen ist er nun schon seit 25 Jahren aktiv, 14 davon als Profi. Zurzeit trainiert er die zweite Mannschaft in der 3. Liga. Im SPOX-Interview spricht der gebürtige Hamburger über die Bremer Nachwuchstalente, sein bitterstes Duell und stärkt Torsten Frings den Rücken.

SPOX: Trotz Abstiegskampf im letzten Jahr und dem durchwachsenen Start in die aktuelle Saison standen Sie nie in der Kritik. Warum?

Thomas Wolter: Die Stadt Bremen ist insgesamt ruhiger. Auch das Medienaufkommen ist nicht so groß wie zum Beispiel in München. Nach dem Umbruch im letzten Jahr wusste hier jeder, wie die Saison zu bewerten ist. Es geht in erster Linie nicht um den Tabellenstand, sondern um die Entwicklung der Spieler.

SPOX: Ihr Talent Philipp Bargfrede gehört fest zum Profikader, Torsten Oehrl ist auf dem Weg dahin. Was trauen Sie beiden zu?

Wolter: Philipp hat den ersten Sprung geschafft. Er ist immer dabei, hat sich einen Namen gemacht und war in den ersten Spielen fast schon Stammspieler. Torsten traue ich noch viel mehr zu. Seit er bei uns ist, hat er einen unheimlich guten Weg genommen, ist gereift und hat im Abstiegskampf Verantwortung übernommen. Er hat das Zeug, sich durchzusetzen.

SPOX: Wie läuft bei Ihnen der Sprung in den Profibereich?

Wolter: Wir lassen talentierte Spieler aus der A-Jugend bei uns mittrainieren. Wenn wir dann merken, die sind soweit, setzen wir die Jungs auch bei uns ein. Der Sprung zum Profikader läuft genauso. Entweder setzt man sich dann durch, oder er geht in die zweite Mannschaft zurück beziehungsweise wechselt zu einem anderen Verein. Es ist uns klar, dass wir nicht nur für Werder Bremen, sondern für sämtliche deutsche Ligen ausbilden.

SPOX: Arbeiten Sie auch am Charakter der Spieler?

Wolter: Das ist schwierig, da jeder einen Grundcharakter mitbringt. Es zeigt sich aber immer mehr, dass sich ein guter Charakter am Ende behauptet. Wir haben die positive Erfahrung gemacht, dass sich oft Spieler durchsetzen, die auch den schulischen Bildungsweg problemlos schaffen, während Schulabbrecher viel öfter scheitern.

SPOX: An welchen der zahlreichen Ausbildungsmethoden orientieren Sie sich?

Wolter: Wir versuchen von allem etwas einzubringen. Koordination, Schnelligkeit, Spieltechnik und Taktik, das sind alles Bereiche, in denen wir uns immer wieder fortbilden. Um das aber auch noch mal zu betonen: Wir brauchen nicht nach Holland, Spanien oder sonst wohin gucken. Ich denke, wir haben sehr gut ausgebildete Trainer in Deutschland.

SPOX: Ist es für Sie als Ex-Profi leichter, an Ihre Spieler heranzukommen?

Wolter: Man hat sicher einen Bonus, der ist aber schnell aufgebraucht, wenn die Jungs merken, da steckt nichts dahinter. Die heutigen Spieler hinterfragen alles. Ich muss mich auch als Trainer jeden Tag neu beweisen.

SPOX: Wie würden Sie sich im Umgang mit dem Nachwuchs charakterisieren?

Wolter: Ich bin sicherlich ein kommunikativer Trainer, finde es aber trotzdem wichtig, einen gewissen Abstand zur Mannschaft zu halten. Die Mischung aus Distanz und Nähe ist sehr wichtig. Ich bin sicher auch nicht immer gerecht, aber das kann man als Trainer auch nicht, wenn man mit 25 Spielern arbeitet.

SPOX: Ihre eigene Karriere stand stark unter dem Einfluss von Otto Rehhagel. Wie haben Sie die Zeit erlebt?

Wolter: Wir waren nie der Verein, der die absoluten Weltstars hervorgebracht hat. Aber wir hatten Erfolg, weil wir als Team funktioniert und Fußball auch verstanden hatten. Eine sehr erwachsene Mannschaft, wenn man bedenkt, wer alles Trainer oder Manager geworden ist. Das ist sicher auch ein Verdienst von Otto Rehhagel, der sehr viel Wert auf Selbstverantwortung gelegt hat.

SPOX: Hat Rehhagel eine Trainergeneration geprägt?

Wolter: Wenn man sieht, was aus Thomas Schaaf oder Rune Bratseth als Manager geworden ist, um jetzt nur zwei zu nennen, zeigt sich ganz klar, dass uns diese Selbstverantwortung nicht nur als Spieler, sondern auch für die Zeit danach sehr geholfen hat. Das hat Otto ausgemacht, und das war für uns ungemein wichtig.

