Labbadia wehrt sich und droht mit Abschied

SID
Freitag, 29.05.2009 | 18:32 Uhr
Leverkusen-Coach Bruno Labbadia spart nicht mit Kritik, u.a. an Manager Reschke
© Getty
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Trainer Bruno Labbadia hat vor dem Finale um den DFB-Pokal am Samstag gegen Werder Bremen (19.45 Uhr im LIVE-TICKER und Internet TV) Bedingungen an seinen Verbleib bei Bayer Leverkusen genüpft und sich offensiv gegen die Kritik an seiner Arbeit zur Wehr gesetzt.

"Sicher ist: Es müssen sich einige Voraussetzungen ändern. Ein 'Weiter so' kann es ja für beide Seiten nicht geben", sagte der 43-Jährige in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Samstags-Ausgabe).

Der wegen der schlechten Rückrundenbilanz in die Kritik geratene Labbadia kritisierte zugleich die interne "Kampagne" um seine Person und in diesem Zusammenhang die seiner Meinung nach nicht ausreichende Unterstützung durch die Klubführung.

In den letzten Tagen kursierten immer wieder Gerüchte, wonach der Coach am Montag nach dem Pokalfinale seinen Posten räumen muss.

Raus aus der Komfortzone

"Ich habe mich vor einem Jahr auch deshalb für Bayer Leverkusen entschieden, weil ich das Gefühl hatte, alle wollen genau diesen Weg mitgehen. Ich hatte in den Gesprächen darauf hingewiesen, dass wir raus müssen aus der Komfortzone. Aber letztlich bin ich damit angeeckt."

Die Arbeit mit der Mannschaft habe die fehlende Rückendeckung erschwert.

"Zu oft verlangt man aber in Leverkusen, den Spielern Dinge zuzugestehen, damit sie sich wohlfühlen", sagte Labbadia.

Kritik an Reschke

"Dabei muss man wissen, dass dies Folgen nach sich ziehen kann."

Vor allem mit Manager Michael Reschke gebe es momentan keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit: "Fakt ist, dass wir eigentlich von Anfang an keine gemeinsame Arbeitsebene fanden."

Nach dem Pokalendspiel werde es ein Treffen zu seiner Zukunft geben, "mit Sportchef Rudi Völler, Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und mir. Nur wir drei. Wir werden alles klar analysieren".

Kein Treuebekenntnis von Bayer

Vor einigen Tagen hatte Leverkusens Geschätfsführer Wolfgang Holzhäuser bereits eine mögliche Trennuing von Labbadia angedeutet.

"Von Treueschwur kann nicht die Rede sein. Das würde auch nicht zum schnelllebigen Fußball passen. Wir lassen uns bei der rationalen, objektiven Analyse von einem Sieg genauso wenig wie von einer Niederlage im Endspiel blenden."

Jetzt scheint es so, als wolle Labbadia einem Rauswurf in Leverkusen zuvorkommen. Beim Hamburger SV war der 43-Jährige nach dem überraschenden Abgang von Trainer Martin Jol zu Ajax Amsterdam bereits als Nachfolger im Gespräch.

Überblick: Leverkusens Weg ins Finale

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