Jansens linke Tour

Von Viktoria Noll
Dienstag, 27.01.2009 | 11:00 Uhr
Auf welcher Position sieht Trainer Martin Jol seinen Schützling Marcell Jansen?
© Getty
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Das erste Pflichtspiel des Jahres steht an. Für den HSV heißt das: Achtelfinale gegen den TSV 1860 München (18.45 Uhr im LIVE-TICKER und im Internet TV). Mit dabei ist natürlich auch Marcell Jansen. Der Nationalspieler legte eine starke Vorbereitung hin, allerdings auf ungewohnter Position. Und damit steht Jansen vor einem Problem.

Im Zeitalter von UMTS, iPhone und Blackberry ist die Geschichte, die Marcell Jansen nach seinem Wechsel vom FC Bayern zum Hamburger SV im "Stern" preisgab, doch wirklich kaum zu glauben.

Nachdem der Transfer perfekt war, erzählte der 23-Jährige, wollte er seine Entscheidung natürlich auch umgehend dem Bundestrainer mitteilen.

Allerdings konnte der Linksfuß Joachim Löw telefonisch nicht erreichen. Vom Festnetz aus nicht, weil Löw auf Anrufe mit unterdrückter Nummer nie reagiert und Jansen "nicht wusste, wie man diese Nummerunterdrückung ausstellt". Per Handy nicht, weil "ich bei uns in Aying, wo wir neben einem Pferdestall wohnten, keinen Empfang hatte."

Hamburg wollte Jansen unbedingt

Eine nette Randgeschichte, die allerdings irgendwie zu seiner Zeit in München passte. Die Verbindung Jansen und Bayern funktionierte einfach nicht.

Nach nur 17 Bundesligaspielen und ein paar Wochen Vorbereitung unter Jürgen Klinsmann verließ der Ex-Gladbacher den Rekordmeister wieder.

"Ich habe das Gespräch mit den Verantwortlichen vom FC Bayern gesucht und mich dann für einen Wechsel zum HSV entschieden", sagt er im Gespräch mit SPOX.

Jansen will nicht weiter zurückblicken. Der FC Bayern ist abgeschlossen, jetzt zählt nur noch der HSV. In Hamburg wollte man ihn unbedingt haben und schon vor seinem Wechsel nach München verpflichten.

Jansen: "Ich bin weitaus besser drauf"

Doch auch im Norden das selbe Bild: Zu Beginn lief es gar nicht für Jansen. Die verpasste Vorbereitung und eine hartnäckige Muskelverletzung warfen ihn zurück. Eine echte Verstärkung war der Nationalspieler in dieser Phase nicht für den HSV.

Zum Ende der Vorrunde, vor allem aber nun in der Vorbereitung, drehte Jansen mächtig auf. "Meine Formkurve zeigt nach oben. Fakt ist, dass ich mich seit Dezember immer besser fühle und auch körperlich weitaus besser drauf bin", sagt er.

Problem: Jansen ist eigentlich Linksverteidiger

Jansen also wieder der Alte? Nicht so ganz. Denn der Jansen, der bei Kellerkind Gladbach zum Nationalspieler wurde und für den Bayern geschätzte 12 Millionen Euro Ablöse zahlte, war der Linksverteidiger Jansen. Beim HSV allerdings spielte er zuletzt im linken Mittelfeld, und das recht überzeugend. "Man merkt, dass er jetzt richtig ins Rollen kommt", sagt Coach Martin Jol.

Das Problem: Für den Niederländer ist Jansen eigentlich eher ein Außenverteidiger denn ein Mittelfeldspieler: "Ich sehe ihn eigentlich eher defensiv", so Jol im "Kicker".

Auch Jansen selbst gibt am liebsten das äußerste Glied der Viererkette. Und: Nur als Linksverteidiger hat er eine realistische Chance auf einen Stammplatz in der Nationalmannschaft.

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Jol: "Er hat nie gemeckert"

Jansen weiß das natürlich. Gegen seine Versetzung hat er dennoch bislang nicht aufbegehrt. Anders etwa als Bayerns Martin Demichelis, der sich in der letzten Saison weigerte, im defensiven Mittelfeld auszuhelfen, weil er in der argentinischen Nationalmannschaft als Innenverteidiger die weitaus besseren Chancen hat.

Oder wie damals Stuttgarts Fernando Meira. Der wurde als Mittelfeldspieler eingekauft. Als Meira aber klar wurde, dass er im dicht besiedelten Mittelfeld der Portugiesen keine Chance haben würde, wurde er beim damaligen Trainer Felix Magath vorstellig und bat erfolgreich um seine Versetzung in die Innenverteidigung.

Jansen dagegen nimmt seine Rolle stillschweigend hin. "Obwohl er Linksverteidiger ist, hat er links offensiv ausgeholfen und nie gemeckert", sagt Jol, der seinen Neun-Millionen-Mann wohl auch in der Rückrunde ins Mittelfeld stellen wird.

Konkurrenz durch Aogo

Wodurch Jansen weiter an Boden verliert, im DFB-Team - aber auch im Verein. Beim HSV wächst mit Dennis Aogo derzeit nämlich ein durchaus ernstzunehmender Konkurrent heran, der zudem ebenfalls für Deutschland spielen darf.

"Ich bin jetzt gut im Rennen. Es wird sehr schwer, mich aus der Startelf zu verdrängen", sagt Aogo, der seit dem 9. Spieltag keine Partie mehr verpasst hat. Als Rivalen sieht er Jansen dennoch nicht.

"Marcell hilft sehr viel in der Defensive, indem er den gegnerischen Außenverteidiger ausschaltet. Von dieser Qualität profitiere ich", sagt Aogo. Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer ergänzt: "Die beiden verstehen sich gut, auch außerhalb des Platzes. Sie respektieren sich und haben Vertrauen zueinander."

Jansen: "Ich bin einfach nur froh"

Es läuft also gut für Jansen. Irgendwie. Und doch beschleicht seinen Formanstieg auch immer die Gewissheit, dass er im Moment ein Nomade ist, ohne rechte Heimat und dadurch nicht mehr der Spezialist, sondern der Allrounder Jansen.

Einige Trainer sind ob solcher Qualitäten froh. Andere, wie Bundestrainer Löw, bevorzugen aber lieber die Könner mit den ganz speziellen Fähigkeiten. Es ist eine Gratwanderung für den 23-Jährigen.

Die Episode mit den Unwägbarkeiten moderner Kommunikationsmittel sollte ihm in Hamburg allerdings nicht mehr passieren. Nicht dass ihn der Bundestrainer demnächst vergeblich zu erreichen versucht - und es dann einfach beim nächsten Hamburger Linksverteidiger versucht. Dennis Aogo würde sich freuen.

Das komplette Achtelfinale im Überblick

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