SPOX: Sie haben mit Thomas Schaaf und Klaus Allofs zusammengespielt. Wie sehr erleichtert das die tägliche Arbeit?

Wolter: Ich habe dadurch sicher kürzere Wege. Das ist entscheidend und wichtig für unsere Arbeit. Mit Thomas telefoniere ich drei, vier Mal die Woche. Das läuft hier alles reibungslos ab und ist ein großer Vorteil für Werder.

SPOX: Was macht Klaus Allofs als Mensch aber auch in seiner Vereinsfunktion aus?

Wolter: Dass er sehr unaufgeregt ist. Klaus und Thomas ergänzen sich eins zu eins. Es wird nicht alles nach außen geplaudert, sondern mit Bedacht erörtert und erarbeitet. Das zeichnet aber alle Verantwortlichen im Verein aus. Deshalb ist es angenehm, hier zu arbeiten.

SPOX: Sie immerhin schon seit 25 Jahren. Warum sind Sie nie gewechselt?

Wolter: Es hat gepasst. Ich habe meinen Vertrag eigentlich immer frühzeitig verlängert, weil wir Erfolg hatten. Dadurch habe ich sicherlich auf Geld verzichtet, das ich bei einem Wechsel mehr verdient hätte, aber ich war immer zufrieden und habe mich sehr wohl gefühlt. Das ist entscheidend. Denn fühle ich mich wohl, kann ich auch die optimale Leistung bringen.

SPOX: Bereuen Sie es denn gar nicht, dass Sie als Spieler nie den Schritt zu einem anderen Klub...

Wolter: Nein! Ich bereue gar nichts. Ich habe aus dem Bauch heraus immer das Richtige gemacht. Ich habe mir hier in Bremen einen Namen machen können und hatte immer Spaß.

SPOX: Und das als gebürtiger Hamburger...

Wolter: Werder war damals sehr aufstrebend, der HSV gerade Landesmeister geworden. Da wäre es als junger Spieler schwer gewesen, zum Zug zu kommen. Mein Umfeld hat mir gesagt, das ist der richtige Weg, den du einschlägst, mach das Beste daraus. Ich fühle mich mittlerweile in Bremen sehr heimisch.

SPOX: Welches Duell ist bei Ihnen nach 14 Jahren im Profigeschäft hängen geblieben?

Wolter: Ich habe mal in Barcelona gegen Christo Stoitschkow sehr schlecht ausgesehen. Der hat mich schwindelig gespielt. Damals ist Oliver Reck vom Platz geflogen und wir mussten einen Feldspieler auswechseln - es traf übrigens Thomas Schaaf. (lacht) Ich musste dann alleine gegen Stoitschkow und Laudrup spielen, und die beiden haben mit mir gemacht, was sie wollten. Das ist sicherlich haften geblieben. Aber ein halbes Jahr später wurden wir deutscher Meister, das war gut für mich. (lacht)

SPOX: 1992 haben Sie im Freundschaftskick gegen Brasilien Ihr einziges Länderspiel für Deutschland bestritten. Warum kam danach nichts mehr?

Wolter: Ich hatte als Spieler einen gewissen Standard erreicht, für die Nationalmannschaft reichte meine Qualität halt nicht. Das konnte ich selbst gut einschätzen.

SPOX: Apropos Qualität: Torsten Frings hat derzeit Probleme in der Nationalelf. Können Sie sich erklären, woran das liegt?

Wolter: Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie, deswegen ist das schwer zu sagen. Ich habe trotzdem nicht verstanden, warum er nicht dabei ist. Als es bei Michael Ballack gegen Russland so aussah, als müsse er verletzt vom Platz, habe ich mich erschrocken und gedacht, jetzt braucht er den Torsten. Ich hätte einen Spieler wie Frings immer dabei. Es steht mir aber auch nicht zu, den Bundestrainer zu kritisieren.

SPOX: Dafür ist mit Mesut Özil ein anderer Bremer im Fokus.

Wolter: Mesut ist nicht nur bei uns zum Shooting Star geworden, er hat auch in der Nationalmannschaft bereits eine wichtige Rolle übernommen, die man ihm in dem Alter sicherlich noch nicht zugetraut hätte. Mir imponiert es, wie er es schafft, in so jungen Jahren schon ein Spiel an sich zu ziehen.

SPOX: Um noch einmal auf die 3. Liga zu sprechen zu kommen, wie wichtig ist der Klassenerhalt für Werder?

Wolter: Wir haben uns vor der Gründung der 3. Liga dafür eingesetzt, dass zweite Mannschaften in dieser Liga mitspielen dürfen. Ganz einfach weil wir unseren Spielern die höchstmögliche Liga zur Ausbildung bieten möchten. Der Klassenerhalt ist sehr wichtig.

Alles zu Werder Bremen II

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung